1869

Los geht’s! Am 9. Mai wird im Gasthof zur Blauen Taube in München die Sektion München des Deutschen Alpenvereins gegründet, weitere folgen.

Der Gasthof zur Blauem Traube in München in der Dienerstraße 11, Stahlstich um 1850. (Foto: ÖAV/Archiv und Museum)

Satzungszweck ist es, „die Kenntnisse von den Deutschen Alpen zu erweitern und zu verbreiten, ihre Bereisung zu erleichtern“. Zum Jahresende 702 Mitglieder in 16 Sektionen.

1870

Edelweiß. (Foto: PantherMedia)

Zeig dich! Das Edelweiß wird zum Erkennungszeichen der Vereinsmitglieder.

Edelweiß, Vereins-Abzeichen seit 1870, Alpenvereins-Museum. (Foto: DAV/Bettina Warnecke)

1873

Das erste Foto des Vereinsvorstandes, um 1900. (Foto: DAV/Archiv)

Zusammen geht’s besser! Verschmelzung von DAV und OeAV zum Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein (DuOeAV).

1874

Mehr Geld für Hütten! Schub im Hütten- und Wegebau durch Anhebung der Beihilfen.

Prager Hütte. Teil der Aquarellserie "Die ersten Hütten des Alpenvereins" aus dem Alpenverein-Museum, vor 1911. (Foto: ÖAV/West. Fotostudio)

1874 steigen die Beihilfen bis auf 30 Prozent, in den Folgejahren auf 25 Prozent des Gesamtetats. Einheitliche Hüttenschlösser und -schlüssel sollen jedem Mitglied Zugang ermöglichen.

1880

Gepatschferner. (Foto: DAV/Marco Kost)

Auf ins Eis! Die glaziologischen Forschungen beginnen mit ersten Gletschermessungen durch die Sektionen Meran (Langtaler Gletscher), Klagenfurt (Pasterzengletscher) und Berlin (Schwarzensteinferner).

Gletscherpartie. (Foto: DAV/Archiv)

1882

Bergführerabzeichen. (Foto: DAV/Archiv)

Bergsteigen als Beruf. Ausarbeitung einer Bergführerordnung und Ausgabe eines Bergführerabzeichens, die „behördlich autorisirte Bergführer auch äusserlich in auffälligster Weise kenntlich macht“.

Gottlieb Lorenz (1844 - 1911) mit Führerabzeichen. (Foto: ÖAV/Archiv und Museum)

1898

Münchner Haus auf der Zugspitze. (Foto: DAV/Archiv)

Wetterbericht. Der Alpenverein baut eine meteorologische Station auf der Zugspitze.

Finanzielle Unterstützung durch das königliche bayrische Staatsministerium des Innern. Eröffnung 1900.

1900

Postkarte mit Edelweißpflücker, um 1900. (Foto: DAV)

Pflücken verboten! Gründung des „Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen“ als Zweigverein des Alpenvereins. Heute heißt er „Verein zum Schutz der Bergwelt“.

Plakat mit in Oberbayern, Neuburg und Schwaben geschützten Pflanzen, 1910 herausgegeben vom Verein zum Schutze der Alpenpflanzen. (Bild: LMU München)

1907

Komm' und wärm dich auf! Generalversammlung beschließt, Winterräume in den Hütten einzurichten.

Essen auf einer Alpenvereinshütte bei Kerzenlicht, 1980. (Foto: DAV/Gerhard Dierza)

Außerdem Appell, bei Hüttenbauten das Bedürfnis der Bergsteiger und nicht die Interessen der Fremdenindustrie zu berücksichtigen.

1911

Werbeschild Alpines Museum, emailliertes Blech, um 1910. (Foto: DAV/Bettina Warnecke)

Alpenverein bildet. Eröffnung des Alpinen Museums auf der Münchner Praterinsel.

Politisierung. Der scheidende Präsident Otto von Pfister, äußert sich besorgt, dass der Verein in „nationalistisch-politische“ Bahnen gelenkt wird.

1913

Zaghafte Anfänge der Jugendarbeit. „Jugendalpenfahrten“ werden gefördert, Ermäßigungen auf Schutzhütten für Jugendgruppen.

Plakat von Eduard Handel-Mazzetti aus dem Gastraum der Hochlandhütte im Karwendel. Die Sektion Hochland setzte sich maßgeblich für den Ödlandschutz ein. (Bild: DAV/Bettina Warnecke)

Mehr für die Umwelt! Die Generalversammlung beschließt außerdem, dass der Hauptausschuss verstärkt den Naturschutz fördern soll.

1914

Erster Weltkrieg. Der Hauptausschuss unterstützt die deutschen und österreichischen Kriegsparteien: „Der Kampf mit den Gewalten der Alpennatur hat uns gestählt für den Kampf mit unseren Feinden...“

Später unterstützt der Alpenverein das Deutsche Reich und die k. u. k. Monarchie unter anderem durch Spendenaufrufe und den Kauf von Kriegsanliehen.

Nationalisierungsschub. Die Vereinspublikationen werden auf die deutsche Schrift (Fraktur) umgestellt. 1913 war dies noch abgelehnt worden.

1919

Beginn der systematischen Jugendarbeit. Die Hauptversammlung in Nürnberg beschließt, für Jugendgruppen ein eigenes Abzeichen und eine Ausweiskarte einzuführen. Damit ist der Grundstein einer systematischen Jugendarbeit gelegt.

Jungmannschaft der Sektion München, 1935. (Foto: DAV/Archiv)

Bergrettung. Gründung der Bergwacht zur Bekämpfung der „Verwilderung der Sitten“ in den Bergen.

1923

KEIN Komfort! Hütten sollen laut Tölzer Richtlinien rein bergsteigerischen Interessen dienen.

Decke in Alpenvereinshütte. (Foto: DAV)

Die Beschränkung auf Matratzenlager, eine einfache Bewirtschaftung und Winterräume wird festgeschrieben.

1924

Antisemitismus im Alpenverein. Die vorwiegend jüdische Sektion Donauland wird ausgeschlossen.

Die außerordentliche Hauptversammlung in München stimmt am 14. Dezember mit 1663 zu 190 Stimmen für den Ausschluss der Sektion.

Überschriebener Eintrag von Richard Hönigsberger in das Hüttenbuch der Hanselberghütte der Sektion Regensburg, 24. Mai 1934: Königsberger überlebte als Halbjude den Holocaust in Regensburg. Ob er Mitglied der Sektion Regensburg war, die 1934 einen Arierparagraphen in ihre Satzung einführte, ist nicht bekannt. (Foto: DAV/Archiv)

1927

Sport und Nachhaltigkeit. Die Förderung des Bergsteigens und Wanderns werden in die Satzung aufgenommen, genau wie der Naturschutz.

Franz und Toni Schmid, Postkarte von 1931, "Die Matterhorn Nordwand und ihre Bezwinger". (Bild: DAV/Archiv)

Wortwörtlich spricht die Satzung von der „Erhaltung der Ursprünglichkeit des Hochgebirges“. Auch die „Liebe zur deutschen Heimat“ ist jetzt in der Satzung niedergeschrieben.

1929

Es geht bergab! Ausbruch der Weltwirtschaftskrise am 25. Oktober. Die Folge: massive Arbeitslosigkeit.

Weihnachten auf der Braumoos-Alm, um 1926. (Foto: DAV/Archiv)

Vorteile für Mitglieder. Beschluss zum Verkauf von günstigem Bergsteigeressen und Teewasser auf Hütten.

1933

Machtergreifung Hitlers. Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Ermächtigungsgesetz tritt in Kraft: Regierung kann von der Verfassung abweichende Gesetze erlassen. Die meisten deutschen Sektionen kollaborieren mit den Nazis.

Grenzsperre zwischen dem Deutschen Reich und Österreich bis 1936. Deutsche Sektionen verlieren Mitglieder, da diese nicht mehr in österreichische Berge reisen können. Kaum noch Erträge in den Hütten.

Alpenverein gegen Bauprojekte. Eine Resolution gegen eine auf den Großglockner geplante Seilbahn.

1938

„Anschluss“ Österreichs ans Deutsche Reich. In der Reichspogromnacht am 9. November werden Juden ermordet und jüdische Einrichtungen zerstört.

Gleichschaltung. Umbenennung des DuOeAV in Deutscher Alpenverein, die
Vereinsführung und die Sektionsführungen werden vom NS-Regime ernannt.

Eingliederung in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL). Andere alpine Gruppierungen müssen sich dem Alpenverein anschließen.
Verpflichtende Mustersatzung für alle Sektionen mit Arierparagrafen.

1939

Während des Zweiten Weltkriegs. Enge Zusammenarbeit mit der Wehrmacht, Ausbildung von Nachwuchs für Gebirgstruppen.

Fortführung der Arbeit und weitere Bewirtschaftung vieler Hütten.

Wolldecke Hermann Göring Haus. (Foto: DAV/Archiv)

1945

Kapitulation des Deutschen Reichs am 9. Mai 1945. Der Alpenverein in Deutschland wird als Unterorganisation des Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) aufgelöst.

Die Hütten in Österreich werden beschlagnahmt und vom Alpenverein in Österreich treuhänderisch verwaltet. Bayerische Hütten bleiben geöffnet.

Wiedergründung einzelne Sektionen ab Winter 1945/46.

1948

Neue Republiken. Gründung der BRD am 23. Mai 1949, die DDR gründet sich am 7. Oktober.

(Foto: DAV/Marco Kost)

Juristische Geburtsstunde des DAV. Die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern wird als „Alpenverein e. V.“ ins Vereinsregister eintragen.

1950

Neuer Name. Zusammenschluss aller Sektionen in Westdeutschland und Umbenennung von „Alpenverein e. V.“ in „Deutscher Alpenverein e. V.“ am 22. Oktober.

Er umfasst 234 Sektionen und rund 90.000 Mitglieder. Der Alpenverein in Österreich nennt sich seit dem 9. September Oesterreichischer Alpenverein.

DAV Hauptversammlung 1950 in Coburg. (Foto: DAV/Archiv)

1956

Essener Hütte um 1955. (Foto: DAV/Archiv)

Endlich zurück! Rückgabe der meisten österreichischen Hütten nach Abschluss eines Staatsvertrages.

Hildesheimer Hütte um 1960. (Foto: DAV/Archiv)

1968

Cover der Mitteilungen mit dem Plan der Watzmann Bebauung von 1968. (Foto: DAV/Archiv)

Es reicht! Der DAV protestiert gegen Pläne zur Erschließung des Watzmanns und macht sich für das Raumordnungskonzept „Bayerischer Alpenplan“ stark, der 1972 in Kraft tritt.

Watzmann. (Foto: DAV/Hansi Herbig)

1969

Festakt in München 1969. (Foto: DAV/Archiv)

Party! Hundertjähriges Jubiläum. Der DAV umfasst knapp 240.000 Mitglieder.

1970

Safety First! Der 1968 gegründete Sicherheitskreis wird in den Alpenverein integriert. Er kümmert sich um die Bewertung von Sicherungspraktiken und Tests von Ausrüstungsgegenständen.

Bergstöcke, Eispickel und Steigeisen von den 1880ern bis heute. (Foto: DAV/Warnecke)

Europäisches Naturschutzjahr. In Bayern entsteht ein Ministerium für Landeswentwicklung und Umweltfragen.

1972

Räum' auf! Mit der Aktion „Saubere Berge“ fordert der DAV seine Mitglieder auf, ihren Müll mit ins Tal zu nehmen.

Abfallsammeln auf einer Tour der Sektion Vierseenland. (Foto: Detlef Fiebrandt)

Außerdem geht man das Abfall- und Abwasserproblem auf den Hütten an.

1973

Autofrei! Erste Ölkrise mit Sonntagsfahrverbot.

Revolution! Die Jugend im Verein will mehr Unabhängigkeit und dass der Verein politischer wird. Die Jugend in den Sektionen ist fortan im Vorstand vertreten und bekommt einen eigenen Etat.

Lotte Pichler, die erste Frau in der DAV-Führungsebene. (Foto: DAV/Archiv)

1977

Keine neuen Skigebiete! DAV verabschiedet Grundsatzprogramm zum Schutz der Alpenwelt.

Bau der Beschneiungsbecken am Sudelfeld. (Foto: DAV)

Der DAV nimmt darin Stellung zu touristischen und technischen Erschließungen sowie zum Bau von Hütten und Wegen.

1984

Plakat Klettermeisterschaft, 1989. (Foto: DAV/Bettina Warnecke)

Sportliche Leistung statt Bergromantik. Nach dem Symposium „Bergsteigen – Heute und morgen“ in Brixen engagiert sich der DAV im Sportklettern.

Auszeichnung. Der DAV wird als Naturschutzverband in Bayern anerkannt.

1988

Plakat Hüttenschlafsack. (Foto: DAV/Archiv)

Schlaf gut! Der Hüttenschlafsack wird eingeführt.

Um die Wette klettern. Mit dem DAV Summit-Cup in Köln findet der erste internationale Kletterwettbewerb in Deutschland statt.

1991

Go for Gold! Erste offizielle Weltmeisterschaft für Sportkletterer in Frankfurt.

Marietta Uhden, zwölffache deutsche Meisterin. (Foto: DAV/Michael Meisl)

EIN Land. Deutsche Wiedervereinigung und endgültiger Zusammenbruch der Sowjetunion.

1994

Ulrike Seifert, Sunnyi Mews, Lotte Pichler. (Foto: DAV/Christine Frühholz)

Gratulation! Zu seinem 125-jährigen Jubiläum zählt der DAV rund 570.000 Mitglieder.

DAV-Hauptversammlung 1994 in Stuttgart, 125-Jahrfeier des DAV. (Foto: DAV/Hans Steinbichler)

1999

Der Hype beginnt. Eröffnung der Kletterhalle in Thalkirchen, München.

Die neue Kletterhalle in Talkirchen. (Foto: DAV/Archiv)

Sie ist die Initialzündung für Kletterhallen der Sektionen bundesweit.

2004

DAV digital. Die Kartografie bringt erstmals ihre Karten auf zwei CDs heraus.

(Foto: DAV/Metz)

Geschlechter-Statistik. Erstmals werden die DAV-Mitglieder getrennt nach Geschlecht erfasst: 38 Prozent sind Frauen, unter den Sektionsvorsitzenden befinden sich jedoch nur 3 Prozent Frauen.

2005

Gute Arbeit für die Natur. Der DAV erhält die bundesweite Anerkennung als Naturschutzverband.

(Foto: DAV)

Beginn einer neuen Ära. Angela Merkel wird erste deutsche Bundeskanzlerin.

2007

Frauenpower! Tamara Schlemmer wird die erste Frau im DAV-Präsidium.

Tamara Schlemmer, erste Frau im DAV-Präsidium. (Foto: DAV)

Klimawandel. Orkan Kyrill richtet in weiten Teilen Europas schwere Schäden an, extreme Temperaturschwankungen.

2010

Weltmeisterschaft Bouldern 2014. (Foto: DAV/Marco Kost)

Probleme lösen. Erstmals findet der Boulder World Cup im Münchner Olympiazentrum statt. Bis heute ist dies einer der Höhepunkte der jährlichen Kletterwettkämpfe.

DJC Bouldern Braunschweig. (Foto: DAV/Hannes Kutza)

2011

Girls can! Die JDAV veranstaltet erstmals eine Mädchenexpedition und der erste Frauenexpedkader wird ins Leben gerufen.

Frauenexpedkader. (Foto: DAV)

Einen gemischten Expedkader gibt es bereits seit 2000. Nur eine Frau hat daran bis dato teilgenommen: Dörte Pietron aus Heidelberg, die erste Frau der die Durchsteigung der Westwand des Cerro Torre gelang.

2012

Alpenvereinaktiv.com, Screenshot Smartphone. (Foto: DAV)

InterAKTIV. Alpenvereinaktiv.com, das Toureninformationssystem der Alpenvereine, wird aufgesetzt.

Alpenvereinaktiv.com, Screenshot Tablet. (Foto: DAV)

2013

NOlympia. Die Hauptversammlung spricht sich gegen die Olympischen Winterspiele 2022 in München aus.

DAV Hauptversammlung. (Foto: DAV/Nils Noell)

2015

Rettet das Riedberger Horn! Der DAV kämpft mit anderen Naturschutzverbänden gegen eine Erschließung. Das Riedberger Horn liegt in Zone C des Bayerischen Alpenplans, Skilifte sind dort eigentlich verboten.

Riedberger Horn im Allgäu. (Foto: DAV/Bodenbender)

Wir schaffen das. Flüchtlingswelle und neue Willkommenskultur durch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

2016

Deutsche Meisterschaft Olympic Combined 2018. (Foto: DAV/Marco Kost)

Tokio 2020. Klettern wird als Programmsportart in die Olympischen Spiele in Tokio 2020 aufgenommen. Der DAV baut seine Wettkampfstruktur aus.

Bundeskader Sportklettern bei der Einkleidung. (Foto: DAV/Marco Kost)

2017

Danke Alpenplan! Der DAV kämpft gegen die Aufweichung des Bayerischen Alpenplans.

Alpenplan. (Foto: Verein zum Schutz der Bergwelt)

Trotz aller Bemühungen verabschiedet die Bayerische Staatsregierung die Aufweichung und die Skigebietsausweitung am Riedberger Horn kurz darauf.

2018

Rolle rückwärts. Die Staatsregierung nimmt die Genehmigung für die Skischaukel am Riedberger Horn zurück.

Die Schutzzonen und Baupläne am Riedberger Horn im Allgäu. (Bild: DAV/Archiv)

Die neue Regierung aus CSU und Freien Wählern erklärt im Koalitionsvertrag den Alpenplan in den alten Zustand zurückführen zu wollen.

2019

Der Alpenplan ist stärker denn je! Das bayerische Kabinett beschließt, die Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn zurückzunehmen. Weitere Flächen in der Region bleiben dauerhaft in der höchsten Schutzkategorie.

Jubiläum! Der DAV zählt zu seinem 150. Jubiläum rund 1,29 Millionen Mitglieder in 356 Sektionen. Er besitzt 323 Hütten und 207 Kletteranlagen.