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Rückblick Sommersaison 2019

07.10.2019, 08:00 Uhr

Hüttenwirtsleute ziehen Bilanz

Der Bergsommer 2019 neigt sich dem Ende zu. Die Wirtsleute schließen ihre Türen und kehren ins Tal zurück. Meteorologen sprechen von einem der heißesten Sommer seit Temperaturaufzeichnungen, auch wenn die heurige Saison sehr durchwachsen war. Bedingt durch den vielen Schnee im Winter und einigen Unwetterschäden konnten einige Hütten erst später als üblich in die Saison starten. Die kontinuierlich steigenden Besucherzahlen in den stark frequentierten Regionen setzten darüber hinaus hohe Anforderungen an die Hüttenteams. Zusammenfassend ziehen die Wirtsleute eine positive Bilanz.

 

Hüttenwirtin Kathrin Mittermayr von der Freiburger Hütte (1931m) im Vorarlberger Lechquellengebirge zieht Resümee:

 

„Der Start in die heurige Saison war etwas holprig – durch den vielen Schnee, den es auch im Mai noch gegeben hat, und die fehlende Wärme, haben wir unsere Eröffnung um eine Woche verschieben müssen. Wir sind dennoch mit den Übernachtungszahlen, trotz des schwankenden Wetters, sehr zufrieden. Die Rechnung wird immer am Ende der Saison gemacht – wir haben noch 3 Wochen vor uns und hoffen auf einen goldenen Altweibersommer".  Wir dürfen ja grundsätzlich nicht klagen hier bei uns, denn es sind auch bei „schlechtem“ Wetter viele Wege machbar und die Leute kommen gerne auf Besuch zu uns. Zu guter Letzt noch der Spruch eines englischen Gastes Anfang Saison: „Better a rainy day in the mountains, than a sunny day in the office."

 

Die Geraer Hütte in den Zillertaler Alpen auf 2324m erfreut sich über konstante Nächtigungszahlen die im Vergleich zum Rekordsommer 2018 gleichgeblieben sind. Die Hüttenwirtsleute konnten schneefrei am 15. Juni in die Saison starten. Durch die durchwachsenen Wetterprognosen konnten leider nur wenige Tagesgäste auf der Hütte begrüßt werden. Hüttenwirt Arthur Landthaler sagt: „ Ich habe nicht Angst vorm Wetter, aber vorm Wetterbericht.“ Erfreulich ist das es in diesem Sommer keine Unfälle zu verzeichnen gibt.

 

Peter Weihrer, Hüttenwirt vom Rotwandhaus, erzählt uns das sie die meisten Übernachtungen im August verzeichnen konnten. Im Vergleich zum Vorjahr waren es aber doch weniger. „Leider macht sich der Personalmangel auch auf den Hütten bemerkbar“, so Weihrer.

Das Rotwandhaus in den Bayrischen Voralpen ist im Sommer wie im Winter bewirtschaftet. Durch den starken Winter und der hohen Lawinengefahr musst die Hütte oft geschlossen werden. Wer noch Lust auf eine schöne Herbstwanderung hat, kann die Hüttenwirtsleute noch bis November besuchen.

 

Die Essener-Rostocker Hütte in der Venediger-Gruppe liegt auf 2208m. Die Hüttenwirte Thomas Ludwig und Dominik Dreyer fassen die Sommersaison 2019 zusammen: „Insgesamt hatten wir eine sehr gute Saison. Die Übernachtungen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Der Start war jedoch etwas holprig. Durch den vielen Schnee waren wir gezwungen erst später aufzusperren. Auch die Übergänge zu den anderen Hütten waren dadurch beeinträchtigt. Der Winter hat einige Schäden hinterlassen. Nach den Reparaturen war aber wieder alles gut. Grundsätzlich sind wir mit der Saison sehr zufrieden. Wir schließen am 15. Oktober und freuen uns schon wieder auf die netten Besucher im nächsten Jahr."

 

 

Auch das Karwendelhaus  konnte wegen dem Schnee erst später wie gewohnt in die Saison starten. „Durch den heißen Sommer hatten wir heuer leider weniger Tagesgäste. Der Wetterbericht prognostizierte oft schlechteres Wetter als dann eingetreten ist.“, so Andreas Ruech, Hüttenwirt vor Ort.  Die Hüttenwirtsleute sind mit der Saison zufrieden auch wenn die Übernachtungen wetterbedingt leicht zurückgegangen sind.

 

 

Regina Hang von der Blaueishütte (1680m) in den Berchtesgadener Alpen erzählt uns: „Aufgrund der rekordverdächtigen Schneemassen von letztem Winter war die Saisonöffnung dieses Jahr eine echte Herausforderung. Wir mussten uns auf dem Weg zu unserer Materialseilbahn durch teilweise über 2m hohen Schnee fräsen. Zwei Tage vor der Hütteneröffnung, Mitte Mai, setzten wir im Schneesturm bei frostigen Temperaturen unsere Wasserversorgung in Gang und zitterten, ob das Wasser denn nun schon laufen würde. Gott sei Dank lief alles glatt und das kühle, feuchte Maiwetter bescherte uns einen ruhigen Saisonanfang.“

Im Juni wurde es richtig sommerlich im Blaueis. Das durchwegs gute Bergwetter brachte zahlreiche Übernachtungsgäste und Tagesausflügler auf die Hütte. Die Hüttenwirtin stellt fest, dass der Wanderboom ungebrochen scheint. Mit den steigenden Besucherzahlen steigen auch die Ansprüche. Allen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird nicht leichter.

„Am Ende der Saison freuen wir uns über den gelungen Sommer und möchten uns bei unseren Gästen für Ihren Besuch bedanken. Ganz besonders gilt unser Dank unserem motivierten Mitarbeiterteam, dass diesen Sommer wieder viel Einsatz und Engagement eingebracht hat um den Hüttenbetrieb am Laufen zu halten!“, so Regina Hang.

 

 

Yvonne Tremml, Hüttenwirtin vom Brünnsteinhaus in den Bayrischen Voralpen, fast zusammen: „Nach einem eher sehr durchwachsenen Start mit jeweils Neuschnee an den beiden ersten Maiwochenenden und viel Regen kam im Juni die Hitzewelle und somit auch eine mögliche Gewittergefahr, vor der natürlich passend zum Wochenende landauf landab stündlich gewarnt wurde. Bis zum August hatte sich der Sommer dann wieder im Griff und mit dem schönen Wetter kamen auch zahlreiche Gäste zu uns hinauf. Nun hat sich der Herbst schon mit einigen schönen Wochenende gezeigt und wir hoffen, dass die Wandersaison noch eine Weile anhält bevor dann nach einer kurzen Pause der Winterbetrieb wieder losgeht. Denn wir durften auch heuer wieder jede Menge schöne und interessante Begegnungen und Momente mit unseren Gästen und unseren Mitarbeitern erleben. Denn diese geben einem die nötige Energie und Motivation, um eine Ganzjahreshütte zu bewirtschaften."

 

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