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Geschlechterverteilung im DAV 2020

Seit 15 Jahren wird der Anteil von Frauen und Männern unter den Mitgliedern und Ehrenamtlichen im DAV statistisch ausgewertet. Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: Der DAV wird weiblicher!

Auf dem Weg zur Parität!

Unter den DAV-Mitgliedern steigt der Anteil der Frauen kontinuierlich: Zum Jahresende 2020 verzeichnete der DAV insgesamt 1.385.440 Mitglieder, darunter 596.354 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 43,0%; im Vorjahr waren es 42,8%. Seit Jahren nähern sich die Mitgliederzahlen von Frauen und Männern im DAV immer weiter an.

Zum Vergleich: Gemäß DOSB-Gleichstellungsbericht ist der Anteil von Frauen und Mädchen mit knapp 40% in den Sportvereinen relativ konstant, allerdings mit erheblichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Sportarten.

 

Der Bergsport wird bunter

Der positive Trend setzt sich im Bergsport fort. Wenn auch Pandemie-bedingt im vergangenen Jahr Aus- und Weiterbildungen stark eingeschränkt waren, so stieg doch der Anteil an weiblichen Touren- und Kursleiterinnen in nahezu allen Bergsportdisziplinen, vor allem in den Disziplinen Bergwandern und Klettern. Hochtouren, Eisfallklettern und Routenbau hingegen sind immer noch männlich dominiert.

 

 

Gleiches bestätigt der Verband Deutscher Berg- und Skiführer. Er verzeichnet aktuell 14 Bergführerinnen (3,3%) in Deutschland. Im verganenen Jahr lag der Anteil mit 11 Bergführerinnen noch bei 1,92%. Für eine Ausbildung interessieren bzw. in Ausbildung befinden sich weitere 15 Bergsportlerinnen, dies entspricht 12,1%.

 

Erneut rund 10% weibliche Vorsitzende

Keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gab es trotz einiger personeller Wechsel bei den ersten Vorsitzenden.

Zum Jahreswechsel 2020 hatten gleichbleibend 36 Frauen (10,06%), den Vorsitz in einer DAV-Sektion inne. Seit einigen Jahren bewegt sich der Anteil um 10%.

 

Leicht positive Tendenz in den Sektionsämtern

Auch in den weiteren Vorstands- und Beiratsposten engagieren sich, wenn auch in kleinen Schritten, immer mehr Frauen. Traditionell hohe Frauenquoten finden sich bei den Schriftführerinnen, im Bereich des Familienbergsteigens, aber auch in der JDAV. Nur wenige Frauen gibt es beispielsweise bei den Wege-und Hüttenwarten.

 

Neue Ämter in der Statisik sind die Digitalkoordinatoren und Ehrenamtsbeauftragten, die noch nicht in allen Sektionen personell besetzt sind oder deren Tätigkeit in anderen Ehrenämtern inkludiert ist. Dadurch sank – trotz steigender Zahlen in den übrigen Ämtern – der durchschnittliche Anteil an Frauen in den Sektionsämtern auf 20,2% (2019: 30%).

 

Präsidium unverändert

Im DAV-Präsidium ist der Frauenanteil gleich geblieben. Aktuell sind zwei Frauen Teil des siebenköpfigen Präsidiums (28,57%).

Der DOSB Gleichstellungsbericht weist in den Präsidien der Spitzenverbände einen durchschnittlichen Frauenanteil von 18% aus. Der DAV liegt zwar über dem Durchschnitt, aber das allgemein formulierte Ziel von mindestens 30% ist nicht erreicht.

Das DOSB-Präsidium hat mit aktuell 44% fast Parität; der Frauenanteil in wirtschaftlichen Führungspositionen in Deutschland liegt bei 29,5% (Statista 2019).

 

Bundesverbandsgremien treten auf der Stelle

In den Bundesverbandsgremien gab es keine personellen Veränderungen, lediglich in den Fachgremien (Präsidialausschüsse, Kommissionen) sank der Frauenanteil im Kontext der Neubesetzung. Der Durchschnitt liegt nun bei 24,9% (2019: 25,2%).

 

Die Zahlen zeigen deutlich: Der DAV wird weiblicher!

Der Anteil der Frauen und Mädchen unter den DAV-Mitgliedern steigt und die Parität scheint in erreichbarer Nähe. Immer mehr Frauen absolvieren die durchaus anspruchsvollen Bergsportausbildungen und qualifizieren sich erfolgreich als Trainerin, Übungsleiterin oder Bergführerin. In Minischritten steigen auch die Quoten in den Vorstands- und Beiratsämtern in den Sektionen. Eine Entwicklung, die sich bei der Gründung des DAV vor mehr als 150 Jahren niemand hätte vorstellen können.

 

Diese positive Entwicklung täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass – absolut betrachtet – die Frauen in den DAV-Ehrenämtern weiterhin unterrepräsentiert sind. Mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von gut 25% in den Bundesverbands- und etwa 23% in den Sektionsgremien ist das vorhandene Potential der Frauen im DAV sicher noch nicht ausgeschöpft.

 

Zudem drohen in der Corona-Krise Rückschritte in der Gleichstellung von Männern und Frauen. Ob und inwieweit diese im DAV ankommen, wird sich im kommenden Jahr zeigen.

 

Positive Tendenz ist erfreulich, jedoch kein Grund sich auszuruhen

"Es ist sehr erfreulich, dass sich im Bergsport und im DAV eine positive Tendenz zu mehr Geschlechtergerechtigkeit abzeichnet.

Dies ist jedoch kein Grund sich auszuruhen. Vor allem in den ehrenamtlichen Sektions- und Bundesverbandsgremien sind die positiven Mitgliederentwicklungen noch nicht angekommen. Hier gilt es, die Strukturen attraktiv zu gestalten, die Frauen und Mädchen anzusprechen und sie zu motivieren."

 

Melanie Grimm

Vizepräsidentin und im Präsidium u.a. verantwortlich für Ehrenamtsförderung und Geschlechtergerechtigkeit

 

Zur Statistik

Im Jahre 2004 wurde im Rahmen der Projekts "Gender Mainstreaming im DAV" begonnen, die Besetzung relevanter Ehrenämter und Gremien im DAV statistisch nach Geschlechtern zu erheben. Im Verlauf der Jahre wurde die Statistik ausgebaut und erweitert.

 

Datenbasis sind die, von den Sektionen über das DAV-Portal gemeldeten Ehrenamtlichen, die lizenzierten Trainer und Trainerinnen, die aktiven Familiengruppen- und Jugendleiterinnen sowie die in den Gremien des Bundesverbandes ehrenamtlich Engagierten. Erhebungszeitpunkt ist jeweils der Jahreswechsel mit dem 31. Dezember.

 

Alle veröffentlichten Grafiken sowie weitere Vergleichsgrafiken sind im PDF "Geschlechterstatistik 2020" im Download zu finden!

 

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