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Bartgeier in den Alpen: 750 Helfer unterstützen Zählung

19.02.2018, 14:40 Uhr

Mitte Oktober 2017 fanden die 12. Internationalen Bartgeierzähltage statt. 750 Freiwillige im ganzen Alpenraum machten sich auf, um an 500 Standorten möglichst viele der seltenen Bartgeier zu sichten.

Das Resultat konnte sich sehen lassen: 540 Bartgeierbeobachtungen wurden der Stiftung Pro Bartgeier gemeldet. Die Initiatoren des Projekts können nun daraus wichtige Erkenntnisse für die Bestandsentwicklung ziehen.

Man geht davon aus, dass inzwischen wieder rund 250 der riesigen Vögel in den Alpen leben. Bartgeier waren im Alpenraum bis vor wenigen Jahrzehnten ausgerottet. 

 

Aasfresser mit imposanter Spannweite

Mit großem Aufwand und einer europaweiten Kooperation von Zoos, Wissenschaftlern und Nationalparks wurden die Vögel wieder angesiedelt. 

Durch das Monitoring kann der Erfolg dieser Projekte evaluiert werden. Ziel der Bartgeierbeobachtungen ist unter anderem, mehr Wissen über Gefahrenquellen zu erlangen. Denn damit sich überhaupt eine Population aufbauen kann, ist es sehr wichtig, dass die Tiere lange leben. Bartgeier pflanzen sich nämlich nur sehr langsam fort, meist erst mit 8 bis 9 Jahren und dann zieht ein Brutpaar alle zwei bis drei Jahre gerade einmal ein Jungtier auf.

Ausgewachsen können die imposanten Vögel eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen. Auch wenn Begegnungen respekteinflößend sein mögen: Von Bartgeiern gehen für Mensch und Tier keine Gefahren aus. Als Aasfresser jagen sie nicht, sondern bevorzugen die Knochen verendeter Tiere. Damit sorgen sie dafür, dass Kadaver schnell aus der Umwelt verschwinden und übernehmen so eine wichtige Hygienefunktion im Naturkreislauf.

Der Winter ist für viele Wildtiere eine harte Jahreszeit. Den Geiern kommt er hingegen entgegen. Von Lawinen verschüttete oder sonstig der kalten Jahreszeit erlegene Tiere bieten jetzt reichlich Nahrung. Gut für die Jungtiere, die in diesen Tagen schlüpfen.

 

Der Deutsche Alpenverein bedankt sich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern an den Internationalen Bartgeierzähltagen und hofft auf eine rege Beteiligung in 2018.

 

Wenn Sie im Alpenraum Bartgeier entdecken, können Sie Ihre Beobachtungen gerne jederzeit über ein Online-Formular der Stiftung Pro Bartgeier melden: bartgeier.ch