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8 #machseinfach

Mit der Kampagne #machseinfach zeigt der Deutsche Alpenverein wie jede und jeder mit einfachen Mitteln einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten kann.

Bei der Ausübung ihres Hobbys können Bergsportlerinnen und Bergsportler ihren CO2-Fußabdruck und auch den Ressourcenverbrauch einfach verkleinern. Die Kampagne zeigt, was in den Bereichen Mobilität, Ressourcen- und Klimaschutz schnell und einfach umgesetzt werden kann.

 

8.1 Was kannst du machen?

Nach dem Prinzip Vermeiden, Reduzieren und Kompensieren zeigen wir dir anhand einiger Beispiele, wie du selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kannst:

Negative Umwelteinflüsse werden am besten vermieden, wenn sie gar nicht erst entstehen. Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel sind die besseren Alternativen zu Auto oder Flugzeug  Auch die Bildung von Fahrgemeinschaften verkleinert den eigenen CO2-Ausstoß erheblich.

Ebenso gilt Energie- und Stromsparen als Schlüssel bei der Reduktion von Emissionen. Das kannst du erreichen, indem du Haushaltgeräte geschickt nutzt: Standby-Modus vermeiden, Licht nicht unnötig brennen oder Wasser laufen lassen. Die Umstellung auf Öko-Strom und die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind und Sonne ist ebenfalls einfach möglich.

 

Eine weitere Möglichkeit, Ressourcen zu schonen, ist der Verzicht oder die Reduktion von (Plastik-)Verpackungen. Hier bietet sich der Einkauf von unverpackten Lebensmitteln im Discounter oder Biomarkt an, oder direkt in einem Unverpacktladen. Außerdem muss man getragene Klamotten oder Materialien, die nicht mehr ganz in Schuss sind, nicht direkt wegwerfen, sondern kann diese reparieren oder durch Upcycling wiederverwenden und sich dabei sogar kreativ ausleben.  

Den letzten Teil verbleibender Treibhausgase, die sich weder vermeiden noch reduzieren lassen, kannst du durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten kompensieren. Es gibt verschiedene Anbieter, die durch diese freiwilligen Spenden Projekte wie die Pflanzung von CO2-bindenden Bäumen, oder die Finanzierung von Biogasanlagen vorantreiben.

 

8.2 Was macht der DAV

Seit 1972 zählt der Alpenplan zu einem der wichtigsten Schutz-Instrumente der bayerischen Alpen. Schon damals hielt man den Alpenraum aufgrund von weitreichenden Erschließungen für bedroht. Ziel des Alpenplans ist es, das Maß der Erschließungen in den bayerischen Alpen zu regeln und damit die Berglandschaft und die alpine Natur in ihrer Ursprünglichkeit zu schützen.

 

Der Alpenplan unterteilt hierfür Räume mit unterschiedlichen Schutzbedürfnissen in drei Bereiche:

  • Zone A: Verkehrsvorhaben wie Seilbahnen sind landesplanerisch grundsätzlich unbedenklich.
  • Zone B: hier muss eine Einzelfallprüfung vorgenommen werden, bevor Verkehrsvorhaben landesplanerisch umgesetzt werden.
  • Zone C: Verkehrsvorhaben sind landesplanerisch unzulässig – also weitere Erschließungen im Sinne der Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus sind ausgeschlossen.

Dadurch konnten viele bedeutende Schutzräume für Flora und Fauna, aber auch attraktive Ziele für Natursportlerinnen und Natursportler sowie Erholungssuchende, erhalten werden.

 

Bergsteigerdörfer

Nach dem Motto „Klasse statt Masse – Genuss statt Hektik“ bewerben die Alpenvereine sogenannte Bergsteigerdörfer, bei denen ein naturnaher Tourismus sowie die Bewahrung der alpinen Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit im Vordergrund steht. Das heißt, es wird ganz klar auf neue technische und infrastrukturelle Erschließungsmaßnahmen (wie Beschneiung im Winter oder die Errichtung von Funparks für den Sommertourismus) verzichtet. Mittlerweile existieren 29 Bergsteigerdörfer in den Ostalpen, darunter auch vier in Deutschland. Ziel ist es, diese Bergsteigerdörfer mit Hilfe „unverfälschte alpiner Landschaft und Natur, gelebten Traditionen, regionalen Produkten hoher Qualität, Authentizität und Affinität zum Bergsport“ konkurrenzfähig zu machen und die Massen zu entzerren.

 

So schmecken die Berge

Die Initiative „So schmecken die Berge“ steht für Echtheit, Heimat, Genuss und Vielfalt und wurde gegründet, um regionale Speisen und Getränke und damit die Wirtschaft vor Ort zu unterstützen. Außerdem gelingt dadurch ein schonender Umgang mit Ressourcen und die bergbäuerlich geprägten alpinen Kulturlandschaften werden erhalten. Die Initiative erstreckt sich über drei Länder und 40 Gebirgshütten. Eine Übersicht der Hütten findest du unter So schmecken die Berge - teilnehmende Hütten.

 

Besucherlenkung naturverträglicher Bergsport

Mit den Kampagnen „Natürlich Klettern“, „Natürlich Biken“ und „Natürlich auf Tour“ klärt der DAV Bergsportlerinnen und Bergsportler über Natur und Umwelt, in der sie sich bewegen auf und gibt ihnen Tipps an die Hand, wie man sich naturverträglich verhält. Je nach Bergsportart gelten weitere Verhaltensregeln, die beachtet werden sollten, um Naturräume intakt zu halten und dennoch die Ausübung der Sportart auch zukünftig zu gewährleisten.

 

Der DAV wird klimaneutral

Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren - so will der DAV bis 2030 klimaneutral sein.

 

"Erst 2030? Das muss doch schneller gehen!", war eine häufige Reaktion auf die Nachricht, dass die DAV-Hauptversammlung dieses Ziel beschlossen hat.

 

Und die Antwort darauf ist ein klares "Jein". Klar, direkt nach der CO2-Bilanzierung 2022 könnte der DAV all seine Emissionen kompensieren und wäre so klimaneutral. Das ist allerdings nicht der Weg, den wir gehen möchten. Wir wollen uns nicht unkompliziert "freikaufen" - wir wollen etwas verändern und unsere Emissionen reduzieren. Dafür gibt es das Klimaschutzkonzept und die übergeordnete Klimaschutzstrategie. Darin ist festgeschrieben, dass der Verband bis 2030 klimaneutral sein soll und wie der Weg dahin aussehen soll. Zu Beginn müssen wir herausfinden, in welchen Bereichen wir wie hohe Emissionen verursachen. Dafür bilanzieren 2022 der Bundesverband, die Landesverbände und Sektionen ihre Emissionen. Ab 2023 fließen dann 90 Euro (ab 2025 140 Euro) pro Tonne CO2-Ausstoß in das Klimaschutzbudget der Sektion (bzw. des Landes- oder Bundesverbands). Dieses Geld steht dann für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung. Es soll eingesetzt werden, um in den Bereichen Infrastruktur, Mobilität, Verpflegung, Kommunikation und Bildung sowie Finanzanlagen Reduktionsmaßnahmen zu finanzieren. Das kann von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kletterhalle bis hin zu klimafreundlicheren Mobilitätsangeboten in der Sektion alles sein. Diese Klimaschutzmaßnahmen sollen uns helfen, unsere Emissionen bis 2030 möglichst stark zu reduzieren. Was bis dahin nicht vermieden oder reduziert werden konnte, wird ab 2030 durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten kompensiert. 

 

Wenn du alles im Detail wissen möchtest, schau gerne unter alpenverein.de/klimaschutz vorbei.

 

#machseinfach – Mobilität zum Berg besser denken

Wenn du noch mehr erfahren willst, dann hör´doch mal in unseren Bergpodcast rein! 

 

Glossar

  • Alpenplan: landesplanerisches Instrument zum Schutz der Alpen
  • Bergsteigerdörfer: Orte in den Alpen, die sich für naturnahen und ressourcenschonenden Tourismus einsetzen
  • CO2-FußabdruckMaß für den CO2-Ausstoß eines Produkts oder einer Aktivität
  • EmissionenAusstoß von schädlichen Stoffen, Teilchen oder von Strahlung in Luft, Wasser oder Boden 
  • Erneuerbare Energien: Wasser, Wind und Sonne stehen quasi unbegrenzt zur Verfügung
 

Was hast du dir gemerkt?

Bei den folgenden Fragen können mehrere Antworten richtig sein! 

 

9 Hintergrundinfos

Mehr erfahren
Der Lehrpfad zum Klimawandel im Alpenraum ist im Rahmen des Projekts „Bergsport mit Zukunft“ entstanden. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und den DAV-Partner Globetrotter gefördert.