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Permafrost im Hitzestress

17.01.2019, 13:56 Uhr

Internationale Forschungsstudie bestätigt die weltweite Erwärmung des Permafrostbodens seit 2007. Besonders betroffen sind auch die Alpen und der Himalaya.

Gebirgsregionen stark betroffen

In den letzten 10 Jahren ist in Regionen dauerhaft gefrorenem Boden die Temperatur im Untergrund um im Mittel 0,3 °C gestiegen. Dies ist in der Arktis, Antarktis gleichermaßen der Fall wie in den Gebirgsregionen - Alpen und Himalaya - und Zentralasien. Die Forscher können diese Permafrosterwärmung mit dem Klimawandel in Verbindung setzen: der Temperaturanstieg im Boden ist gut gekoppelt an den gemessenen Anstieg in der Lufttemperatur.

Die vermeintlich kleine Zahl hat eine große Wirkung. In der Arktis (Alaska, Kanada, Sibirien) wird durch tauen von Permafrost eine große Menge an organischem Material freigesetzt, welches unter Emission von Methan abgebaut wird. In den Alpen führt das Tauen von Permafrost oberhalb von ca. 2800 m zu einer Destabilisierung: mehr Steinschlag, häufigere Bergstürze und wegsackende Fundamente (z.B. von Hütten) sind das Resultat. 

Erstmals zeigt eine frisch erschienene Vergleichsstudie, wie sich auf globaler Ebene Permafrostböden bereits erwärmt haben. Forscher aus 26 Ländern haben in den letzten 10 Jahren in über 154 Bohrlöchern Permafrosttemperaturen gemessen, analysiert und zusammengetragen.

 

 

 

 

Permafrost-Temperaturen so warm wie noch nie

Aktueller Bericht über den Zustand des Permafrosts in der Schweiz veröffentlicht

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Permafrosttemperaturen in den Schweizer Alpen folgen seit 2009 einem deutlichen Erwärmungstrend: 2014 waren die Bodentemperaturen im Schweizer Messnetz (PERMOS) so hoch wie noch nie seit Messbeginn. Permafrost erfüllt eine wichtige Funktion im Hochgebirge: so lange Boden, Schutthalden oder Felswände gefroren sind, wirkt Permafrost stabilisierend. Bei Erwärmung drohen Instabilitäten, Hangbewegungen und im härtesten Fall größere Felsstürze. Der neueste Bericht des Schweizer Permafrost Messnetzes (PERMOS) zeigt aktuelle Daten von Messstandorten in der Schweiz für den Zeitraum 2010 - 2014.   

Gletscherrückgang und tauender Permafrost

Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen

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Gletscher reagieren unmittelbar auf Veränderungen von Niederschlagsmustern sowie Temperatur und sind deshalb wichtige Klimazeiger. Seit dem Ende der kleinen Eiszeit um 1850 sind gravierende Veränderungen zu beobachten:  

Alpiner Permafrost

Klimazeiger und stabilisierendes Element in den Alpen

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Permafrost ist ein wichtiges Element der Cryosphäre in den Alpen, jedoch bleibt er im Vergleich zu den Gletschern unsichtbar. Nur Blockgletscher sind eindeutig erkennbare Landschaftsformen des Permafrosts. Die Bedeutung von Permafrost kann nicht hoch genug eingestuft werden: er ist ein sensibler Klimazeiger und erfüllt eine bedeutende Rolle in Sachen Hangstabilität, Hydrologie und Naturgefahren. Die Erwärmung des Permafrost macht mittlerweile auch uns Alpenbewohnern und -besuchern zu schaffen: alpine Schutzhütten, die auf Permafrost gebaut sind, beginnen zu sacken; früher sichere Übergänge und Normalrouten sind zunehmend steinschlaggefährdet.   

Klimawandel und Permafrost – Infrastruktur im Hochgebirge ist gefährdet

Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 6/2014

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Permafrost wirkt stabilisierend in Hängen, Schutthalden und Felswänden im Hochgebirge - allerdings nur solange er gefroren bleibt.

Permafrost sichtbar gemacht – die alpenweite Permafrost-Karte

Mehr Infos zum Permafrost-Artikel

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Infolge des Klimawandels könnten die Permafrostschichten in den Alpen mehr und mehr auftauen. Das Projekt PermaNET hat eine alpenweite Karte der Vorkommen erstellt.