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Gute Nachrichten aus dem Langtang-Tal

17.05.2017, 08:28 Uhr

Das nach dem verheerenden Erdbeben 2015 gestartet Sanierungsprojekt des DAV im Langtang-Tal in Nepal biegt auf die Zielgerade ein. Gunnar Amor, Bauingernieur und beauftragter Projektleiter des DAV, brachte von seiner Reise nach Nepal im Frühjahr 2017 sehr erfreuliche Nachrichten zurück nach Deutschland: mit den rund 120.000 € Spendengeldern wurden auf einer Länge von rund 25 km Wege in teils hochalpinen Lagen wiederhergestellt.

 

Lebensgrundlage für die Bevölkerung

Der Trekkingtourismus war vor dem Erdbeben 2015 die wichtigste Einnahmequelle des mit derzeit 415 Bewohnern nur sehr dünn besiedelten, aber wunderschönen Langtang-Tal. Nach dem Erdbeben waren viele Familien gezwungen, aus dem Hochtal in niedrigere Regionen umzuziehen und in behelfsmäßigen Unterkünften zu wohnen. Nach mehreren Planungsbesuchen im Jahr 2015 und 16 startete im Herbst 2016 die Sanierung sowohl des Versorgungs- als auch des Trekkingweges, der teilweise weiter oben am Hang verläuft, und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Geröll und Felsbrocken wurden weggeräumt, steile Stellen wieder besser begehbar gemacht, Stufen gebaut, abrutschgefährdete Wegabschnitte gesichert und unterfangen. Vier Brücken überqueren den Langtang-Fluss, die größte davon, die „DAV-Bridge“, wird 32 m Spannweite haben und im Herbst 2017 feierlich eingeweiht werden.

 

Beste nepalesische Arbeit

Ein Erfolgsfaktor des Projektes war und ist der direkte Kontakt mit den zwei relevanten Vereinigungen vor Ort; der TAAN (Trekking Agencies Association of Nepal) und dem LMRC (Langtang Management and Reconstruction Commitee).

 

Nach einer gemeinsamen, umfangreichen Begehung der beiden Wege und einer detaillierten Festlegung der Sanierungen im Herbst 2015 lag die konkrete Verantwortung bei den Nepali vor Ort. Sie konnten ihre lebenslange, teilweise überlebensnotwendige Erfahrung beim Anlegen von Pfaden und Wegen in hochalpinen Lagen einbringen und die tatsächlichen Arbeitseinsätze vor Ort je nach Wetter und Verfügbarkeit der Arbeiter koordinieren. Zeitweise waren vier Arbeitstrupps gleichzeitig auf verschiedenen Abschnitten tätig. Dank der Spendengelder der DAV-Mitglieder haben die Nepali so dreifach profitiert: die Arbeiter hatten während der Sanierung ein zusätzliches Einkommen, mit der Wegeinfrastruktur sichern sie sich langfristig ein Einkommen im Langtang-Tal und sie können so in ihrer über Generationen angestammten Heimat bleiben.

 

Die Einweihung der DAV Bridge im Langtang Anfang Oktober 2017 wurde extra so gelegt, dass eine Reisegruppe des DAV Summit Club daran teilnehmen kann. Aber auch zu jeder anderen Zeit begrüßen die Nepali jeden Gast ganz sicher mit „Namaste – Willkommen“!