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Hüttenpacht - kurz erklärt

21.10.2019, 13:00 Uhr

Ihr wolltet immer schon wissen wie das mit der Pacht auf Alpenvereinshütten aussieht? Wir wollen euch das Thema nun näher bringen.

Die Sektionen sind die Eigentümer der Alpenvereinshütten. Die Pachten werden grundsätzlich von den einzelnen hüttenbesitzenden Sektionen vergeben.

 

Der Betrieb einer Hütte ist in zwei Bereiche gegliedert – Gastronomie und Logis (Beherbergung). Die Gastronomie ist jener Bereich der von der Sektion an den Pächter (Hüttenwirt/in) verpachtet wird. Die Hüttenwirtsleute agieren dabei als eigenständige Unternehmer. Der Logisbereich bleibt bei der Sektion. Die Einnahmen der Nächtigungen werden vom Hüttenwirt im Namen der Sektion generiert. Der Pächter erhält dafür eine Rückvergütung pro Nächtigung.

 

Mit den Einnahmen aus den Nächtigungen, die der Sektion zufließen, werden wiederum die Erhaltungsmaßnahmen (Neuinvestitionen, Renovierungsarbeiten) auf den Hütten gedeckt.  

 

Die Pacht

Als Pacht versteht man grundsätzlich die Gebrauchsüberlassung eines Unternehmens auf Zeit gegen Entgelt. Es besteht die Möglichkeit mit diesem Unternehmen, Erträge zu erzielen.

 

Die hüttenbesitzende Sektion schließt mit dem Pächter einen Pacht- und Betriebsführungsvertrag ab. Dabei legt die Sektion die Höhe der Pacht (Pachtzins) und die Rückvergütung pro Nächtigung fest.

Geregelt wird die Pacht in einem Pachtvertrag.

 

Es wird zwischen zwei Modellen der Pacht unterschieden:

 

  • Fixpacht:

Dabei muss man einen jährlichen Fixbetrag an den Verpächter (die Sektion) abgeben.

 

  • Umsatzpacht:

Bei der Umsatzpacht handelt es sich um einen Prozentsatz vom Nettoumsatz der jährlich an den Verpächter (die Sektion) abgegeben werden muss.

 

Das jeweilige Modell wird im Pachtvertrag geregelt. Pachtverträge haben in der Regel eine unbefristete Laufzeit.

 

Wie hoch ist die Pacht einer Alpenvereinshütte?

Die Höhe der Pacht (Pachtzins) hängt von der Ertragskraft der Hütte ab. Dabei spielen weitere Faktoren eine wesentliche Rolle:

 

  • die Größe der Hütte
  • die Lage der Hütte
  • Anzahl der Tagesgäste/Übernachtungsgäste
  • die Versorgungsmöglichkeit (Fahrweg, Materialseilbahn, Helikopter)
  • Offenhaltungstage
  • der Zustand der Hütte
  • Erreichbarkeit der Hütte
 

Benötigt man eine Gewerbeberechtigung?

74% unserer bewirtschafteten Alpenvereinshütten liegen in Österreich. Die Wirte benötigen nach den Anforderungen der Wirtschaftskammer Österreich eine Gastgewerbeberechtigung und den damit verbundenen Befähigungsnachweis. Details siehe bitte folgende Links:

 

Voraussetzung für den Betrieb der 26% bewirtschafteten Alpenvereinshütten, die in Bayern liegen ist eine abgeschlossene Ausbildung in der Gastronomie oder im Lebensmittelhandwerk. Sofern der Pachtinteressent keine Ausbildung in diesem Bereich hat, muss er die Teilnahme an der IHK Gastwirteunterrichtung nachweisen. Infos hierzu finden Sie unter folgendem Link der IHK München und Oberbayern.

Informationen zum Thema Konzession finden Sie unter folgendem Link.

 

Wie unterstützt der Deutsche Alpenverein die Hüttenwirtsleute?

Der Deutsche Alpenverein bietet den Hüttenwirtsleuten jährliche Veranstaltungen zur Weiterbildung und zum Austausch in Kooperation mit dem Österreichischen (ÖAV) und den Südtiroler Alpenverein (AVS).

 

  • Fachtagung für Hüttenwirtsleute
  • Technikseminar für Hüttenwirtsleute

 

 

 

Hast du Lust dort zu Arbeiten wo andere Urlaub machen?

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Offene Pachtstellen der Alpenvereinshütten werden auf der DAV Homepage ausgeschrieben.

 

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Die Hüttenwirte auf den rund 200 bewirtschafteten Hütten des DAV suchen immer engagierte Mitarbeiter, die sie mit Elan und Fleiß durch die Saison begleiten wollen! Die Aufgaben auf einer Hütte sind vielfältig. Sie reichen vom Koch, zur Servicekraft bis hin zum Allrounder.   Eine Arbeit auf einer Hütte ist nicht nur wegen der einmaligen Lage besonders. Gefragt ist ein Portion Humor, Durchhaltevermögen und Freude am Umgang mit Menschen. Das Leben auf engem Raum mit dem gesamten Hüttenteam birgt Herausforderungen und kann besonders zu Abends- und Mittagszeit auch stressig sein. Die Stellen richten sich an Saisonkräfte aber auch Wochenendaushilfen und Ferienjobber. Idealerweise habt ihr Erfahrung in der Gastronomie und haltet euch gerne in den Bergen auf. 

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"Hüttenwirt/in sein - dort arbeiten, wo andere Urlaub machen". Wer mit diesem Gedanken spielt, seinen Arbeitsplatz in die Berge zu verlegen, findet hier wichtige Informationen und Tipps! Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins besitzen rund 200 bewirtschaftete Hütten, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jede dieser bewirtschafteten Hütten benötigt einen Hüttenwirt oder Hüttenwirtin. Sie sind zuständig für die Bewirtung der Gäste und den Betrieb der Hütte. Die Hütten werden von den einzelnen hüttenbesitzenden Sektionen ausgeschrieben und vergeben.