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10.08.2019
11.08.2019
Alpen, verschiedene Orte

Feuer in den Alpen

Für lebendige Gewässer

Am zweiten August-Wochenende lodern von Wien bis Nizza wieder die inzwischen traditionellen Höhenfeuer. Diese Feuerkette entlang des gesamten Alpenbogens soll auf die Einmaligkeit der Alpen aufmerksam machen und darauf, dass das Ökosystem und der Kulturraum nur gemeinsam, über die Grenzen hinweg gegen Belastungen und Bedrohungen geschützt werden können.

In diesem Jahr: Feuer für Wasser

1988 brannte die erste europäische Lichterkette in den Alpen. Seither treffen sich alljährlich am zweiten August-Wochenende Aktive, um mit den Höhenfeuern ein Zeichen zu setzen für den Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes. In diesem Jahr stehen die Feuer im Zeichen „Für lebendige Gewässer“. Denn der Nutzungsdruck auf die Alpengewässer ist groß: viele Bäche und Flüsse sind durch Wasserkraftwerke verbaut und damit beeinträchtigt.

 

Erneuerbar heißt nicht zwingend umweltverträglich

Im diesjährigen Fokus steht die Frage, wie Wasserkraft genutzt werden soll.

 

So ist das Potenzial in der Schweiz beispielsweise nahezu ausgeschöpft. Statt nun auch die letzten mehr oder minder intakten Lebensräume wirtschaftlich zu nutzen, so die Initiatoren, sollten zunächst Potenziale beim Energieeinsparen ausgelotet werden. Außerdem fordern die Umweltaktivisten, dass Betreiber bestehender Wasserkraftwerke in die Pflicht genommen werden, ihre Pflichten zum Schutz von Natur und Landschaft zu erfüllen und damit auch die angerichteten ökologischen Schäden zu kompensieren.

 

Beispiel Trift

Die Trift ist eine praktisch unberührte Gebirgslandschaft im Oberhasli in der Schweiz. Dort finden sich wilde Bachläufe und Schluchten, Alpwiesen und schroffe Felsen, Wald, eine natürlicher See und ein dynamisches Gletschervorfeld. Aktive treffen sich zum „Feuer in den Alpen“ in der Trift bei der Windegghütte des SAC, wo akute Gefahr für Landschaft und Gewässer droht: die Kraftwerke Oberhasli (KWO) planen einen neuen Stausee; der Grimselverein hingegen wehrt sich gegen dieses Weitermachen auf Kosten der Umwelt. 

 

Beispiel Vrsič

Oberhalb der slowenischen Gemeinde Kranjska Gora windet sich eine Straße hinauf zum Vrsič, dem mit 1.611 Metern höchsten Straßenpass der Julischen Alpen. Doch der zunehmende Auto- und Motorradverkehr über den Pass und in der Umgebung trübt die Idylle. Vom 8. bis 10. August organisiert CIPRA Slowenien daher Diskussionsrunden, Wanderungen, Jugend-Workshops und eine partizipative Ausstellung zum Natur- und Kulturerbe der Gegend um den Vrsič-Pass. Am 10. August 2019 entzünden sie ebenfalls ein Feuer auf der Passhöhe.

 

Die Idee von Feuer in den Alpen

Mit den weithin sichtbaren Höhenfeuern setzen die Initiatoren alljährlich ein Zeichen für den Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes sowie gegen die Zerstörung des Ökosystems Alpen. Stichworte dabei sind Transitverkehr, Pumpspeicherseen, harter Massentourismus, Waldsterben, bedrohte Berglandwirtschaft und Kulturlandschaft, Zerstörung der Lebensräume für Mensch und Tier, Luft- und Wasserverschmutzung.

 

Die Höhenfeuer sollen Mut machen sich für eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen zu engagieren.

 

Etwa 30 solidarische Feuer in der Slowenien, Italien, Österreich und in der Schweiz werden in diesen Regionen entzündet: Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Wien (A); Berner Jura und Oberland, Freiburger Alpen, Graubünden, Zürcher Oberland (CH), Südtirol (I) sowie Julische Alpen und Karawanken (Slowenien).

 

Weitere Informationen

Eine Liste aller Feuer findet sich unter feuerindenalpen.com. Auch weitere Details dort sowie bei CIPRA.