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Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt

24.09.2019, 12:09 Uhr

14 Jahre lang hat die Familie Erd das Staufner Haus am Hochgrat bewirtschaftet. Nun haben sie ihre Zelte dort abgebrochen, um sie auf dem Prinz-Luitpold-Haus am Allgäuer Hauptkamm wieder aufzubauen. Die Schutzhütte des Deutschen Alpenvereines gehört der Sektion Allgäu Immenstadt und liegt auf einer Höhe von 1846m. Wir haben Ihnen einige Fragen gestellt.

 

DAV: Was habt ihr gemacht bevor ihr euch dazu entschieden habt Hüttenwirtsleute zu werden?

 

Christoph Erd: „Ich bin gelernter Zimmermann und Koch. Das war natürlich die ideale Ausbildung für das Hüttenleben. Für Uli die davor in einem Kinderkurheim tätig war, war der Umbruch ins Hüttenleben abenteuerlich. Aber die Familie motivierte uns und versprach Unterstützung.“

 

 

 

DAV: Wo seht ihr die größten Herausforderungen in diesem Beruf?

 

Christoph Erd: „Der Beruf ist sehr vielseitig. Die größte Herausforderung dabei ist jedoch genug Energie für die täglichen Aufgaben zu haben. Der Schlaf kommt dabei ein wenig zu kurz. Am Beginn der Saison und am Ende ist meist „tote Hose“ und man weiß oft nicht was man tun soll. Im Gegenzug dazu gibt es wieder Wochenenden wo so viel los ist, dass man nicht weiß was man zuerst machen soll.“

 

DAV: Wie seid Ihr damals auf das Staufner Haus gestoßen?

 

Christoph Erd: „Wir hatten uns schon damals für das Prinz-Luitpold-Haus interessiert. Leider hatte das nicht geklappt. Im nächsten Jahr wurde dann das Staufner Haus frei und wir haben uns für das beworben.“

 

DAV: Was macht für euch den Reiz aus auf über 1800m zu arbeiten?

 

Christoph Erd: „Es sind die täglich neuen Herausforderungen und Aufgaben die zu bewältigen sind und das in einer tollen Umgebung. Die Arbeiten sind sehr vielseitig und abwechslungsreich (z.B.: Kochen, Materialtransport, Stromversorgung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Hausmeistertätigkeiten).“

 

DAV: Ihr habt ja drei Kinder, wie unterstützen euch eure Kinder auf der Hütte?

 

Christoph Erd: „Ja genau. Lina (14), Hannes (11) und Felizia (8). Sie sind einfach wunderbare Kinder. Sie genießen das Hüttenleben und die Hüttenumgebung. Sie haben ein gutes Gespür und helfen dann und wann wenn es stressig ist. Machen die Lager-Vergabe, schenken Getränke aus oder sammeln leere Gläser ein. Ansonsten lesen sie viel, hören Hörspiele und spielen mit uns oder dem Team Brettspiele.“

 

DAV: Warum habt ihr gewechselt? Und warum das Prinz-Luitpold-Haus?

 

Christoph Erd: „Nach 14 Jahren am Staufner Haus war vieles Routine und zusammen mit der Sektion Oberstaufen-Lindenberg konnten wir viele Renovierungsarbeiten umsetzen. Der Wunsch nach Veränderung drängte. Da für das Prinz-Luitpold-Haus ein neuer Pächter gesucht wurde, haben wir Gelegenheit ergriffen eine neue Herausforderung anzutreten.“

 

DAV: Hat euch eure Erfahrung, die ihr auf dem Staufner Haus gesammelt habt, weitergeholfen?

 

Christoph Erd: „Die Infrastruktur am Prinz-Luitpold-Haus ist komplett anders. Das fordert einen, sich neu zu organisieren. Das ist auch gut so. Im Umgang mit den Gästen, mit dem Team und im Gastronomischen Bereich ist die Erfahrung ein großer Vorteil.“

 

DAV: Was werdet ihr am Staufner Haus vermissen?

 

Christoph Erd: „Auf jeden Fall die Sonnenuntergänge über dem Bodensee und die freie Zeit im Winter.“

 

 

Wer die neue Pächterfamilie Erd auf dem Prinz-Luitpold-Haus noch besuchen möchte kann das bis vorrausichtlich 12.Oktober machen. Lasst Euch von den wunderbaren Speisen verwöhnen und genießt die traumhafte Aussicht.

 

Mehr Informationen gibt es auf der Hompage der Hütte, der DAV Hüttensuche oder ganz einfach auf alpenvereinaktiv.com!