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Gerichtsurteil: Wasserkraftwerk „Älpele“ unzulässig

14.11.2017, 14:07 Uhr

Das Verwaltungsbericht Augsburg hat heute das geplante Wasserkraftwerk „Älpele“ bei Hinterstein für unzulässig erklärt. Der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz hatten gegen die umstrittenen Kraftwerkspläne im Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“ geklagt. Obwohl zahlreiche Experten und Behörden auf die Rechtswidrigkeit des Vorhabens verwiesen, hatte Landrat Anton Klotz das Wasserkraftwerk bereits im Jahr 2015 genehmigt.

Der Deutsche Alpenverein begrüßt die Entscheidung des Gerichts. Untersuchungen bescheinigten dem geplanten Kraftwerk „erhebliche Beeinträchtigungen“ einer der letzten Wildflusslandschaften im Oberallgäu. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie sprach ebenso gegen das Vorhaben wie der mehrfache Schutz als Naturschutzgebiet, EU-Schutzgebiet und Naturdenkmal. In so einem sensiblen Naturraum muss der Schutz der Natur vor der energiewirtschaftlichen Nutzung stehen.

 

Hintergrund

 

Das geplante Wasserkraftwerk sollte im Bereich des Naturdenkmals und spektakulären Ausflugsziels "Eisenbreche" angelegt werden: eine 85 m tiefe, schwer zugängliche und unerschlossene Klamm. Durch eine 5 Meter hohe Staumauer mit Klappwehr wäre die Ostrach teilweise aufgestaut und das Wasser in einer unterirdischen, 1,3 km langen Leitung zum Kraftwerk befördert worden.

 

 

Wasserkraftwerk "Älpele"

Eingriff ins Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen

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Die Gemeinde Bad Hindelang verfolgt das Ziel der autarken und CO²-neutralen Stromversorgung der gesamten Gemeinde. Das Wasserkraftwerk "Alpele" an der Ostrach im Bereich der natürlichen Klamm "Eisenbreche" ist ein Teil dieses Konzepts. Allerdings liegt das Kraftwerk im hoch geschützten Naturschutzgebiet "Allgäuer Hochalpen". Das geplante Wassekraftwerk soll im Bereich des Naturdenkmals und dem spektakulären Auslugsziel der "Eisenbreche" angelegt werden: eine 85 m tiefe, schwer zugängliche und unerschlossene Klamm. Durch eine 5 Meter hohe Staumauer mit Klappwehr würde die Ostrach teilweise aufgestaut werden und somit den natürlichen Abfluss in der Schlucht unterbinden. In einer unterirdischen Triebwasserleitung wird das Wasser zum Kraftwerk befördert und unterhalb wieder in die Ostrach eingeleitet.   Zahlen & Fakten Fallhöhe 94 m (Klappwehr) Max. Leistung 5,4 MW Geschätzte Jahresarbeit 9 Mio. kWh Ableitung 5,3 m³/s Restwasser Winter 0,75 m³/s Restwasser Sommer 1,5 m³/s Länge Triebwasserleitung 1,3 km