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Gebäudehülle aus Gras - ein Beitrag zum Klimaschutz

01.04.2020, 13:52 Uhr

Das Technikgebäude der Mannheimer Hütte im Rätikon hat eine nachhaltige Gebäudehülle erhalten: Eine Hülle aus Gras. Als Pilotprojekt wird am Gebäude der Trinkwasserversorgung der Hütte die Eignung des Materials bei der Verwendung im hochalpinen Bereich erforscht.

Nachwachsender Rohstoff

Schilfgras wächst schnell, bildet ein wertvolles Biotop, sorgt für eine bessere Wasserqualität und bietet auch vielen Tieren ein Zuhause.

Der abgestorbene Teil der Pflanze wird jedes Jahr durch neue Schösslinge ersetzt, nur er wird geerntet und ohne weitere Behandlung oder Zusätze für Dächer und Fassaden als Baustoff verwendet.

Nach der Verwendung für Gebäude kann dieses Schilfgras kompostiert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

 

 

Reet zur Fassadenverkleidung

Schilfgras, auch bekannt unter der Bezeichnung Reet, ist ein im klassischen Sinne nachhaltiger, nachwachsender, klimaneutraler Rohstoff und bietet sich damit als alternatives Material für Dach- und Fassadenbekleidungen an: schnelles Wachstum, kurze Prozesskette mit geringem Energieverbrauch und Emissionen, perfekte Kreislauffähigkeit, Schadstofffreiheit, über Generationen erprobte Anwendungen.

 

Pilotprojekt im Rätikon

Nach zwei Jahren Forschung und Vorbereitung am IBBTE (Universität Stuttgart) wurde im Sommer 2019 das aus der Lehrveranstaltung SkinOver hervorgegangene erste Reetprojekt im hochalpinen Bereich nahe der Mannheimer Hütte unterhalb der Schesaplana realisiert. Die Gebäudehülle wurde aus lokalem Reet und Holz bei weitgehendem Verzicht auf Metallverbindungen ohne weitere Materialien möglichst ressourcenschonend hergestellt.

 

Ziel des Projektes ist es, die Eignung von Reet für die Verwendung allgemein und besonders im hochalpinen Bereich zu erforschen.

 

Ein Projekt mit Zukunft!

Wir berichten an dieser Stelle über die Erkenntnisse im Einsatz von Reet im hochalpinen Bereich.

Unser Dank geht insbesondere an die Sektion Mannheim, die den Mut hatte auf ihrer Hütte etwas Neues zu erproben.

 

Projektbeteiligte:

  • Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen (IBBTE), Direktor Professor Peter Schürmann
  • Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins e.V. (DAV), Ressort Hütten und Wege
  • Sektion Mannheim des Deutschen Alpenvereins e.V.
  • Weichert Reetbedachungen & Ökobau, Berlin
  • Zimmerei Müller, Brand
  • CUBO Architektur & Baumanagement, Thüringen
 

Sie wollen das Projekt im Sommer besichtigen?

So geht es zur Mannheimer Hütte.