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Eine Hütte wird "winterfest" gemacht

13.10.2020, 14:30 Uhr

Die Passauer Hütte in den Loferer und Leoganger Steinbergen liegt ausgesetzt auf über 2.000m und ist dort Wind und Wetter gnadenlos ausgesetzt. Äußerst wichtig ist es daher, die Hütte am Ende der Sommersaison winterfest zu machen, damit es im nächsten Frühjahr keine bösen Überraschungen gibt. Wie Gisela und Michael die Passauer Hütte für den Winter vorbereiten, erklären Sie uns ausführlich in einem Bericht.

Kleinigkeiten entscheiden

Die Zeit am Berg geht nun dem Ende entgegen und so müssen der Hüttenwirt und seine Partnerin einen Plan entwickeln, wie sie die Tage des Einwinterns gut und zügig über die Bühne bekommen. Denn eines ist jedem Hüttenwirt klar: jeder noch so kleine Fehler beim „Winterfestmachen“ wird gnadenlos bestraft. Nicht nur unzählige Erlebnisse und Erfahrungen haben die vielen Besucher oben auf der Passauer Hütte gelassen, nein, auch eine volle Kläranlage. So ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Kläranlage in Bigbags zu füllen und ins Tal zu transportieren. Wo die Bigbags später zur örtlichen Entsorgung geschafft werden. Nachdem dies geschehen ist, muss die Kläranlage gesäubert und mit Wasser ausgespritzt werden.

 

Das ABC des "Winterfestmachens"

Zum Herrichten der Lager müssen die Bezüge gewaschen werden. Das klappt jedoch nur, wenn die Solar- oder Wasserkraftanlage genügend Strom für die Waschmaschine liefern. Danach müssen noch die Matratzen aufgestellt werden, Lattenroste ausgebaut und die Lagerböden geschrubbt werden. Vom Dampfgarer, den Kühlschränken, bis zum Dunstabzug wird in der Küche alles ausgebaut und gereinigt. Dabei ist es wichtig, alles Wasser aus den Hähnen und Maschinen zu entleeren und jede Wasserleitung der Hütte zu kontrollieren. So kam es in jüngerer Vergangenheit zu manch böser Überraschung, wenn aus mehreren Leitungen das Wasser nur so durch die Hütte spritzte. Denn auf über 2.000 Meter erreicht der Frost jeden Winkel der Hütte, einzig der Kellerraum bleibt frostfrei.

Um die Hütte herum gibt es einiges zu erledigen. So müssen Terrasse, Fahnenmasten, Holzlager und das Gaslager abgedeckt und gründlich sturmfest gemacht werden. Weiter müssen alle Fensterläden geschlossen und südseitig sogar verschraubt werden. Auch die Einrichtung des Winternotquartiers in der Biwakhütte, ist Bestandteil des „Winterfestmachens“. Denn Föhnstürme mit spitzen Geschwindigkeiten von 170 km/h sind keine Seltenheit.

 

Abschied vom Berg

Zu guter Letzt werden die beiden Katzen und die fünf Hühner, die den kompletten Bergsommer auf der Hütte verbracht haben, in Boxen gepackt und zusammen mit den kompletten Inventar, ins Tal geschafft.

Langsam kehrt nun Ruhe ein. Der Hüttenwirt bildet sich ein, beim letzten Blick zurück ein tiefes Durchatmen der Hütte zu hören, kann sie doch nun sauber und sicher in den Winterschlaf gehen. Auch später im Winter werden die Hüttenwirte noch einige Male die Hütte besuchen, um den Abflug von Müllsäcken, Leergut und dem Gefriergut zu organisieren - und nochmals nach dem Rechten zu sehen.

 

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Hüttenwirtsleute ziehen Bilanz Durch die omnipräsente Covid-19 Pandemie, gestaltete sich der Sommer 2020 für alle Beteiligten anders als erwartet. Die Saison begann für viele Hütten etwas später als üblich und brachte einige Herausforderungen mit sich: sei es ein verstärkter Gästeansturm im Tagesgeschäft, Einnahmen-Defizite oder eine infrastrukturelle Herausforderung beim Umsetzen der Covid-19 Bestimmungen. Auch seitens der Hüttengäste kam es zu Herausforderungen beim Übernachten. Die unterschiedlichen Bestimmungen in den Ländern bei Beherbergung und Gastronomie führten oftmals zu Unstimmigkeiten vor Ort. Oft sind die ohnehin stark frequentierten Regionen noch stärker besucht worden, was auf die Reisebeschränkungen und den dadurch gestiegenen Binnentourismus zurückzuführen ist. Vor allem die Hütten in Bayern hatten auf Grund der eher strengeren Vorgaben der Behörden besonders zu kämpfen: hier blieben auch einige Hütten für den Übernachtungsbetrieb den ganzen Sommer geschlossen - wirtschaftlich war dies nicht rentabel.  Das Gefühl der Ungewissheit war ein ständiger Begleiter. Nichtdestotrotz haben die meisten Hüttenwirtsleute ihr Potential genutzt, sich auf ihre Stärken besonnen und mit viel Kreativität das Beste aus der Saison herausgeholt. 

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In Frühjahr 2016 wurde das Nebengebäude der von-Schmidt-Zabierow-Hütte auf 1.966 m in den Loferer Steinbergen erweitert. Ziel war es zusätzliche Wassertanks unterzubringen, da die Hütte mit Regenwasser versorgt werden muss, die Lagerkapazität zu erhöhen und Schlafräume für das Hüttenpersonal zu schaffen. Kostenpunkte der Maßnahme: rund 90.000 €. Die Kosten werden aus Eigenmitteln der Sektion sowie Unterstützung des DAV-Bundesverbandes finanziert.