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Earth Overshoot Day am 29. Juli 2021

Ressourcen verbraucht – wir leben auf zu großem Fuß

28.07.2021, 12:05 Uhr

Pandemiebedingt war im Jahr 2020 der ökologische Fußabdruck der Menschheit deutlich geschrumpft. Doch die Ernüchterung folgt schon jetzt: der Erdüberlastungstag ist in diesem Jahr am 29. Juli erreicht – und damit ähnlich zeitig wie in den Vor-Pandemie-Jahren.

Deutscher Lebensstil bräuchte drei Erden

Laut der Nachhaltigkeitsorganisation Global Footprint Network fällt der Earth Overshoot Day (auch Erdüberlastungstag genannt) dieses Jahr auf den 29. Juli. Nach einem pandemiebedingt späteren Datum (22. August) im Jahr 2020 sind wir innerhalb eines Jahres wieder zu den Werten der Vorjahre zurückgekehrt.

 

Deutschland schneidet im globalen Vergleich recht schlecht ab: der deutsche Überlastungstag war bereits zum 5. Mai 2021 erreicht. – Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchten wir drei Erden, wie die Organisation Global Footprint Network berechnete. Weltweit gesehen beutet die Menschheit den Planeten so stark aus, als hätte sie mehr als anderthalb Erden zur Verfügung.

 

Die Auswirkungen der Klimakrise, des Artensterbens und des Raubbaus an der Natur wurden schon in den letzten Jahren deutlich spür- und sichtbar. Und spätestens die kürzlichen Starkregen- und Flutereignisse besonders an der Ahr, aber auch in anderen Regionen Deutschlands machen deutlich, dass die Zeit der Sorglosigkeit auch für uns endgültig vorbei ist.

 

15 zivilgesellschaftliche Organisationen – unter ihnen der BUND, der NABU und der Deutsche Naturschutzring – rufen daher aktuell die Bundesregierung auf, den Ressourcenverbrauch deutlich zu drosseln und bis 2050 die Nutzung von unbelebten Primärrohstoffen auf maximal sechs Tonnen und die Nutzung biotischer Primärrohstoffe auf maximal zwei Tonnen pro Person und Jahr zu begrenzen. Dazu ist als Zwischenziel, ähnlich wie in unserem Nachbarland Niederlande, eine Reduzierung von mindestens 50 Prozent bis zum Jahr 2030 nötig.

 

Über den Earth Overshoot Day

Der Earth Overshoot Day markiert jedes Jahr den Tag, an dem die Menschheit das volle biologische Ressourcenbudget des Jahres konsumiert hat. Die Menschheit verbraucht derzeit 70 Prozent mehr als das, was unser Planet erneuern kann – oder so viel, als ob wir auf 1,7 Erden leben würden. Vom Earth Overshoot Day bis zum Ende des Jahres vergrößert die Menschheit das ökologische Defizit. Die Größe des Defizits hat seit dem Beginn des weltweiten Overshoots Anfang der 1970er-Jahre enorm zugenommen. Dies geht aus den Rechnungen der „National Footprint & Biocapacity Accounts“ hervor, die sich auf UN-Datensätze stützen (mit 15.000 Datenpunkten pro Land und Jahr).

 

Der ökologische Fußabdruck ist die umfassendste Bilanzierungsmetrik für biologische Ressourcen, die es gibt. Sie summiert alle Ansprüche der Menschen an biologisch produktive Flächen, die im Wettbewerb um diese Flächen stehen. Das beinhaltet: Nahrung, Holz, Fasern, Absorption von CO2 und den Platz für Straßen und Städte. Gegenwärtig machen die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe 60 Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit aus.

 

Weitere Informationen bei Global Footprint Network.