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Mitgliederversammlung des Interessenverbands Tauernhöhenweg

22.07.2020, 13:35 Uhr

Turnusgemäß war der Interessenverband Tauernhöhenweg Ende Juni mit seiner Mitgliederversammlung wieder in Malta zu Gast. Trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie waren etwa 20 Vertreter/innen der Alpenvereinssektionen und Talgemeinden mit Tourismusverbänden und der Nationalparkverwaltung sowie Repräsentant/innen der Dachverbände zusammengekommen, um über die Lage am Tauernhöhenweg und seinen Hütten sowie die Verbandsstrategie zu beraten.

Kerstin Pirker, stv. Bürgermeisterin der Gemeinde Malta, wie auch ihr Amtskollege Günther Novak, Bürgermeister von Mallnitz, betonten in ihren Grußworten die Verdienste der Alpenvereine um die Infrastruktur und Entwicklung in der Region. Ohne ihr unermüdliches Engagement um das Hütten- und Wegenetz im Hochgebirge, so ihr Tenor, fehlte ein elementarer Baustein im Fundament der Region.
In den anschließenden Beratungen wurde aber auch schnell deutlich, dass dieses Engagement in Zukunft noch verstärkt werden muss. So haben gerade die außerordentlichen Wetterereignisse der vergangenen Jahre Schäden verursacht, die im Sinne des größten Schutzgebiets der Alpen, dem Nationalpark Hohe Tauern, nun behutsam wieder behoben werden müssen. Gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) will der Interessenverband Ansätze entwickeln, mehr Ehrenamtliche aus den deutschen Sektion für den "Arbeitsplatz Hochgebirge" zu gewinnen.
Insgesamt unterstrichen Robert Kolbitsch als DAV-Vertreter und Dr. Werner Radl, Landesverbandsvorsitzender des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) in Kärnten, noch einmal deutlich die Bereitschaft, den Interessenverband in seinem Einsatz für einen nachhaltig ausgeübten Bergsport zu unterstützen.

 

So beauftragten die Delegierten den Vorstand mit einer Arbeitsgruppe, denen auch externe Fachleute angehören sollen, bis zur nächsten Versammlung ein entsprechendes Marketingkonzept zu entwickeln und vorzustellen, das Attraktivität und Wahrnehmung des Tauernhöhenwegs und seiner Region verstärken soll, auch um die Auslastung der Hütten an der alpin anspruchsvollen Ost-West-Route am Alpenhauptkamm zu steigern. Michael Cremer, Verbandsvorsitzender, betonte, dass dies nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten und Verbandsmitglieder gelingen könne. "Erfolgreich sein werden wir hier nicht mit Geld, sondern mit konsequenter Zusammenarbeit", so sein Statement.


Nach etwa 27.500 Euro in 2019 will der Verband 2020 knapp 25.000 Euro bewegen, vornehmlich um die Dokumentation des Wegs und seiner Hütten fortzusetzen, die bereits 2018 begonnen wurde. Mit finanzieller Förderung durch den ÖAV-Nationalparkfonds und professioneller Unterstützung stellt der Verband umfangreiches Bild- und Videomaterial über das Gebiet zwischen Hochalmspitze (3.360m) und Großglockner (3.798m) zusammen. Dieses soll dann zu Marketingzwecken zielgruppengerecht zusammengestellt und verwendet werden, aber auch umfassend über den alpinsportlichen Anspruch des Tauernhöhenwegs informieren.


"Der Tauernhöhenweg ist sicher nichts für Einsteiger/innen. Aber das Gebiet hat auch diesen viel zu bieten, um sich auf "höhere Aufgaben" vorzubereiten", weiß Vorstandsmitglied Peter Angermann, der neben alpiner Erfahrung auch viel Tourismusexpertise in den Verband einbringt.
Im Bereich Hütten und Wege will der Verband sein Vorstandsteam wieder verstärken, nachdem Mike Lercher dieses Ehrenamt Ende 2019 arbeitsbedingt niederlegen musste. Vielleicht gelingt das bis zur kommenden Mitgliederversammlung, die Ende Juni 2021 dann wieder im Tauernsaal in Mallnitz stattfinden wird. An Arbeit wird es dem Interessenverband bis dahin sicher nicht mangeln.

 

Achttägige Hüttentour durch die faszinierende Bergwelt der östlichen Hohen Tauern - der Tauernhöhenweg

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Der Alpenverein begründete mit den für alle offenstehenden Schutzhütten und dem allgemein zugänglichen Wegenetz eine besondere, solidarische Infrastruktur. Das widerspricht vielen ökonomischen Grundprinzipien, funktioniert aber doch erstaunlich gut. Insbesondere in den letzten Jahren boomt der Bergsport, und das stellt die alpine Infrastruktur vor eine große Herausforderung. Diese Podcast-Folge ist ein Mitschnitt des Vortrags „Alpenvereinskultur – eine andere Ökonomie?“, der am 27. Juni 2019 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften stattfand.