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Bautagebuch

Der Umbau des Alpinen Museums

Wie ist der aktuelle Stand der Baumaßnahmen auf der Praterinsel? Wie geht es voran? Was wurde bisher geschafft, was sind die kommenden Herausforderungen? Mitarbeiter*innen des Alpinen Museums berichten von der Baustelle.

Die Blümchendecke im Festsaal

17.09.2021

Andreas Kaiser

 

Bei den Abbrucharbeiten im zweiten Obergeschoss wurde jetzt auch die originale Holzdecke des Festsaals von Ende der 1940er Jahre freigelegt. Die denkmalgeschützte Decke ist ein besonderes Zeugnis für die Zeit des Wiederaufbaus der Nachkriegsjahre, die Schablonenmalerei eine zeittypische Maltechnik. Die Blumenmuster stehen für die Naturverbundenheit des Alpenvereins.

 

Die Decke, die bisher mit einer Unterkonstruktion abgehängt und verdeckt war, wird sorgfältig restauriert und nach dem Umbau in den neuen Ausstellungsräumen zu sehen sein.

 

Das neue Depot – Ordnung ist das halbe Leben

03.09.2021

Von Stephanie Kleidt

 

Auf der Praterinsel stehen im Moment alle Zeichen auf Abbruch. Nicht so im neuen Außendepot des Alpinen Museums! Dort hat sich viel getan. Die Gitterwände der Rollregalanlage sind mit den Gemälden bestückt worden. Hängepläne am Anfang der Wände erlauben es nun, jedes gewünschte Gemälde im Handumdrehen zu finden. Die grauen Boxen mit den kleinen Objekten der Sachgutsammlung – bisher über das gesamte alte Depot verteilt – füllen nun eine ganze Regalwand nach Nummern geordnet, Schuhe, die Kisten mit Textilien, Kletterseile, Pickel und die vielen Rucksäcke stehen oder hängen übersichtlich in Reih und Glied. Mobiliar, Hüttenmodelle und die schweren Reliefs haben ihren Platz in Schwerlastregalen gefunden. Es war nicht wenig Arbeit und noch ist nicht überall alles perfekt. Aber schon jetzt freuen wir uns riesig über das neue Depot. Und nun haben Monika Schreiner und Maria Mutzel mit der Mammutaufgabe begonnen, die neuen Standorte in unsrer Datenbank zu verzeichnen.

 

Böden und Decken freigelegt

20.08.2021

Von Andreas Kaiser

 

Die Rückbauarbeiten gehen weiter. Nach dem Ausbau der ‚losen‘ Teile (Steckdosen, Kabel, Türrahmen etc.) werden nun in allen Stockwerken die Böden und Decken freigelegt. Unterschiedlichste Beläge und Materialien kommen zum Vorschein: historische Kappendecken, einfache Holzdecken und -böden, Stahlbetoneinbauten, Teerbeläge.

 

Architekt und Statiker können so wichtige Erkenntnisse über den Zustand der verbauten Träger und anderer Materialien erhalten und diese für die weitere Bauplanung berücksichtigen.

 

Die Bautafel steht

04.08.2021

Von Andreas Kaiser

 

Gut sichtbar steht jetzt eine große Bautafel am Zaun zur Baustelle auf der Praterinsel, auf der der Umbau des Alpinen Museums angezeigt wird. Da es sich um ein Bauvorhaben mit öffentlicher Förderung handelt, sind die Form der Bautafel und die notwendigen Angaben vorgeschrieben. Auf unserer Tafel stehen entsprechend die Fördergeber auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene mit Namen und Logos aufgelistet. Daneben findet sich die Übersicht der leitenden Architektur- und Fachplanungsbüros, die am Bau mitarbeiten.

 

Objekt im Garten

23.07.2021

Von Sylvia Fritsch

 

Seit kurzem gibt es viele Lattenzäune und ein seltsames Objekt. Genau da hat er gesessen! Der recht alte, bewegungslose Bergsteiger aus einer anderen Zeit. Dort hatte er seinen Platz in der geologischen Gesteinssammlung. Einfach weg! Stattdessen Bretter, die seinen alten Platz markieren. Schade, schließlich war er der am meisten fotografierte Mann im Garten des Alpinen Museums! Kurz vor der Schließung des Gartens war sogar eine bekannte Münchner Schauspielerin da, um noch ganz schnell ein paar Fotos in verschiedenen Outfits von sich nur mit ihm machen zu lassen.

 

Was der alte graue Bergsteiger hier machte? Er hatte sich hingesetzt, studierte konzentriert seine Wanderkarte. Oft wurde er umringt von lachenden Kindern, die gerade erst im Garten angekommen waren. Sie klopften auf seinen Hut, stellten sich in seinen Rücken, beugten sich über seine Schultern und schauten so gemeinsam auf die graue Karte. Aber ihn störte das nicht! Sie umringten ihn, setzen sich rechts und links ganz dicht neben ihn, kletterten über ihn oder nahmen zu seinen Füßen Platz. Er nahm es geduldig hin. Hoffentlich jetzt auch die Wartezeit bis 2023!

 

Beweissicherung vor dem Rückbau

07.07.2021

Von Georg Müller, Feil Architekten

 

Vor Beginn der (Rück-)Bauarbeiten wurden alle Fenster, Türen und überhaupt Bauteile, die eingebaut bleiben und deshalb nicht geschädigt werden dürfen, zur Beweissicherung dokumentiert. So ist der letzte Zustand der Fenster festgehalten und dadurch nachvollziehbar, ob Schäden schon vor oder erst nach Beginn der Arbeiten entstanden sind, um im Falle des Falles die Schuldfrage leichter klären zu können. Auffällige Details wie Kerben oder Kratzer wurden, insofern vorhanden, erfasst und beschrieben. Die Dokumentation wurde dann sogleich an alle Beteiligten verteilt, um eine gemeinsame Beweisgrundlage zu haben.

 

Der Abbruch geht los!

02.07.2021

Von Andreas Kaiser

 

Am Beginn der Bauarbeiten muss das Gebäude innen für den eigentlichen Umbau vorbereitet werden. Dazu werden alle „losen“ Teile wie z.B. Lüftungsrohre, Stecker, Schalter und Leisten, Türrahmen, Heizkörper, Abhängungen und Einbauten von einer Abbruchfirma herausgerissen. In kürzester Zeit kommen so große Haufen von Bauschutt, aber auch von wiederverwertbaren Materialien und Einbauten zusammen.

 

Baustelleneinrichtung

29.06.2021

Von Andreas Kaiser

 

Nach dem Auszug der Büros ist das Gebäude seit Anfang Juni leer und wird für den Umbau vorbereitet. Wasser- und Stromleitungen wurden bereits gekappt. Das Gebäude und das umliegende Gelände werden gerade sorgfältig mit Bauzäunen und Zugangstoren versehen, um die Baustelle sicher zu machen.

 

Zum Abschied sag' ich leise servus

24.06.2021

Von Friederike Kaiser

 

Ein paar Wochen vor dem Auszug dokumentierte der Architekturfotograf Sebastian Schels das Alpine Museum mit allen seinen Räumen. Eingefangen hat er eine fast morbide Stimmung. Ein Haus, das in Abbau und Auflösung begriffen ist. Bürostühle aus den 1980er Jahren, Leitungen, die keinen Sinn mehr ergeben, Bodenbeläge der letzten Jahrzehnte und leere Regale. Mein Lieblingsbild, den fast leeren Archivraum im zweiten Obergeschoss sehen Sie hier. Alle weiteren Fotografien zeigen wir in einer Ausstellung zur Wiedereröffnung des Hauses, hoffentlich im Sommer 2023.

 

Der Umzug von der Praterinsel in die neue Verwaltung: ich als Liftgirl

10.06.2021
Von Anna Metzker

 

Am 27.05.2021 kam die Umzugsfirma in die Von-Kahr-Straße, um die letzten Sachen von der Praterinsel, die in den Keller kamen, zu liefern. Unser Team stand bereit, um die Verteilung der Kartons und Möbel zu koordinieren. Ein Großteil davon wurde im Keller eingelagert.

 

Jetzt kam meine große Stunde als „Liftgirl“. Es gibt in der Von-Kahr-Straße einen Lastenaufzug, aber er ist nur händisch zu bedienen. Andreas hat mir gezeigt, wie er funktioniert. Es war ein bisschen anstrengend, da man den einzelnen Knopf gedrückt halten musste. Wenn die Männer eine Ladung fertig hatten, haben sie mir ein Zeichen gegeben, und ich habe begonnen, ihn runter zu fahren. In der Zeit, wo Adriano, Tino und ein Teil der Umzugsfirma unten ausgeräumt haben, hatte ich Pause. Wenn das Licht durchgehend an war, habe ich den Lift wieder hochgeholt. Leider ist der Lift schon so alt, dass das Lichtsignal nicht immer reibungslos funktioniert. Als das meine Kollegin Ulrike feststellte, haben wir zusätzlich ein Klopfsignal ausgemacht. Wenn die unten fertig ausgeräumt hatten und die Lifttür zu war, hat jemand ans Metall geklopft, und ich wusste, der Lift kann wieder hochgefahren werden. Durch den Verkehrslärm der Straße musste ich mich sehr konzentrieren, das Klopfsignal nicht zu überhören. Es war mühsam, den Knopf zu halten. Aber es war auch sehr nett und schön, da ich an der frischen Luft war und froh war, mithelfen zu können.

 

Aufgrund meines Handicaps hatte ich bei der Packerei wenig Möglichkeiten, mich einzubringen. Deswegen war mir jede Arbeit willkommen, um meine Kollegen zu unterstützen. Die Männer der Umzugsfirma haben mich mit netten Gesten und Kommentaren bei Laune gehalten und mich damit motiviert, dass meine vielleicht etwas eintönige Arbeit langweilig, aber trotzdem unverzichtbar ist.

 

Digitaler Donner

01.06.2021

Von Carmen Fischer


Meine Chefin verdonnerte mich von Anbeginn der Baustellenzeit mit einer Fülle nie dagewesener digitaler Aufträge wie u.a. der Umsetzung dieses digitalen Bautagebuches, einen Blog mit digitalen Wünschen zum Umbau wollte sie haben, auch einen digitalen 360 Grad Rundgang durch unsere Sonderausstellung, einen digitalen Rückblick über eine Vielzahl von Sonderausstellungen zwischen 1998 und 2021, Präsentationen zur digitalen Pressekonferenz, ein digitales Gästebuch, die Darstellung des digitalen Internationalen Museumstages lagen ihr am Herzen und und und… Flyer, Plakate, postalische Einladungen zu Veranstaltungen – alles passé – und das nicht aufgrund der Pandemie, sondern: wegen des Umbaus, also wegen der Baustelle. Unser Haus wird entkernt, wir bleiben hart(näckig) und liefern Ihnen auch in den kommenden 24 Monaten des Umbaus regelmäßig digitale Neuigkeiten, um Sie auf dem Laufenden zu halten. Laufen Sie los, sofern es Ihnen möglich ist und sehen sich unser einzig analoges Schmankerl – die sogenannte „Bauzaunausstellung“ am Museum (Ecke Praterinsel/Kabelsteg) an – so halten Sie sich und wir Sie auf dem Laufenden! Aber auch die „Bauzaunausstellung“ gibt es natürlich DIGITAL!

 

Einpacken der Rollregalanlage

21.05.2021

Von Ulrike Gehrig

 

3 Wochen lang waren wir nun mit dem Einpacken der Rollregalanlage im Bibliotheksmagazin beschäftigt.

Die Buchbestände unserer Alpinbibliothek dürfen als einziges während der Umbauphase hier im Haus verbleiben.

Sie halten sozusagen „die Stellung“ während unserer Abwesenheit und wir sind sehr froh, dass wir diesen sehr großen Bestand nicht in Umzugskartons packen und hin- und herziehen müssen.

 

So hüllten nun unsere Hausmeister Adriano Coppola und Tino Ludwig mit Unterstützung von Deniz Veltri drei Wochen lang die Rollregale mit Plastikfolie ein, schützten die Bücher mit Kartons und stretchten alles dann final ein.

Eine Knochenarbeit, die nur alle 2 Tage zu bewältigen war.

Nun aber sind die Rollregale eingepackt und bleiben im „Dornröschenschlaf“ bis wir sie im Sommer 2023 wieder zum Leben erwecken.

 

Kunst geht auf Reisen

18.05.2021

Von Stephanie Kleidt

 

Am Montag, den 17. Mai war es nun endlich soweit. Gut verpackt wurden unsere 236 Gemälde und die vielen Pakete mit der Grafiksammlung auf ihre Reise ins neue Depot geschickt. Das launische Wetter war uns wohlgesonnen und so konnte alles von der Kunstspedition wohlbehalten angeliefert werden. Wir verfolgten aufmerksam das Ver- und Abladen der Kunstwerke und hakten jedes Stück akribisch auf den vorbereiteten Listen ab.

 

Am Ende stimmte die Buchführung. Wieder war ein wichtiger Teil unsres großen Umzugs geschafft. Im neuen Depot müssen die Gemälde nun noch auf die Gitterwände der Rollregalanlage gehängt werden und die Grafikbestände in ihre Schubladen eingeordnet werden.

 

Umzug der Sachgutsammlung

07.05.2021

Von Ulrike Gehrig

 

Was haben eine Bergtour und ein großer Umzug gemeinsam? Den bangen Blick auf die Wettervorhersagen! Am vergangenen Montag und Dienstag hatten wir Glück. Es war trocken, nicht zu kalt und nicht zu warm. Ideale Voraussetzungen für unseren Umzug der Sachgutsammlung ins neue Depot.

 

Die Gitterboxen und Paletten waren schon seit ein paar Wochen mit Schuhen, Ski, Rucksäcken, Kleidung, Seilen, Kletterhaken, Pickel und vielem mehr gepackt und warteten im Museum auf den Umzug. Auch unsere gewichtigen Hüttenmodelle, die vielen Planschränke und die sehr schwere Turbine aus Eisen fanden dank der kräftigen Möbelpacker den Weg in den Transporter und ins neue Depot. Nun muss dort noch alles eingeräumt und die neuen Standorte in der Datenbank verzeichnet werden.

 

Bauzaunausstellung

05.05.2021

Von Friederike Kaiser

 

Diese Aktion kommt ein Jahr zu spät. Im Mai 2020 wollten wir den Beschluss zum Umbau feiern und gleichzeitig unsere Pläne der Öffentlichkeit bekannt geben. Das hat nicht geklappt. Die von uns so oft beschworene Kommunikation mit unseren Besucher*innen war dahin. Doch jetzt sind wir soweit. Seit Mittwoch letzter Woche hängt die „Bauzaunausstellung“ an der Radel- und Fußgängerkreuzung Kabelsteg/Praterinsel sowie an der Straße vor unserem Haus. Die Planungen für den Umbau sind inzwischen weiter fortgeschritten. So viel Einfluss wie vor einem Jahr können unsere Besucher*innen nicht mehr nehmen. Doch wir versuchen unser Bestes! Die ersten Ermahnungen sind schon da: keine Tischtennisplatte im Garten (ist auf einem der Musterbilder zu sehen), das Haus soll Ort für Erholung und Ruhe bleiben. Beides versprechen wir gerne. Bitte machen Sie weiter!

 

Doch wie kam es zur Bauzaunausstellung in der vorhandenen Form? Vor eineinhalb Jahren, als wir die Ausstellung planten, war es noch völlig selbstverständlich, dass wir eine analoge Form für unsere Besucher*innen wählen. Trotz unserer neuen Übung in digitalen Formen sind wir in diesem Fall dabeigeblieben. Die Stärke unseres Hauses mit seinem genialen Standort auf der Münchner Praterinsel ist auch das sinnliche Erleben des Ortes und der Museumsobjekte. Deshalb wollten wir ganz konventionell am Ort des Museums über den Umbau informieren und auf das neue Haus neugierig machen. Unsere Bilder und Infos haben wir als Plakate ausgedruckt und, wie seit Jahrzehnten an Litfaßsäulen bewährt, mit Tapetenkleister auf Holzplatten angebracht. Das passt zu unserem Konzept, Ausstellungen möglichst materialschonend zu realisieren. Mit den Plakatierungen haben wir das erreicht. Keine energiefressenden und nicht wiederzuverwendende Kunststoff- oder Aluplatten mehr. Doch der Pferdefuß unserer innovativen Ausstellungsgestaltung zeigte sich prompt. Ein paar Tage Dauerregen haben es gezeigt: Das Harz im Holz schlägt durch und die Plakate sind nicht mehr sachlich weiß, sondern hübsch gelb gescheckt. Wir werden wohl ziemlich schnell nachplakatieren müssen.

 

Die neue Rollregalanlage für die Kunst- und Sachgutsammlung steht

04.05.2021

Von Andreas Kaiser

 

Die Archivbestände und die Plakat- und Kartensammlung sind bereits in das neue Außendepot umgezogen. Die Kunst- und Sachgutsammlung wurde in den letzten Wochen für den Umzug vorbereitet. Im neuen Depot werden die Gemälde und Graphiken aus der Kunstsammlung sowie die Objekte – z.B. die Skier, Rucksäcke, Pickel – aus der Sachgutsammlung in einer nagelneuen Regalanlage fachgerecht und mit ausreichend Platz für Zuwachs gelagert werden.

 

Ende April konnte die von der Firma Bruynzeel eingebaute Compactus-Rollregalanlage nach Prüfung durch unsere Fachberaterin Frau Yoshida abgenommen werden. Die Kunstwerke und Objekte des Alpinen Museums können nun umgezogen und eingeräumt werden.“

 

Ortswechsel – die Kunstsammlungen des Alpinen Museums werden auf ihren Umzug vorbereitet

27.04.2021

Von Stephanie Kleidt

 

 

Und es bleibt dabei, wieder wird eifrig gepackt. 236 Gemälde müssen für ihren Umzug in das neue Depot gerüstet werden.

Bevor wir an dies diffizile Geschäft herangehen, haben wir beschlossen, die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen und die gesamte Bildersammlung nochmal professionell durchfotografieren zu lassen. Die Fotos werden in unsere Datenbank eingepflegt und erleichtern uns in Zukunft die Arbeit am Bildschirm, denn auf die originalen Objekte haben wir nach dem Umzug nicht mehr so leicht Zugriff wie bisher.

 

Einige Museumskolleg*innen, die unsere Gemäldesammlung nur selten zu Gesicht bekommen, schauten staunend und interessiert beim Fotografieren zu und konnten sich des einen oder anderen fachkundigen Kommentars nicht enthalten. Hausmeister Tino fand, „das Bild habe doch etwas! Allerdings könne er sich gut noch einen Drachen im Bild vorstellen!“ Sofort wurde er ob seiner Respektlosigkeit vor der ernsthaften Kunst gerügt: „Was ist das denn für ein Geschmack?“

 

Nach Einweisung in die Kunst des Bilderverpackens und dem Anbringen von Schutzstreifen an den empfindlichen Rahmen entwickelten sich unser Hausmeister Adriano und unser treuer Helfer Peter Kreppel zu wahren Verpackungsmeistern. Sorgfältig eingehüllt in ein glattes feines Vlies und Luftpolsterfolie und etikettiert, warten die Gemälde nun auf die Kunstspedition, die sie in ihr neues Zuhause bringen wird. Dort werden sie ihren Platz in einer Rollregalanlage mit Gitterwänden zum Aufhängen finden. Darauf freuen wir uns besonders.

 

Auch die Grafiksammlung harrt schon länger alphabetisch nach Künstlernamen geordnet und so verpackt auf ihren Umzug.

Die Sammlung der Landschaftsaquarelle der Brüder Schlagintweit von ihrer Expedition nach Hochasien und in den Himalaya – ein Herzstück der Grafiksammlung des Alpinen Museums – bekam neue Mappen und auch die überlangen Panoramen liegen transportbereit in einer Spezialmappe.

 

 

Ein Archivar packt aus!

30.03.2021

Von Stefan Ritter

 

Nach der Räumung des alten Archivs waren wir gespannt, ob uns die problemlose Wiederaufstellung des Archives gelingen wird. Haben wir den benötigten Platzbedarf richtig berechnet? Im großen Ausstellungsraum im Alpinen Museum warteten die Bestände mehrere Wochen auf den Weitertransport in das neue Depot. Die Archivregale mussten zunächst im Museum ab- und am neuen Standort aufgebaut werden. Anschließend wurden die ca. 50 Paletten über eine temporäre Rampe aus dem Museum auf LKW verladen und in das neue Endlager gebracht.

 

Da nicht alle Archivschachteln die gleichen Maße hatten, wurden nicht alle Bestände numerisch auf die Paletten verteilt. Zudem konnten wir die Archivboxen nicht vom Regal direkt auf die Paletten verlagern - daher war die Reihenfolge etwas durcheinandergekommen. Zum Glück waren die Palletten aber grob geordnet. Zu Dritt machten wir uns ans Werk. Einer stand am Regal, die anderen versorgten ihn mit Material. Permanent riefen wir uns die nächsten Inventarnummern zu: „Ich habe die 350 – 354! - Hier kommt die 355! - Wo ist die 356? Ich habe nur die 361-364!“. Zahlendreher waren an der Tagesordnung. Immer wieder mussten wir das Einräumen unterbrechen und fehlende Schachteln suchen, manchmal waren wir gezwungen, Lücken zu lassen. Am ersten Tag ging es noch zäh voran. An den nächsten Tagen fanden wir aber unsere Routine und kamen in einen „Flow“. Am 6. Tag waren wir fertig. Nun fehlten nur noch die Filmrollen in den Umzugskartons.

 

Letztlich mussten wir nur wenige Bestände in den Regalen nachrücken und wir hatten keine Kollateralschäden. Der Platz reicht aus – auch für den Nachwuchs. Unsere Archivbestände stehen nun auf einer Ebene, in Reih und Glied, kompakt zusammen. Jetzt muss nur noch in den nächsten Wochen die Rollregalanlage für die Kunst- und Sachgutsammlung eingebaut werden. Dann haben wir endlich den barrierefreien Zugriff auf unsere Bestände.

 

Es ist immer schön, wenn ein Plan aufgeht.

 

Verschaffen Sie sich hier einen Eindruck vom neuen Archiv:

NeuesArchiv 01 [4,4 MB]

 

 

Die Baustellenbeleuchtung ist da!

26.03.2021

Von Monika Frei

 

In den vergangenen Wochen ist in unserem Haus viel ausgeräumt, verpackt, bereitgestellt, an neue Standorte gebracht oder abgeholt worden. So sind auch über zehn Kartons des Buches „Hast du meine Alpen gesehen?“ aus dem Restbestand des Museumsshops ins jüdische Museum nach Hohenems überbracht worden.

Das Haus lichtet sich vom Dachboden bis in den Keller. So war es an der Zeit, wieder mal etwas Neues ins Alpine Museum zu schaffen! Abgesehen davon, dass es eine staubige Angelegenheit war, war es nicht schwer, die Baubeleuchtung für die zukünftige Baustelle, die wir zu zweit in der Tiefgarage der neuen Bundesgeschäftsstelle in der Anni-Albers-Straße abgeholt haben, in einem unserer Kellerräume unterzubringen. In der Anni-Albers-Straße wurde die Baubeleuchtung beim Bau der neuen Geschäftsstelle eingesetzt, ab Juni wird sie nun die Baustelle im Alpinen Museum ausleuchten.

 

„Der erste Skilift im Alpinen Museum“

16.03.2021

Von Max Wagner

 

Jetzt sind sie da, die ersehnten Gitterboxen! Während wir Objekt um Objekt die enge Treppe vom Dachgeschoss heruntergetragen und in fachgerechten Kisten zusammengepackt haben, blieben die sperrigeren Gegenstände zunächst zurück: Rucksäcke, Skier, Pickel, Wanderstöcke etc., allesamt aus verschiedensten Epochen, allesamt mit derselben Ungewissheit, wie sie wohl verpackt und in den Gitterboxen abtransportiert werden können. Und obwohl wir beim Verpacken und Sortieren diverser Steigeisen, Laternen, Kletterutensilien und sogar eines ehemaligen Nachttopfs aus dem Gepatschhaus zahllose Male ins Staunen kamen – etwa, wie schwer die Kletterschlosserei noch vor 70 Jahren gewesen ist oder welchen Ramsch (Stichwort Lebensmittelverpackungen) alles Bergsymbole zieren können – blieb die Spannung erhalten. Jetzt also die Erleichterung: auch die letzten Objekte aus unserem Sachgutdepot werden einen sicheren Weg an ihren neuen Aufbewahrungsort finden. Der erste Skilift in der Geschichte des Alpinen Museums hat sicherlich einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

 

 

....69, 70, 71, 72... Autobahnen eingeweiht!

09.03.2021

Von Ulrike Gehrig

 

Heutzutage ist es üblich, die Fracht auf Euro-Paletten mit Stretchfolie einzuwickeln und sie so zu sichern. Als Umweltschutzverband wollten wir unnötigen Plastikmüll vermeiden. Wir haben unseren Spediteur daher davon überzeugt, die kostbare Fracht „ganz altmodisch“ und ressourcenschonend mit PP-Umreifungsbändern zu befestigen.

Heute war es nun soweit: bevor alle 46 Platten am Montag, 8.03.2021 ins neue Depot umgezogen werden, mussten sie mit jeweils zwei solchen Bändern umwickelt und ganz, ganz, ganz festgezurrt werden.

Als Vorarbeit waren dazu 92 Bänder zu schneiden; wie immer in Teamwork.

Es war, als hätte unsere Kollegin Anna Metzker – Bänderschnitt für Bänderschnitt – an einem Tag 92 Autobahnen feierlich und würdevoll eingeweiht!

 

 

Schadstoffuntersuchungen der Bausubstanz im gesamten Gebäude

08.03.2021

Von Georg Müller, Feil Architekten

 

In seiner bewegten (Bau-)Geschichte hat das Museum bereits mehrere Umbauten zu verschiedenen Zeiten mitgemacht. Besonders bei den letzten größeren Umbauten der 1960er Jahre wurden dabei oftmals Baustoffe verwendet, die nach heutigem Kenntnisstand gesundheitsschädlich sind. Aktuell wird das Gebäude auf eben solche Schadstoffe untersucht, die sich in Form von Fasern oder Zusätzen in den Putzen, Deckenkonstruktionen oder in den Klebestoffen der Bodenbeläge verbergen können - der bekannteste von ihnen: Asbest. Wir hoffen, möglichst nicht fündig zu werden!

 

Wieder ist ein Meilenstein unserer Umzugsplanung geschafft!

03.03.2021

Von Ulrike Gehrig

 

Für unser neues Depot verwenden wir Archivregale, die wir schon im Haus auf der Praterinsel genutzt haben.

Heute wurden all diese Regale, die vom Keller bis ins Dachdepot verteilt aufgestellt waren, abgebaut.

Einige Stunden – und die Arbeit vieler starker Männer – später und schon sind die vorher vollgestellten Räume leer.

 

In den Modezeitschriften gibt es immer die eindrücklichen Vorher-Nachher-Fotos.

Da können wir doch jetzt glatt mithalten!

 

Verpacken der antiquarischen Rarabestände

02.03.2021

Von Eva Maria Eisenreich

 

Den wertvollen Inhalt der Stahlschränke im Bibliotheksmagazin zu verpacken, war eine besondere Herausforderung. Die Bücher in diesen Schränken sind meist mehr als hundert Jahre alt, einige wenige sogar schon über 400 Jahre! Sie sind aufgrund ihres Alters sehr empfindlich und auch nicht ausleihbar, sondern können nur im Lesesaal, unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen eingesehen werden. Diese Schätze mussten mit besonderer Sorgfalt aus ihrem sicheren Aufbewahrungsort im Magazin herausgeholt und verpackt werden.

 

Der Umzug hat uns dabei auch eine gute Gelegenheit geboten, den Zustand der Bücher zu überprüfen, die seit Jahren von niemanden mehr in die Hand genommen wurden. An manchen hat der Zahn der Zeit schon ziemlich genagt. Die leichten oder manchmal auch schwereren Spuren der Zeit, machen gerade den Zauber von antiquarischen Büchern aus. Sie sind in ihrem langen Leben durch viele Hände gegangen, wurden gelesen und nicht immer sorgfältig behandelt, was man ihnen nun ansieht. Wirklich reparaturbedürftig sind aber, dank der guten Lagerstätte, nur ganz wenige. Wenn ein Buch auffallend angegriffen aussieht, wird es extra gelagert, um von einem Buchrestaurator restauriert zu werden.

 

Die Rarabücher bekommen nun einen neuen Standort bei den Archivbeständen, wo sie wieder in ihre bewährten Stahlschränke zurückgeräumt werden, um unbeschadet noch möglichst viele Jahre für die Nachwelt erhalten zu bleiben.

 

Die Materialien wandern weiter

17.02.2021

Von Sylvia Fritsch

 

Schon lange hören wir keine Kinderstimmen mehr in unserem Garten oder in den Räumen des Museums, die immer bis in unsere Büros gedrungen sind. Auch kein Klappern mehr, wenn die ins Museum gerollte Materialkiste geöffnet wurde, um alte Ausrüstungen fürs Bergsteigen und Klettern zu entdecken, sie anzufassen oder auszuprobieren. Es sitzen nicht an die 30 Schüler*innen im Sektionenraum, um ihre Isarkiesel-Schätze zu bestimmen, die sie nach drei Stunden bei uns und an der Isar schließlich mit nach Hause nehmen werden.

In unseren Schränken, Kammern und Regalen waren viele Materialien zum Basteln, Entdecken, Kennenlernen oder Ausprobieren verstaut. Jetzt wandern sie weiter. 

 

Die Leih-Kletterschuhe aus dem Kurs „Abenteuer Boulderstein“ haben bereits eine neue Heimat im Kletterstadl der Sektion Leitzachtal gefunden.

 

Schmucksteine, Federn usw. hat in der letzten Woche eine Dozentin mitgenommen, die während der Bauzeit rund um das Gelände des Alpinen Museums bei Familienführungen Märchen und Geschichten von der Isar und von der Praterinsel erzählen wird. Das geologische Handwerkszeug wie Hammer und Lupe zur Bearbeitung der Isarkiesel nehmen die Geologinnen zu sich. Denn beide hoffen, dass irgendwann wieder kleine oder größere Gruppen und Klassen an die Isar gehen dürfen. Auch wenn das Museum umgebaut wird - spannende Exkursionen im Freien sollen weiter stattfinden!

 

Die Große Leere

08.02.2021

Von Sandra Tesauro

 

Das Umzugsfieber hat nun auch die Bibliothek gepackt. So wie sich die momentan als Lager genutzten Flächen im Museum füllen, so leeren sich hier zeitgleich die Räume.

Sessel und Cafétischchen sind weggeräumt, die Computer ausgestöpselt, die Regale teilweise abgebaut und die Bücher aus dem wissenschaftlichen Lesesaal bereits komplett in Kartons verpackt.

Wo im November unsere Leser*innen noch in den neuesten Zeitschriften oder Berg-Biographien stöbern konnten, sind nunmehr nur noch leere, weiße Wände zu bewundern.

Wo früher die DAV-Karten zur Tourenvorbereitung einluden, stapeln sich nun Umzugskartons und Packmaterial.

Und wo man in großen Regalen Bildbände vorfand, um in der Welt der Berge zu schwelgen, blickt man nun in 2x8 leere Regalvierecke.

Dafür stapeln sich im Museum die Bücherkartons und Paletten, wo vorher die 150-jährige Geschichte des Alpenvereins die Besucher*innen zum Erfahren und Erleben einlud.

Und so packen wir noch eine ganze Weile munter weiter, bleiben im Fluss und machen Platz für die Baustelle.

 

Das Archiv zieht um

05.02.2021

Von Stefan Ritter

 

Nachdem ich vor 16 Jahren meine Arbeit im Archiv des DAV im Alpinen Museum in München auf der Praterinsel begonnen hatte, haben wir auf den Tag genau am 01.02.2021 mit der Auslagerung unseres Archivs in unser neues Depot begonnen. In den letzten Wochen bin ich mit Wehmut durch unsere alten Archivräume gegangen und habe den Umzug vorbereitet. Manche Bestände haben mich in dieser Zeit fast täglich begleitet, andere dämmerten nach ihrer Einlagerung bis heute unberührt vor sich hin. Im Winter fühlte man sich in den unbeheizten Archivräumen bei stundenlangen Bildrecherchen den Expeditionsteilnehmern besonders nahe. Habe ich nichts vergessen? Welche Überraschungen werden mich hinter den Regalen erwarten? Funktioniert unser Plan zum reibungslosen Wiederaufbau des Archivs?

 

Unser Räumkommando bestand aus drei Teams. Das erste Team räumte die Bestände nach festgelegten Plänen für den Wiederaufbau aus den Regalen und der „Kurier“ fuhr diese aus dem zweiten Stock ins Zwischenlager im großen Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Alpinen Museums. Dort verlud das dritte Team die Bestände auf Paletten und verzeichnete diese für den Wiederaufbau. Von dort werden diese dann per Spedition in den nächsten Wochen in unser neues Depot transportiert. Wir kamen relativ zügig voran. Schnell füllte sich der alte Ausstellungsraum. Am Ende des zweiten Tages hatten wir Zweifel, ob der Platz und die Anzahl der Paletten ausreichen würden. Nach drei Tagen hatten wir es endlich geschafft. Wir hatten genug Paletten und der Platz hat gereicht, allerdings konnten wir nur noch die notwendigen Verkehrswege offenhalten. Böse Überraschungen gab es zum Glück keine. Jedoch bin ich beim Ausräumen über vergessene Bestände gestolpert, die meine Neugierde geweckt haben. Ich freue mich darauf, sie im neuen Depot zu entdecken.

 

Die alten Archivräume, die stets abgedunkelt waren, bieten nun einen ungewöhnlichen Anblick: Leere, sonnendurchflutete Räume, in denen sich lediglich die Stahlskelette der Regale befinden. Das Museum hat sich dagegen in eine riesige Lagerfläche verwandelt - fast wie bei Indiana Jones. Das gesamte Archiv des DAV im Alpinen Museum - 47 Paletten und ca. 100 Umzugskartons - wartet nun auf den Weitertransport und seine Lagerung im neuen Depot. Wir freuen uns in ca. vier Wochen auf eine neue Herausforderung: Die Wiederaufstellung des Archivs. Geht der Plan auf?

 

Das große Packen

04.02.2021

Von Ulrike Gehrig

 

In diesen Tagen stehen, laufen und sitzen (letzteres eher weniger) wir immer wieder ungläubig hier im Alpinen Museum: ist es wirklich wahr? Nach all der Zeit des Bangens, ob der Umbau wirklich kommt, nach den vielen Monaten der Planung: hat der Umzug nun wirklich begonnen? Ja, es geht los, DAS GROSSE PACKEN.

 

Fünf große Umzugseinheiten haben wir zu bewältigen:

  • die Bibliotheksbestände bleiben teilweise hier im Depot und müssen dazu „schmutzdicht“ eingepackt werden. Christo wäre begeistert von unserer genialen VerhüllungsART. Der Rest der Bestände wandert mit in unsere Zwischenheimat, in die Räume der Bundesgeschäftsstelle in der Von-Kahr-Straße. Rund 250 Bücherkartons werden es zum Schluss wohl sein.
  • der gesamte Archivbestand, bestehend aus rund 2500 Archivkartons, Plakaten, Filmrollen samt Regalen, zieht um in unser neues Depot. Jeder einzelne dieser 2500 Kartons wird aus dem Regal gehoben, mit dem Aufzug ins Erdgeschoss gefahren und dort dann per Hand auf Paletten gelegt. Rund 60 Paletten werden es zum Schluss sein.
  • unsere Sachgutsammlung (Ausrüstung, Hüttenmodelle, Abzeichen, Geschirr etc.) wird in 30 Gitterboxpaletten verpackt und kommt dann auch dauerhaft in unser neues Depot.
  • die Grafik- und Kunstsammlung findet dann zum Schluss ihren Weg ins neue Depot
  • am Ende ziehen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unseren Büros und all dem, was zwischengelagert werden muss, in die Räume der Bundesgeschäftsstelle in der Von-Kahr-Straße.

Das heißt für uns in den kommenden Wochen:

 

umPACKEN - einPACKEN - anPACKEN - zusammenPACKEN - zuPACKEN - wegPACKEN - ausPACKEN

 

PACKEN wir das?

 

Ich bin guter Dinge, dass wir das große PACKEN im Team meistern werden!

 

Und PACKEND finden wir diese Herausforderung allemal!

 

Die Teilbaugenehmigung für den Umbau ist da!

03.02.2021

Von Andreas Kaiser

 

Der geplante Umbau des Alpinen Museums beschäftigt uns seit mehreren Jahren. Konkret begannen Architekt und Fachplaner ab 2019 mit den ersten Entwürfen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir ständig mit verschiedenen städtischen Behörden und Abteilungen in Kontakt, um möglichst einvernehmlich alle genehmigungsrechtlichen Aspekte, zum Beispiel zu Fragen des Denkmalschutzes am und im Gebäude, in der Planung zu berücksichtigen und Lösungen zu finden.

 

Ein wichtiger Schritt in der Bauplanung war das Einreichen der Entwurfsplanung und das Stellen des Bauantrags Mitte 2020 an die Lokalbaukommission der Stadt München. Nach weiteren Abstimmungsrunden und Gesprächen haben wir nun die Teilbaugenehmigung für den Umbau des Gebäudes erhalten, ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Umbau!

 

Die Bändigung der Bergstiefel

28.01.2021

Von Anton Böhm

 

Der Umbau machte sich für mich gleich am Anfang meines Praktikums bemerkbar. Zusammen mit den Hausmeistern Adriano und Tino und dem Mini-Jobber Peter baute ich die „150-Jahre DAV“-Ausstellung ab und das in einem ganz schön schnellen Tempo. Stück für Stück wanderten die Bilder in die Mappen zurück, die Wände wurden leer und die Vitrinen auch. Ein Objekt nach dem anderen, mal leichter, mal schwerer, wurde aus den Räumen des Alpinen Museums getragen. Die Kollegen aus Innsbruck halfen uns bei einem besonders schweren Exemplar. Das zentnerschwere Modell des Matterhorns musste akribisch aus dem Fenster gehievt werden. Dass wir nur einen Zentimeter Spiel auf beiden Seiten hatten, machte es uns nicht einfacher. Aber auch dieses Kunststück gelang uns und wir wurden mit guten Tiroler Krapfen belohnt.

 

Während das Museum nun immer leerer und karger wirkte, füllte sich der Seminarraum mit allen Objekten, die noch inventarisiert werden mussten, bevor sie vorerst ins Depot verschwinden konnten. Eine lange Foto-Session begann. Von Expeditionsschuhen über Manschettenknöpfe bis zu meterlangen Skilatten landete so einiges vor meiner Linse. Zusammen mit der Ausstellungskuratorin und Restauratorin Stephanie Kleidt machten wir alles fit für die Regale im Sachgutdepot, welche langsam so voll waren, dass wir einige Bergschuhe in frische Schuhkartons packten, um Platz für Neues zu schaffen. Eine kurze Inspektion der Schuhe zeigte: Die Vernachlässigung der meisten Schuhbänder war groß. Deshalb sorgten wir uns um eine vorbildliche Schnürung, zur Not mit roten, blauen oder gelben Fäden, die so manches aus den alten, braunen Bergtretern rausholten. Das brüchige Plastik der Skischuhe aus den 80er-Jahren konnte uns genauso wenig aufhalten wie die 50 Zentimeter hohen Winterstiefel mit genauso langen Schuhbändern. Das Zurechtrücken der hartgewordenen Lederlaschen wurde begleitet von leisen Flüchen und freudigen Glückwünschen nach erfolgreicher „Bändigung“.

 

Ausgestopft und in Form gebracht mit Seidenpapier machten die meisten Schuhe wieder einen standhaften Eindruck und wir konnten uns den anderen großen und kleinen Objekten zuwenden. Rucksäcke, Brotzeitdosen und Thermosflaschen waren dann doch die hübscheren Dinge des Archivierungsalltags, wenngleich sie wohl nicht dieselben spannenden Transformationen hinlegten.

 

Es geht los

27.01.2021

Von Friederike Kaiser

 

Seit Jahren sitzen wir jetzt an diesem Projekt. Erste Ideen, Studierendenentwürfe, Architektenauswahl, der Brocken Finanzierung, irgendwas fehlt immer. Für uns alle und für mich als Museumsleiterin eine ständige Herausforderung. Und jetzt habe ich das erste Mal das Gefühl, dass es wirklich losgeht. Was war der Auslöser? Die leergeräumten Museumsräume, das unendliche Verräumen der Objekte unserer letzten Ausstellung oder die ersten gepackten Kisten. Keine Ahnung. Jetzt ist der Umbau jedenfalls da.

 

Unser Bautagebuch wollen wir die nächsten Monate bis zur Wiedereröffnung führen. Wir haben besprochen, das im Team zu machen. Also wir zwölf Kolleginnen und Kollegen im DAV-Geschäftsbereich Kultur abwechselnd und zusätzlich Gäste, die wir um Beiträge bitten. Es sind jetzt schon so viele Personen am Umbau beteiligt oder haben ihn in irgendeiner Weise unterstützt, dass das hier vielleicht ein ganz offenes Format wird. Das würde mich jedenfalls sehr freuen.

 

Als ersten habe ich Anton Böhm gebeten zu erzählen, was er macht. Der Böhm-Toni, Ethnologiestudent und Skilehrer aus Bad Tölz, ist seit Ende November Praktikant bei uns im Haus.

 

Digitales Gästebuch

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  Hier finden Sie die Kommentare, die Sie uns zum Museumsumbau geschrieben haben. Die Einträge aktualisieren wir regelmäßig.   Gerne veröffentlichen wir auch Ihren Kommentar (Email an: alpines.museum@alpenverein.de/Stichwort: Museumsumbau).   "Kleinere Fenster - im historischen Grundgerüst wirken die proportional zu groß"   "Liz und Ludwig gefällt es sehr. Größere Fenster = viel Licht. Gut wäre ein Springbrunnen im Garten!"   "Sportgeräte!! Zum Beispiel eine Klimmzugstange, ein Barren, weicher Boden (z.B. Tartan oder Rasen) und Blumen für die Bienen"   "Kletterfelsen bitte stehen lassen!"   "Trampolin (im Boden versenkt)"   "Warum nutzt man nicht die Chance und stellt den Bauzustand von 1908 wieder her? Mit den schönen Kupferhauben und der Rustizierung und dem Bauschmuck/Ornament."   "Das Innere erinnert an Klinikaufenthalt! Schaut greißlig aus!!"   "Man darf auch mal was Neues bauen und nicht immer nur das Alte von 1908 bewahren!" "Ein Raum für Poesie wäre willkommen" "Blumen, Brunnen" "Seilbahn bauen wäre cool" "Außenbereich vom Café mit Liegestühlen unbedingt erhalten" "Der Garten hatte seinen ganz eigenen Zauber. Der scheint nun verloren." "Klimakapsel"   "3-D-Kino"   "Alpenmodell"   "Keinen Zaun, besonders zur Isar hin"   "Freier Eintritt" "Geschichte zur Flößerei sichtbar machen, Praterinsel war einst Europas größter Floßhafen"   "ein gutes, bequemes WC-Häuschen" "Bau aus recyceltem Material" "Barrierefreier Zugang" "Kein Kaffee im Pappbecher" "Müll vermeiden" "Liegestühle zum Selbstaufstellen"   Vielen Dank all unseren "digitalen Gästen"! Ihr Museumsteam