logo-dav-116x55px

Was machen Hüttenwirte im Winter?

08.05.2019, 08:38 Uhr

Wirtsleute sind oft so leidenschaftlich in ihrer Arbeit, dass man sie sich kaum in einem anderen Beruf vorstellen kann. Aber was machen sie eigentlich, wenn die Hütten geschlossen sind und die Winterpause da ist? Hier stellen wir kurz und bündig verschiedene Berufe der Wirtsleute vor.

Monika & Georg: Barmer Hütte (2.610m)

Monika ist seit kurzem Wirtin der hochgelegenen Barmer Hütte in der Rieserfernergruppe. Ihre Leidenschaft zur Arbeit in den Bergen ist so groß, dass es sie auch im Winter auf die Hütte zieht – zwar nicht auf die Barmer Hütte, dafür auf eine andere. Dort ist sie bereits seit zehn Jahren beschäftigt und auch der Wunsch nach einer eigenen Hütte ist dort entstanden. „Dadurch dass ich auf einer anderen Hütte arbeite, lerne ich viel für meine eigene dazu. Mir macht es einfach Spaß, die Berge sind meine Welt.“ Ihr Mann Georg ist Holzbildhauer. In der Winterpause hängt sein Herz an der Kunst. Wobei er nicht nur Holz bearbeitet, sondern auch Schnee und Eis zu wundervollen Figuren formt.

 

Josef: Hohenzollernhaus (2.123m)

Josef hat bereits drei Sommer als Wirt auf dem Hohenzollernhaus in den Ötztaler Alpen verbracht.  Wenn die Hüttenzeit vorbei ist und in Tirol die Skisaison beginnt, geht es für Josef auf die Piste. Nicht etwa um Ski zu fahren, sondern um verletzten Menschen zu helfen. Josef ist nämlich bei der Pistenrettung und hat dort alle Hände voll zu tun. Auf die Frage, ob seine zwei Berufe etwas gemein haben meint er: „Ich erlebe im Winter einiges was auch im Sommer, oben auf einer Berghütte, nützlich sein kann – wenn sich jemand verletzt, weiß ich genau was zu tun ist.“ Einen wirklichen Favoriten wollte er aber nicht benennen: „Auf der Hütte bin ich sowieso gern und im Winter ist die Pistenrettung ein guter Ausgleich. Mir macht beides Freude.“

 

Mirjam: Württemberger Haus (2.220m)

Mirjam ist seit 2008 auf dem Württemberger Haus. Die auf 2.220m Seeöhe gelegene Hütte in den Lechtaler Alpen bewirtschaftet sie im Sommer mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und einigen Mitarbeitern. Im Winter, wenn die Hütte ruht, ist Mirijam bei einem Lebensmittelhändler als Verkäuferin tätig. Bevor sie sich entschlossen hat im Winter arbeiten zu gehen, ist sie in dieser Jahreszeit zu Hause geblieben: „Dadurch dass du auf der Hütte Chefin bist, kennst du nur mehr diese Sichtweise. Als ich dann angefangen habe woanders zu arbeiten, konnte ich mich wieder besser in die Lage des Mitarbeiters versetzen, was mir für die Rolle als Chefin einen großen Vorteil gebracht hat.“ Mirijam ist mit ihrer erst kürzlich angetretenen Arbeitsstelle  „sehr zufrieden“ und freut sich auch wieder auf die nächste Saison, hoch oben in den Lechtaler Alpen.

 

Katharina: Olpererhütte (2.389m)

Katharina ist nicht nur leidenschaftliche Hüttenwirtin auf der Olpererhütte in den Zillertalern sondern auch Extrembergsteigern. Erst kürzlich zurückgekehrt, hat sie den 6.440m hohen Cholatse erklommen – einen sehr anspruchsvollen und technisch schwierigen Gipfel in Nepal. Bald, wenn die Wintersaison wieder losgeht, betreibt sie auch noch eine Skiunterkunft in Tirol. Vor allem die positiven Erfahrungen mit Gästen im Sommer wie auch im Winter geben ihr Kraft für diese Arbeit und „Selbständig-Sein hat natürlich auch seine Vorteile“, wie sie meint. „Man muss aber auch die Nachteile erwähnen, denn speziell Kleinunternehmer haben es heutzutage schwer. In Tirol gibt es viele kleine Betriebe die nicht mehr weitermachen wollen, weil es sich nicht mehr rentiert. Es gibt zu viele Auflagen, die Lohnnebenkosten sind enorm.“ Sie rät die Ziele nicht zu hoch zu stecken: „Wenn die Saison nicht gut läuft ist das eben so, man muss dann einfach weitermachen.“

 

Martin: Starkenburger Hütte (2.237m)

Martin ist bereits langjähriger Wirt der Starkenburger Hütte überm Stubaital. In der kalten Jahreszeit arbeitet er vor allem mit Kindern zusammen – Martin ist Langlauftrainer. „Wir sind selbst gerne am Langlaufen und am Skitourengehen, da bietet es sich an das Langlauftraining für Kinder zu machen“ meint er und erzählt außerdem, dass er vorher die Jugend der Skimittelschule Neustift (Schule mit Leistungsschwerpunkt Ski- und Snowboardfahren) trainiert hat. Nun aber geht er es „etwas ruhiger an“. Die Idealbedingungen zum Langlaufen gibt es vom Dezember bis März, sofern es genügend schneit. Zusätzlich zum Langlaufberuf, fährt Martin auch gelegentlich beim Hotel eines Familienmitglieds mit dem Shuttle. Aber nach der stressigen Hüttensaison „haben wir erstmal entspannt, das braucht es“.

 

Saisonarbeit auf Alpenvereinshütten

Alle Infos zum Arbeiten in der "Höhe"!

Mehr erfahren
Die Hüttenwirte auf den rund 200 bewirtschafteten Hütten des DAV suchen immer engagierte Mitarbeiter, die sie mit Elan und Fleiß durch die Saison begleiten wollen! Die Aufgaben auf einer Hütte sind vielfältig. Sie reichen vom Koch, zur Servicekraft bis hin zum Allrounder.   Eine Arbeit auf einer Hütte ist nicht nur wegen der einmaligen Lage besonders. Gefragt ist ein Portion Humor, Durchhaltevermögen und Freude am Umgang mit Menschen. Das Leben auf engem Raum mit dem gesamten Hüttenteam birgt Herausforderungen und kann besonders zu Abends- und Mittagszeit auch stressig sein. Die Stellen richten sich an Saisonkräfte aber auch Wochenendaushilfen und Ferienjobber. Idealerweise habt ihr Erfahrung in der Gastronomie und haltet euch gerne in den Bergen auf. 

Arbeiten wo andere Urlaub machen

Der Beruf des/der Hüttenwirts/in

Mehr erfahren
"Hüttenwirt/in sein - dort arbeiten, wo andere Urlaub machen". Wer mit diesem Gedanken spielt, seinen Arbeitsplatz in die Berge zu verlegen, findet hier wichtige Informationen und Tipps! Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins besitzen rund 200 bewirtschaftete Hütten, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jede dieser bewirtschafteten Hütten benötigt einen Hüttenwirt oder Hüttenwirtin. Sie sind zuständig für die Bewirtung der Gäste und den Betrieb der Hütte. Die Hütten werden von den einzelnen hüttenbesitzenden Sektionen ausgeschrieben und vergeben.