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DAV appelliert: Keine Bergtouren, aber in Bewegung bleiben!

20.03.2020, 09:34 Uhr

Die Corona-Krise spitzt sich immer weiter zu, das öffentliche Leben wird immer mehr eingeschränkt. Das betrifft natürlich auch den Bergsport.

DAV-Präsident Josef Klenner appelliert an die Bergsportgemeinde: „Bitte gehen Sie in der momentanen Situation nicht in die Berge – und unternehmen Sie insbesondere keine schwierigen und langen Touren!“ Es gehe darum, so Klenner, alpine Notfälle zu verhindern und dadurch sowohl das Rettungswesen als auch das medizinische System zu entlasten. „Ich bin mir sicher, dass die Bergsportlerinnen und Bergsportler dieses Zeichen der Solidarität gerne setzen!“

 

Das medizinische System entlasten

Bei einem Großteil der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise geht es um die Reduzierung der sozialen Kontakte mit dem Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Eine Bergtour steht diesem Ziel zunächst nicht entgegen, solange man alleine oder nur innerhalb der jeweiligen häuslichen Gemeinschaften unterwegs ist. Allerdings birgt der Bergsport gewisse Risiken – so wie alle anderen Sportarten auch. Notfalleinsätze sind also nicht ausgeschlossen. Das Rettungspersonal und die medizinischen Fachkräfte werden derzeit aber dringend an anderer Stelle gebraucht. Insofern ist es eine Frage der Solidarität, derzeit auf Bergsportaktivitäten zu verzichten.

 

Hütten sind geschlossen

Die Alpenvereinshütten in Österreich, Südtirol und Italien sind bereits seit einigen Tagen bzw. Wochen geschlossen. In Deutschland ziehen die Wirte jetzt auch nach und schließen ihre Bergunterkünfte. Damit folgen sie einem Erlass, den die bayerische Staatsregierung am 17. März verfügt hat. Demnach dürfen gastronomische Betriebe in Bayern keine touristisch motivierten Übernachtungen mehr anbieten.

 

Klettern und Bouldern

Kletterhallen sind inzwischen flächendeckend geschlossen. Es liegt nun freilich nahe, dass viele Aktive an die Kletterfelsen in den Mittelgebirgen ausweichen. Wie bei den Bergtouren lautet der Appell des DAV allerdings: Bitte geht nicht klettern! Dies aus zwei Gründen: Einmal, weil auch Klettern das Risiko für Unfälle birgt, siehe Bergtouren. Und zum anderen, weil an den Felsen die Infektionsgefahr steigt: Im angehenden Frühling drängen sich die Kletterinnen und Kletterer an den sonnigen Felsen – und das umso mehr, weil eben die Hallen geschlossen sind.

 

In Bewegung bleiben

Bergsport im engeren Sinne ist also derzeit wenig empfehlenswert. Durchaus sinnvoll ist es hingegen, in Bewegung zu bleiben. Das kann ein Spaziergang im Wald um die Ecke sein, vielleicht auch eine leichte Wanderung am nahe gelegenen Hügel oder eine Joggingrunde im Park. Wichtig ist dabei nur, soziale Kontakte über die häusliche Gemeinschaft hinaus zu vermeiden. „An die frische Luft gehen ist wichtig, um gesund und fit zu bleiben“ sagt Josef Klenner und schaut dabei auch in die Zukunft. „Die Zeit der Bergtouren wird wieder kommen.“