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EUMA fordert weniger Licht in den Bergen!

11.12.2019, 11:05 Uhr

Wenn Seilbahnen, Schigebiete und andere Funparks nachts hell erleuchtet sind, führt dies zur Beeinträchtigung der Lebensweise der Tiere – und begünstigt das Aussterben ganzer Arten. Darum setzt sich die EUMA (European Mountaineering Associations) künftig für weniger Lichtquellen in den Bergen ein.

Stehlen wir den Bergen nicht die Nacht!

Wir haben uns daran gewöhnt, die Nacht zum Tag zu machen.


Seit die Erde um die Sonne kreist, gibt es auf unserem Planeten Tag und Nacht. Seit Leben existiert, hat es sich an den Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Tausende Jahre hindurch sind Menschen mit der Sonne aufgestanden und zu Bett gegangen, haben sich unsere Gewohnheiten und Traditionen mit der Tageszeit entwickelt. In nur 150 Jahren haben wir diese uralte Evolution auf den Kopf gestellt. Die Probleme. die wir damit verursachen, betreffen sowohl uns selbst als auch unsere lebende Umgebung.


Was soll an hell erleuchteten (und damit sicheren) Straßen, Fernsehen bis Mitternacht, zeitlich flexiblen Berufen oder geselligem Beisammensein nach der Arbeit falsch sein? Schließlich nennen wir genau diese Möglichkeiten Lebensqualität. Es stimmt, wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. (Vielleicht könnten wir versuchen, dieses Rad etwas energieeffizienter zu drehen).


Aber warum illuminieren wir die Landschaft um uns herum, wenn wir nicht einmal dort wohnen? Warum beleuchten wir Berghütten, Seilbahnen, Schigebiete und andere Funparks in der Natur? Wir könnten die Sinnhaftigkeit in Frage stellen, Outdoor-Sportarten nachts bei taghellen Bedingungen auszuüben. Wir könnten Outdoor-Aktivitäten anbieten, die gerade den Reiz der Dunkelheit attraktiv machen: sich von der Unendlichkeit des Sternenhimmels überwältigen lassen, nachtaktive Tiere beobachten, oder einfach in der Stille der Nacht zu sich selbst finden.

 

Wir könnten … aber wir tun es nicht. Im Gegenteil, wir bombardieren die Natur sogar dann mit unser zweifelhaften Errungenschaft “permanentes Licht”, wenn wir im Bett liegen und mühsam Melatonin produzieren, das Schlafhormon, das unser Körper nur im Dunkeln bildet. Pech für Tiere und Pflanzen da draußen, dass sie keine Vorhänge und Schlafmasken haben. Sie sind abhängig vom Tag-Nacht-Rhythmus, um sich zu ernähren, fortzupflanzen, zu schlafen oder vor Feinden zu flüchten. Zugvögel orientieren sich an Mond und Sternen und werden durch künstliches Licht verwirrt. Nächtliches Licht trägt zum alarmierenden Insektensterben bei.

 

Doch nun die gute Nachricht für einen ersten Schritt zur Lösung des Problems: Ohne unseren Lebensstandard zu ändern, könnten wir leicht von einem Tag auf den anderen das Licht in unbewohnten Gegenden ausschalten. TUN WIR ES!
Greifen wir nach den Sternen und geben wir der Dunkelheit eine Chance!


Die EUMA (European Mountaineering Associations) setzt sich dafür ein.

 

Europäischer Bergsport-Dachverband EUMA in München gegründet

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Am 25. November 2017 haben 23 Bergsportverbände aus ebenso vielen Ländern die European Union of Mountaineering Associations (EUMA) gegründet.