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Bergsteigerdörfer ohne Grenzen

01.01.2017, 08:32 Uhr

Die Initiative „Bergsteigerdörfer“ wird 2017 noch internationaler: Österreich, Deutschland, Südtirol und Slowenien sind gleichwertige Partner. Vier weitere Bergsteigerdörfer werden demnächst ausgezeichnet und das Netzwerk wächst auf 26 Orte. Für das zukunftsträchtige Netzwerk zur Entwicklung eines alternativen und naturnahen Tourismus im Alpenraum bedeutet dies eine enorme Stärkung.

Neue Bergsteigerdörfer im Chiemgau

Die Chiemgauer Orte Schleching und Sachrang werden am 21. Juli 2017 feierlich die Bergsteigerdorf-Deklaration auf der Priener Hütte des DAV unterzeichnen. Für prominente Unterstützung bei diesem Festakt sorgen u.a. die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und der Generalsekretär der Alpenkonvention Markus Reiterer.

Die beiden Orte haben sich für eine gemeinsame Bewerbung entschieden, obwohl sie in benachbarten Tälern liegen und unterschiedlichen Landkreisen angehören. Ihrer große Gemeinsamkeit ist der Geigelstein und das gleichnamige Naturschutzgebiet. Damit setzen die Orte den Fokus nicht nur auf die ortseigene touristische Entwicklung, sondern auf die nachhaltige Entwicklung der gesamten Region.

 

 

Erstes Bergsteigerdorf im Mangfallgebirge

In den Startlöchern steht die Gemeinde Kreuth südlich des Tegernsees im Tal der Weißach. Kreuth erfüllt die Kriterien, die grundsätzliche Eignung wurde durch die alpinen Verbände ausgesprochen. Bis zur Aufnahme im Frühjahr 2018 erarbeitet die Gemeinde Konzepte zur Verbesserung des sanften Tourismus und Naturschutz in der Region. Der Ort ist umgeben von den höchsten und bedeutendsten Gipfeln des Mangfallgebirges: Ross- und Buchstein, Leonhardstein, Plankenstein, Risserkogel und Hirschberg bieten Platz für Wanderungen, Sport- und Alpinklettern und Skitouren.

 

Matsch im Vinschgau wird erstes Bergsteigerdorf Südtirols

Am 23. Juli werden die 460 Einwohner von Matsch gesammelt auf den Beinen sein, um beim Matscher Dorffest die ersehnte Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Mit dem Beitritt wird auch das Netzwerk um ein Juwel reicher: Der Ort ist so authentisch wie ein Alpenort sein kann, die Dorfgemeinschaft pflegt gelebte Traditionen und wartet mit einigen Besonderheiten auf. So beispielsweise mit den Waalen, das traditionelle Bewässerungssystem im Vinschgau. Der Vinschgau zählt zu den trockensten Gebieten im Alpenraum, besticht aber durch ein Mosaik vielfältiger Lebensräume. Die von extremen Bedingungen an den Sonnenhängen geprägten Trockenrasen sind ein Paradies für seltene Tier- und Pflanzenarten. Einen wahren Kontrast zu den Trockenrasen an den Sonnenhängen bilden die vielen 3000er, allen voran die Weißkugel – einer der prächtigsten Hochgipfel der Ötztaler Alpen.

 

Neuer Partner: Jezersko vertritt Slowenien

Slowenien ist ein Land der Bergsteiger und kann auf eine lange alpinistische Tradition zurückblicken. Unzählige abgelegene Regionen und Dörfer leben von und mit den Bergen und versuchen, ihre alpinen Traditionen zu bewahren.

Der Slowenische Alpenverein hat daher 2017 das Abkommen zur Zusammenarbeit unterzeichnet und ist mit ÖAV, AVS und DAV eine starke Partnerschaft eingegangen.

 

Das erste Bergsteigerdorf in Slowenien wird 2018 Jezersko in den Steiner Alpen. Die einmalige Kulisse der Wände der Steiner Alpen, erhaltene Kulturlandschaft im Gebiet vom ehemaligen Gletschersee und Entschlossenheit der Einwohner für die Bewahrung der natürlichen Schönheit von Jezersko sind eine Garantie dafür, dass die Besucher in der Zukunft noch mehr unvergessliche Erlebnisse in den Bergen haben werden. Dafür steht die Marke „Bergsteigerdörfer“.

 

Alpenkonvention auch in Zukunft ideeller Unterstützer

Die Bergsteigerdörfer sind seit September 2016 als offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention anerkannt. Dies wurde durch die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ in Vent durch Österreichischen Alpenverein und Alpenkonvention besiegelt. Damit geht auch die Verpflichtung einher, die Protokolle der Alpenkonvention noch konsequenter umzusetzen.

 

Was sind Bergsteigerdörfer?

Bergsteigerdörfer sind kleine Gemeinden im Alpenraum, die ihre Entwicklung auf sanften Tourismus und Naturschutz ausgelegt haben. Natur und Naturerlebnis werden dort groß geschrieben, ebenso wie Bergsport, regionale Wertschöpfung und gelebtes Brauchtum. Um in den exklusiven Kreis aufgenommen zu werden, müssen die Orte einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen. Dadurch sind Bergsteigerdörfer Vorzeigeorte für eine alternative Tourismusentwicklung im Alpenraum. Die Initiative wurde 2005 durch den Österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen, inzwischen sind auch die Alpenvereine in Deutschland, Südtirol und Slowenien dabei. Jeweils zwei Mitglieder dieser alpinen Vereine gehören einem Steuerungskreis an, der den Kriterienkatalog vorgibt und überwacht. In Österreich gibt es derzeit 20 Bergsteigerdörfer, in Deutschland sind es ab 21. Juli 2017 drei, am 23. Juli wird Matsch das erste Bergsteigerdorf in Südtirol. Jezersko wird 2018 als erstes slowenisches Dorf aufgenommen.

 

Was läuft gerade in den Bergsteigerdörfern alpenweit?

 

Was sind Bergsteigerdörfer?

Weniger Masse, mehr Klasse

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Das oberste Ziel der "Bergsteigerdörfer": Förderung naturnaher, ressourcenschonender und nachhaltiger Tourismusformen. Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es hier!

Kreuth wird Bergsteigerdorf

Alle erforderlichen Kriterien sind erfüllt

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Die Gemeinde Kreuth im Tegernseer Tal erfüllt alle erforderlichen Kriterien, um im Netzwerk der Bergsteigerdörfer aufgenommen zu werden. Dies stellte der Deutsche Alpenverein gemeinsam mit seinen internationalen Partnern vom Österreichischen Alpenverein, Alpenverein Südtirol und vom Alpenverein Slowenien (PZS) fest. Formell erhält der Ort im Mangfallgebirge die Auszeichnung aber erst, wenn er die „Bergsteigerdorf-Deklaration“ unterzeichnet hat. Dies wird im Rahmen eines Festaktes voraussichtlich im Frühjahr 2018 geschehen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Kreuth einen weiteren tatkräftigen Unterstützer der Philosophie der Bergsteigerdörfer im Bund haben,“ sagt DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher. „Gemeinsam mit Ramsau, Sachrang und Schleching kann Kreuth wichtige Impulse für eine nachhaltige Tourismusentwicklung im Alpenraum liefern.“