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Auf Crashkurs mit der Natur?

WWF veröffentlicht Living Planet Report 2018

13.11.2018, 09:14 Uhr

Die vom WWF Ende Oktober 2018 vorgelegten Zahlen sind ernüchternd: In den vergangenen gut 40 Jahren sind die Tierbestände weltweit um 60 Prozent geschrumpft. Auch in Deutschland steht die biologische Vielfalt massiv unter Druck, betont die Naturschutzorganisation.

Die große Beschleunigung

Die globale Bevölkerungsexplosion, das Wirtschaftswachstum und ein enormer Hunger nach Energie, Land und Wasser sind die Treiber einer Entwicklung, die den ökologischen Gesundheitszustand der Erde auf einen erneuten Tiefpunkt fallen lassen. Das macht der Living Planet Report 2018 der Welt-Naturstiftung WWF deutlich.

 

Während der Verbrauch ständig steigt, schwinden die Reserven der Erde: Inzwischen benötigt die Menschheit 70 Prozent mehr Ressourcen als die Erde bereit hält.

 

Das große Artensterben

Wie stark der Druck auf die Natur ist, wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf die biologische Vielfalt wirft: Der WWF untersucht dazu regelmäßig mehr als 16.000 Wirbeltierarten: Seit 1970, so die aktuellen Untersuchungsergebnisse, ist der Bestand an Säugetieren und Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien um 60 Prozent geschrumpft.

 

Laut WWF schrumpften die Wirbeltierbestände besonders stark in Süd- und Zentralamerika. Dort sank ihr Bestand um 89 Prozent gegenüber 1970. Doch auch in Deutschland und Europa sieht die Naturschutzorganisation die biologische Vielfalt unter massivem Druck – geschuldet vor allem einer Agrarwirtschaft, die monotone Landschaften entstehen lässt.

 

 

 

Die Herausforderung

Viel Zeit für eine Trendwende bleibe nicht, so das Fazit des WWF; mit dem Jahr 2020 habe die Weltgemeinschaft ein Schlüsseljahr vor sich, was das Erreichen von global vereinbarten Klimazielen angeht.

 

Der Hintergrund

Den Living Planet Report hat der WWF erstmals 1998 veröffentlicht; seit 2000 erscheint die Studie im zweijährigen Turnus. Ausführliche Informationen zum Living Planet Report 2018.