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Neues Alpenvereinsjahrbuch über Freiheit

07.10.2021, 14:30 Uhr

Sind die Menschen in den Bergen wirklich frei? Das druckfrische Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2022" beschäftigt sich mit dieser uralten und dann doch sehr aktuellen Frage – Stichworte Corona, Overtourism, Social Media. Die Antworten der Autor*innen sind so unterschiedlich wie überraschend. Unter ihnen zum Beispiel ein Experte für Künstliche Intelligenz.

Das Alpenvereinsjahrbuch ist ab sofort im DAV-Shop sowie im Buchhandel erhältlich. Über den Themenfokus zur Freiheit hinaus bietet das Gemeinschaftswerk des Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenvereins einmal mehr eine gelungene Mischung aus verschiedenen alpinen Themen – aufbereitet in außergewöhnlichen Reportagen, interessanten Porträts und packenden Bildern. Hier der Überblick über die Kapitel:

 

Von Bergführern und Gemsjägern

Die Rubrik BergWelten widmet sich einem alpinistischen Prunkstück: dem Ortler. Der Gemsjäger Josef Pichler, auch „Pseirer Josele“ genannt, bestieg bereits im Jahr 1804 den 3905 Meter hohen Gipfel. Erinnert wird zudem an einen der prägendsten Bergführer der Geschichte: Joseph Pinggera. Gemeinsam mit dem Kartografen und Polarforscher Julius von Payer vollbrachte er zahlreiche Erstbesteigungen der Ortlergruppe. Neben der Erschließungsgeschichte finden auch die charmanten Täler rund um das Bergmassiv sowie die Artenvielfalt des Nationalparks Stilfserjoch ihre Würdigung.

 

Wie frei dürfen wir in den Bergen sein?

BergFokus beschäftigt sich mit dem ersehnten Ideal zahlreicher Alpinist*innen, der Freiheit. Von dem Philosoph Isaiah Berlin wird sie als ein „poröser Begriff“ umschrieben. Denn sie zu definieren oder zu begrenzen ist gar nicht so einfach. In den Bergen stellt sich die Frage: Wie frei können wir hier sein und wo hört diese Freiheit auf? Nico Hochgeschwender geht noch einen Schritt weiter: Der Experte für künstliche Intelligenz und Robotik widmet sich dem Erlernen und Programmieren von Freiheit. Zudem erzählen zwölf Bergmenschen, was sie auf dem Berg „suchen“ und geben Impulse, selbst ein bisschen über Freiheit zu philosophieren.

 

Bergmenschen und ihre Freiheitsbegehren

Durch den pandemiebedingten „Lockdown“ haben wir in den vergangenen Monaten Einschränkungen unserer Freiheit gespürt. BergMenschen portraitiert in diesem Jahr deshalb Persönlichkeiten, die sich aus den unterschiedlichsten Schicksalen heraus zu Freiheit verhalfen. Der Kunstschmied und Bergsteiger Rheinhold Duschka begab sich während des zweiten Weltkriegs auf Kletter- und Skitouren, während er zwei jüdische Mitbürgerinnen vier Jahre lang vor dem NS-Regime versteckte. Die neuseeländische Profikletterin Mayan Smith-Gobat hingegen löste sich nach 15 Jahren Leistungsklettern aus den Fesseln des Wettkampfsports.

 

Wie viel Mobilität verträgt das Bergsteigen?

Eine Expedition in der Antarktis zählt definitiv zu den exklusiveren Domizilen. Unweigerlich stellt sich hier sofort die Frage, wie praktisch eine solche Reise heute überhaupt noch ist, betrachtet man die CO²-Emissionen und die Reisekosten. Doch auch beim BergSteigen in den Alpenregionen bleiben wir nicht davor bewahrt. Mit dem steigenden Nutzungsdruck rückt die Mobilität in den Fokus, wobei Andi Dick die Ansicht vertritt: „Freie Fahrt für alle“ ist spätestens im Jahr 2021 das falsche Motto.

 

Eine uralte Buche und natürliche Umweltgifte

BergWissen stellt den „Star“ des oberösterreichischen Nationalparks Kalkalpen vor: eine 550 Jahre alte Buche. Wo diese steht, bleibt aber geheim – manchmal sollten wir die Natur auch einfach sich selbst überlassen. Darüber hinaus erhalten die Leser*innen Einblicke in die Schatzkammer der Zillertaler Alpen und in eine Detektivgeschichte über natürliche Umweltgifte.

 

Von Selfies und Bildungszielen

Die Rubrik BergKultur greift ein verblüffendes Phänomen des 21. Jahrhunderts auf: das „Posen“ im Sonnenuntergang vor einer einsamen Bergkulisse – der Mensch, immer auf der Suche nach dem perfekten Foto für die sozialen Netzwerke. Die zunehmende Aufmerksamkeitsökonomie der Likes und Shares verändert auch den Kult des Bergsteigens. Was junge Menschen im Alpenverein lernen und erleben (sollen) wird durch die Bildungsziele der JDAV festgelegt, die seit der ersten Verabschiedung im Jahr 1975 einen deutlichen Wandel durchlebt haben. Gewandelt hat sich auch die alpine Kulturlandschaft, zunehmend geprägt durch stillgelegte Skigebiete und dokumentiert von Wissenschaftler*innen der Technischen Universität Dortmund.

 

Infos & Bestellung

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2022“

Herausgeber: Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und

Alpenverein Südtirol (AVS)

Redaktion: Anette Köhler, Axel Klemmer, Tyrolia-Verlag Innsbruck-Wien

256 Seiten, mit 336 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, 21 x 26 cm, gebunden
ISBN 978-3-7022-3977-0

Preis: € 20,90
 

Exklusiv für Alpenvereinsmitglieder liegt dem Jahrbuch die historische Alpenvereinskarte „Zillertaler Alpen West“ von 1930 bei, mit Ergänzung der aktuellen Gletscherstände sowie weiteren Informationen zum Klimawandel in den Alpen: Zillertaler Alpen West, Nr. 35, im Maßstab 1:25.000.

 

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Bildmaterial: Das Cover und weiteres Bildmaterial stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass Sie die Fotos in ihren Medien zu redaktionellen Zwecken kostenfrei verwenden dürfen, sofern Sie diese für eine Berichterstattung über das Alpenvereinsjahrbuch 2022 einsetzen. Bitte geben Sie den jeweiligen Fotocredit an.

 

Blick ins Buch

 Einen Einblick in „Berg 2022“ erhalten Sie hier.