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Im Doppelpack: Steinberg am Rofan und Göriach sind neue Bergsteigerdörfer in Österreich

15.09.2021, 10:07 Uhr

In feierlichem Rahmen wurden am Sonntag, den 12. September 2021, zwei österreichische Gemeinden offiziell in die Initiative Bergsteigerdörfer der Alpenvereine aufgenommen. Steinberg am Rofan (Tirol) und Göriach (Salzburg) werden sich gemeinsam mit den Alpinen Vereinen für die Gestaltung eines sanften und nachhaltigen Alpintourismus einsetzen, der Natur und lokale Kultur wertschätzt und kleine und feine Orte im Alpenraum bewahrt.

Gemeinsam für mehr Naturschutz und Bergsport

Der Alpenverein, so Gerald Dunkel-Schwarzenberger (Vorsitzender der internationalen Steuerungsgruppe der Bergsteigerdörfer und Vizepräsident des ÖAV) bei der Beitrittsfeier Göriachs, hat dabei die Rolle als Unterstützer und Vermittler: Mit über 2,5 Mio. Mitgliedern erreichen die sechs teilnehmenden Alpenvereine Gäste, die genau das suchen, was Bergsteigerdörfer zu bieten haben: unverfälschte Natur- und Kulturlandschaft, alpine Herausforderungen und eine authentische Dorfgemeinschaft.

ÖAV-Präsident Andreas Ermacora, der die Aufnahme des Bergsteigerdorfs Steinberg offiziell besiegelte, hebt hervor, dass mit der Zusammenarbeit zwischen den Bergorten und den Alpenvereinen eine Wertschätzung für genau dieses Authentische entsteht und damit für die dort lebenden Menschen positive Impulse gegeben werden.

Auch die internationale Zusammenarbeit ist eine Besonderheit der Bergsteigerdörfer, denn in diesem Netzwerk sind inzwischen 35 Orte und Regionen in fünf Alpenländern vereint. „Diese kleinen Gemeinden schaffen es, einen nachhaltigeren Weg abseits des Massentourismus zu gehen und mit Weitblick zu handeln. Dabei machen sie die Ziele der Alpenkonvention erlebbar,“ würdigt Alenka Smerkolj, Generalsekretärin der Alpenkonvention, die Bergsteigerdörfer. Heuer jährt sich zudem die Auszeichnung der Initiative Bergsteigerdörfer als offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention zum fünften Mal.

 

Steinberg: Das schönste Ende der Welt

Dorfgemeinschaft wird in Steinbach hochgehalten. Hier hat die Bevölkerung bereits vor einigen Jahren aus eigener Motivation einen Wertekatalog definiert, nach dem sich das Dorf ausrichten solle – und die Philosophie der Bergsteigerdörfer passt zu Steinberg und den Steinbergern, ist Bürgermeister Helmut Margreiter überzeugt.

Auch landschaftlich hat Steinberg alles, was ein Bergsteigerdorf braucht: der markante Guffert (2.194 m) ist einer der schönsten Aussichtsberge der Region, der Aufstieg für geübte Bergsteiger ein Genuss. Das Rofangebirge ist weitum bekannt für seine Kletterrouten, z.B. an den Klobenjochwänden und an der Hohen Iss. Auch der Adlerweg, ein Weitwanderweg durch Tirol, führt durch das neue Bergsteigerdorf.

 

Grenzüberschreitendes Potential

Zur Feierlichkeit haben Vertreteter aus allen bayerischen Bergsteigerdörfern den Weg auf sich genommen um Steinberg im Netzwerk willkommen zu heißen. Von besonderer Bedeutung könnte aber die Aufnahme von Steinberg für das in Luftlinie nur wenige Kilometer entfernte Bergsteigerdorf Kreuth sein. „Ich freue mich sehr, dass wir nun ganz in unserer Nähe ein weiteres Bergsteigerdorf haben. Dies bietet uns in Zukunft viele Möglichkeiten für Kooperation, Austausch und gemeinsame Projekte.“, so Bergsteigerdorf-Bürgermeister Josef Bierschneider. 

 

Schon diese Saison verbindet der "Münchner Bergbus" jedes Wochenende von München aus die Bergsteigerdörfer Kreuth und Steinberg. Diese Initiative ermöglicht nicht nur eine klimafreundliche Anreise, sondern eröffnet eine Fülle an Überschreitungsmöglichkeiten zwischen beiden Orten. Die Verlängerung dieser Initiative ist in der Planung. 
 

 

Klimafreundliche Touren in Kreuth und Steinberg

 

Bergsteigerdorf Göriach - Paradiese sind klein

Eingerahmt von den Gipfeln der Schladminger Tauern, darunter der Hochgolling, der mit 2.863 m höchste des Lungaus, liegt Göriach. Ein kleines Paradies, wie es Reinhard Radebner, langjähriger Bürgermeister (seit kurzem außer Dienst), gerne bezeichnet. „Paradiese sollten nur durch einen sanften Tourismus entdeckt werden!“, davon ist er überzeugt und konnte mit Idee der Bergsteigerdörfer seine Gemeinde begeistern. Der Ansatz, mit naturnahem Bergsport und einem dazu passenden Angebot eine positive und gesamtheitlich nachhaltige Entwicklung anzuregen, passt gut zu dem Dorf, das auch Teil des UNESCO-Biosphärenpark Lungau ist.

 

Broschüren der Bergsteigerdörfer

Neben ausführlichen Informationen zu den neuen Dörfern auf der Website www.bergsteigerdoerfer.org wurde die Reihe der Einzelbroschüren Bergsteigerdörfer um zwei Ausgaben ergänzt. Besonderheiten des Dorfes, die schönsten Touren und wichtige Informationen für den Aufenthalt im Bergsteigerdorf sind dort gesammelt. Kostenlos erhältlich bei den Tourismusinformationsstellen der Dörfer, als Download auf der Homepage und auf Bestellung unter info@bergsteigerdoerfer.org

 

Bergsteigerdörfer: ein starkes internationales Netzwerk

35 Bergsteigerdörfer bilden mittlerweile das internationale Netzwerk, welches sich nun über den gesamten Alpenbogen erstreckt: Von Ligurien und Piemont über Schweiz (Graubünden), Bayern, Österreich und Südtirol bis nach Slowenien.

 

Neue Bergsteigerdörfer - bis ans Mittelmeer

6 neue Stätten für nachhaltigen Berg-Tourismus

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Ganze sechs neue Bergsteigerdörfer in Österreich, Italien und der Schweiz konnten vor dem internationalen Gremium der Bergsteigerdörfer überzeugen und werden 2021 aufgenommen. Damit ist der Schweizer Alpen-Club SAC als neuer Partner in der Initiative Bergsteigerdörfer dabei. Die Initiative setzt Impulse für einen nachhaltigen Bergtourismus. Dies soll positive Effekte auf Landwirtschaft, Nahversorgung, Verkehr und Bevölkerungsentwicklungen bringen. Im internationalen Netzwerk der Bergsteigerdörfer findet ein stetiger Austausch statt, wie die Dörfer und Regionen ihre Strategien für eine wünschenswerte Zukunft umsetzen. Seit nunmehr fünf Jahren ist die Initiative auf internationaler Ebene aufgestellt. Die Bergsteigerdörfer sind seitdem offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention.   Der Österreichische Alpenverein nimmt Göriach im Lungau/Salzburg und Steinberg am Rofan/Nordtirol auf, der Club Alpino Italiano (CAI) übernimmt mit der erfolgreichen Nominierung der Dörfer Balme/Piemont und Triora/Ligurien die Erweiterung in die Westalpen, und mit St. Antönien und Lavin, Guarda & Ardez startet der Schweizer Alpen-Club SAC die Initiative in Graubünden. Im Laufe des Jahres werden alle Kandidaten bei Beitrittsfeiern offiziell in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen. 

Was sind Bergsteigerdörfer?

Weniger Masse, mehr Klasse

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Das oberste Ziel der "Bergsteigerdörfer": Förderung naturnaher, ressourcenschonender und nachhaltiger Tourismusformen. Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es hier!