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Auftakt der Wettkampfsaison: Bühne frei für das spannendste Kletterjahr aller Zeiten

13.04.2021, 14:13 Uhr

In diesem Jahr finden die Olympischen Sommerspiele in Tokio statt, und erstmals wird auch das Sportklettern mit von der Partie sein. Vom 3. bis 6. August geht es in der Vertikalen rund, wenn sich die Weltbesten in den Disziplinen Speed, Bouldern und Lead messen. Aber auch vor dem olympischen Spektakel wird es nicht langweilig – die diesjährige Klettersaison strotzt nur so vor nationalen und internationalen Weltklasse-Events.

Boulderweltcup in Meiringen - der lang ersehnte Startschuss

Es ist der Auftakt des Kletterjahres. Der Boulderweltcup im schweizerischen Meiringen bietet am 16. und 17. April dieses Jahres wieder die erste wichtige Möglichkeit für die Kletter-Elite, ihr Können auf den Prüfstand zu stellen. Das lässt sich das deutsche Team nicht entgehen und reist mit einer hochkarätigen Besetzung an. Vom Deutschen Alpenverein gehen fünf Damen und sechs Herren an den Start: Mit dabei sind Alma Bestvater (DAV Weimar), Afra Hönig (DAV Landshut), Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg), Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln), Mona Kellner (DAV Freising), Yannik Flohe (DAV Aachen), Christoph Schweiger (DAV Ringsee), Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten), Max Kleesattel (DAV Schwäbisch Gmünd), und natürlich die beiden Olympioniken Alex Megos (DAV Erlangen) und Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main).

 

Das DAV-Team trifft im Haslital auf eine harte Konkurrenz: Die Herren bekommen es mit Superstar Adam Ondra (CZE), Jakob Schubert (AUT), Keita Watabe (JPN), und vielen weiteren Profis zu tun. Dem Publikum an den Bildschirmen wird einiges geboten: Von den 20 für Tokio qualifizierten Athleten starten immerhin 12. Bei den Damen ist das Line-Up ebenfalls äußerst hochkarätig: Die Slowenin Janja Garnbret wird an die Griffe gehen, genauso wie Fanny Gibert (FRA) und Julia Chanourdie (FRA), Chloe Caulier (BEL), Stasa Gejo (SRB), Jessy Pilz (AUT) und die beiden Japanerinnen Miho Nonaka und Akiyo Noguchi. Insgesamt 11 Olympionikinnen sind in Meiringen zu sehen. Der Wettkampf wird ohne Publikum vor Ort und unter strengen Corona-Auflagen stattfinden.

 

Noch nie waren die Wettkämpfe spannender

Nach einer Corona-bedingt abgespeckten Wettkampfsaison 2020 kommen dieses Jahr hoffentlich wieder alle Kletter-Begeisterten etwas mehr auf ihre Kosten. Wie gewohnt buhlen die stärksten Kletterinnen und Kletterer bei den weltweit stattfindenden Events um die begehrten IFSC Weltcup-Plätze. Das wird auch Zeit: Die Spannung und die Aufregung wachsen, denn seit einem Jahr fehlt den Teilnehmenden jeglicher internationale Vergleich. Der leitende Bundestrainer Urs Stöcker: „Man weiß schlicht nicht, wo man steht. Das erste Aufeinandertreffen legt jetzt alles offen.“ Wie ist es also um die Welt-Elite beschaffen? Diese Frage gilt es dringend zu klären – besonders im Hinblick auf die Spiele, die am Horizont bereits deutlich sichtbar sind.

 

Das Jahres-Highlight: Die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio

Vom 23. Juli bis 8. August findet das große Spektakel statt, auf das alle gewartet haben: Die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio. Das Sportklettern ist für die Tage vom 3. bis 6. August angesetzt und wird im Combined-Format ausgetragen. Über Sieg oder Niederlage entscheidet damit eine Sammelwertung aus den Disziplinen Speed, Bouldern und Lead. Eigens dafür gibt es eine brandneue, temporäre Wettkampfstätte, die den Anforderungen der Sportart mehr als gerecht wird. Die olympische Sportbühne im „Aomi Urban Sports Park“ besteht aus drei Teilen – jeder Kletter-Spielart ist dabei ein eigener Wandbereich gewidmet.

 

Insgesamt werden je 20 Damen und 20 Herren in Japan an die Griffe gehen. Deutschland schickt zwei längst erprobte Kaderathleten: Alex Megos und Jan Hojer. Megos kletterte nicht nur eine der schwersten Fels-Kletterrouten der Welt, auch an den künstlichen Griffen bewies der gebürtige Franke, dass immer mit ihm zu rechnen ist. Immerhin landete er in seiner Paradedisziplin, dem Lead, schon mehrfach auf dem Weltcup-Treppchen. Doch auch im Bouldern durfte er sich bereits Vize-Europameister nennen. Sein Teamkollege Jan Hojer steht dem in nichts nach. Sechs Weltcupsiege, Gesamt-Weltcupsieger 2014 und der Europameisterschaftstitel 2017 – Hojer gehört im Boulder-Sport zur absoluten Weltspitze. Seine Qualitäten im Speed und Lead konnte der 29-Jährige dann spätestens in den Deutschen Meisterschaften 2019 unter Beweis stellen, wo er sich jeweils den ersten Platz und den Olympic-Combined Sieg sicherte.

 

Doch auch die internationale Konkurrenz sendet nur die Créme de la Créme. Zu den nach Japan reisenden Superstars gehören zum Beispiel Adam Onda (CZE), Jakob Schubert (AUT) und Tomoa Narasaki (JPN) bei den Herren sowie Janja Garnbret (SLO), Shauna Coxsey (GBR) und Akiyo Noguchi (JPN) bei den Damen. Anwärter für die Spitzenpositionen finden sich allerdings im gesamten Feld der Startenden. Am Ende gibt es aber nur je eine Goldmedaille zu gewinnen – wer wird das Rennen für sich entscheiden können?

 

Climb to Tokyo – die Olympia-Kampagne des Alpenvereins

Mit seiner Kampagne „climbtotokyo“ hält der Deutsche Alpenverein Kletter-Interessierte bis zu den Olympischen Spielen im Juli und August auf dem Laufenden. Natürlich mit ständiger Berichterstattung über die eigenen Kanäle, aber auch mit einem besonderen Highlight: Es wird eine Video-Serie rund um das Thema Olympia geben, dabei wird neben dem Spitzensport aber auch der Breitensport eine Rolle spielen. Spannende Interviews mit Bundestrainer Urs Stöcker und Olympionik Alex Megos sind darin genauso zu sehen wie exklusive Blicke hinter die Wettkampfkulissen: Was ist das Besondere an Olympia? Wie funktionieren die Wettkämpfe? Und wie schlägt sich ein Amateur im Vergleich zu den Profis? Dazu stehen aber auch praktische Tipps auf dem Programm, um das eigene Klettern zu verbessern und sicherer zu gestalten.

 

Das erste Video der Reihe ist schon sowohl im Youtube-Kanal, als auch im Instagram-Profil des Deutschen Alpenvereins zu finden.

 

Aktuelles rund um die Olympischen Spiele gibt es auf alpenverein.de/Climb-to-Tokyo

 

Der Olympia Countdown – mit Markus Grübl und Urs Stöcker

 

Nationale Highlights 2021

Auch die heimische Bühne kommt dieses Jahr nicht zu kurz. Wie immer werden natürlich die deutschen Meistertitel im Bouldern, Lead und Speed vergeben. Höhepunkt der diesjährigen Saison bilden Die Finals, die vom 3. bis 6. Juni in der Sportmetropole Berlin und der Metropolregion Rhein-Ruhr stattfinden. 20 Sportarten werden bei diesem Multisport-Event ihre Deutschen Meisterschaften austragen, und Klettern ist mit Bouldern und Speed dabei. Das große Event wird von ARD und ZDF übertragen.

 

Doch nicht nur die Senioren und Seniorinnen dürfen ran: Neben den sechs Deutschen Jugendcups, findet auch der European Youth Cup Speed in Deutschland statt. Ausrichter der Veranstaltung ist in diesem Jahr der Deutsche Alpenverein. Der Nachwuchs hat also jede Möglichkeit zu zeigen, wie motiviert er ist – schließlich wirft ja auch schon Paris 2024 seinen olympischen Schatten voraus. 

 

Zum Umgang mit der Pandemie-Situation sagt Dr. Wolfgang Wabel, Geschäftsbereichsleiter Bergsport im DAV: "Auch für die Saison 2021 ist für uns die Gesundheit und Sicherheit der Teilnehmenden das Wichtigste. Mit gut durchgedachten und strengen Hygienekonzepten für Wettkämpfe und Trainings werden wir unserer Verantwortung gerecht. Bisher hatten wir daher auch noch keine positiven Fälle und hoffen, dass dies so bleibt. Für die beiden Olympiateilnehmer Jan Hojer und Alex Megos wünsche ich das Beste und grundsätzlich allen Athleteninnen und Athleten eine erfolgreiche und gesunde Saison!"

 

Weitere Infos

 

Alexander Megos

Olympia-Teilnehmer

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Alexander Megos von der Sektion Erlangen ist einer von zwei Athleten, die sich für die Olympischen Spiele 2021 in Tokyo, Japan, qualifizieren konnten. Mit der Kampagne #climbtotokyo begleitet der DAV das deutsche Team auf seinem Weg nach Tokyo. Name Alexander Megos Jahrgang 1993 Wohnort Erlangen DAV-Sektion Erlangen  

Jan Hojer

Olympia-Teilnehmer

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Jan Hojer von der Sektion Frankfurt am Main ist einer von zwei Athleten, die sich für Tokyo 2021 qualifiziert haben. Mit der Kampagne #climbtotokyo begleitet der DAV das deutsche Team auf seinem Weg nach Tokyo. Name Jan Hojer Jahrgang 1992 Wohnort Frechen DAV-Sektion Frankfurt am Main  

Lexikon des Wettkampfkletterns

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Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z 

Was ist Olympic Combined?

Das neue Wettkampfformat

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Im Sommer 2016 beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme von Sportklettern in das Olympische Programm. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 wird die Premiere stattfinden. Der Wettkampfmodus für Tokio ist ein neu geschaffenes Kombinationsformat, das Olympic Combined, das sich aus den drei Disziplinen Lead, Bouldern und Speed zusammensetzt. Der Wettkampf bei Olympic Combined läuft über zwei Runden: Qualifikation und Finale, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Jede Athletin und jeder Athlet muss in allen drei Disziplinen starten. Die Abfolge ist festgelegt: Begonnen wird mit Speed, danach kommt Bouldern und als letzte Disziplin Lead.   Die Ergebnisse aus der Qualifikationsrunde werden multipliziert und daraus ein Ranking erstellt. Kletterer A hat beispielsweise in den drei Disziplinen die Platzierungen 2, 5 und 10, die multipliziert eine Punktezahl von 100 ergeben. Kletterer B landet in allen drei Disziplinen auf Platz 6 und erhält 216 Punkte. Kletterer A hat weniger Punkte, landet in der Gesamtwertung also vor Kletterer B und hat bessere Chancen, ins Finale einzuziehen. Die acht Athleten mit der niedrigsten Punktezahl werden dort starten. Im Finale werden die drei Disziplinen mit kurzer Pause direkt hintereinander geklettert. 

Was ist Bouldern?

Die Sportart als Wettkampf

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Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.