dav-logo-freigestellt 120x57

Der Alpenplan - seit 40 Jahren Schutz für die Bayerischen Alpen

Die Deutschen lieben ihre Berge. Den wenigsten ein Begriff ist jedoch das dafür verantwortliche Instrument – der seit über 40 Jahren gültige Alpenplan. Denn genau dieses international viel beachtete und einzigartige Konzept zur Raumplanung macht unsere Berge zu dem, was wir heute so schätzen. 
 

Drei Zonen mit unterschiedlichem Schutzbedürfnis

Der Alpenplan regelt die Verkehrserschließung und unterteilt den bayerischen Alpenraum in drei Bereiche:
 

  • Zone A, in der Verkehrsvorhaben wie Seilbahnen oder Straßen landesplanerisch grundsätzlich unbedenklich sind.
  • Zone B, in denen Verkehrsvorhaben nur unbedenklich sind, wenn dies im Einzelfall im Hinblick auf landesplanerische Vorgaben geprüft wurde.
  • Zone C, in der abgesehen von sog. landeskulturellen Maßnahmen (Alm- und Forstwege) Verkehrsvorhaben landesplanerisch unzulässig sind.

Während also infrastrukturelle Erschließungen in den Zonen A und B unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind, bleiben sie in der Zone C grundsätzlich ausgeschlossen. Auf diese Weise wird die einzigartige Bergwelt wirksam geschützt. Und nicht zuletzt ist damit auch die Basis für einen naturnahen Tourismus und für alle bergsteigerischen Aktivitäten gesichert.

 

Die Geschichte des Alpenplans

In den 1950er- und 1960er-Jahren erschlossen zahlreiche Berggemeinden ihre Gipfel mittels Bergbahnen und Skiliften, sodass ein wahrer „Erschließungshype“ entstand. Die damals einzig staatliche Stelle für Naturschutz in Bayern, die Landesstelle für Naturschutz in München, sah sich gezwungen, auf die massiven Eingriffe zu reagieren: Mit starker Befürwortung der besorgten Öffentlichkeit und mit Zuspruch des Alpenvereins entstand der Alpenplan. Ein Konzept, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Bayerischen Alpen, ihre Berglandschaft und die alpine Natur damals und in Zukunft gegenüber örtlichen Interessen und vor möglichen weiteren Belastungen zu schützen.

 

2013 hatten die Bayerische Staatsregierung und der Bayerische Landtag die Gültigkeit des Alpenplanes übrigens nochmals eindrücklich bestätigt. 

 

Alpenplan in Gefahr

Vor Inkrafttreten des Alpenplans waren viele Bergbahnen in Zone C geplant, die nach 1972 nicht gebaut wurden. Darunter fallen Projekte am Watzmann, am Geigelstein, am Hochgern, am Innzeller Kienberg oder der Alpspitze. Heute sind diese Berge bedeutende Schutzräume für Fauna und Flora, aber auch attraktive Ziele für Natursportler und Erholungssuchende. Ganz so also, wie es der Alpenplan als verbindlicher Teil des Landesentwicklungsprogramms Bayern, dem wichtigsten Instrument der Landesplanung, vorsieht. Doch die bayerische Staatsregierung strebt im Zusammenhang mit der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn eine Änderung des Alpenplanes an. 

 

Ende März hat das bayerische Kabinett die Aufweichung des Alpenplans in die Wege geleitet – nur drei Tage nachdem mehrere Tausend bayerische Bürgerinnen und Bürger Einwände gegen die Skischaukelpläne am Riedberger Horn erhoben hatten. Ein weiterer Verfahrensschritt zur Änderung des Alpenplans war eine Expertenanhörung am 27. April im Landtag, der DAV und andere Naturschutzverbände  prüfen die Rechtslage, um auf den Ende des Jahres zu erwartenden Landtagsbeschluss angemessen reagieren zu können.