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Kletterhallen-Messe Halls & Walls als digitales Event

06.11.2020, 15:04 Uhr

Kletterhallenbetreiber und Branchen-Experten sprachen am Freitag, 6. November, in München über die Entwicklung des Indoor-Klettersports und die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kletterhallen. Dieses Jahr fand die Halls & Walls als Online-Podiumsdiskussion statt. Hier finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse und Gesprächsthemen des Abends.


Verwaiste Kletterhallen und leere Boulderwände sind kein Zeichen, dass die Faszination am Indoorklettern plötzlich nachgelassen hätte. Im Gegenteil, die Aussichten könnten kaum besser sein. Dass viele Kletterinnen und Boulderer ihren Sport aktuell nicht ausüben können, liegt natürlich an der Corona-Pandemie. Seit Anfang November sind in Deutschland die Kletterhallen weitgehend geschlossen, und in anderen Ländern sieht es kaum anders aus. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.

 

Podiumsdiskussion in München und live im Netz

Die schwierige Situation der vergangenen Monate wie auch die Zukunft der Sportkletter-Branche waren deshalb auch Thema bei der diesjährigen Halls & Walls. Die Messe rund ums Indoor-Klettern ist ein Pflichttermin für alle, die mit dem Hallenklettersport zu tun haben. Am Freitag fand sie erstmals rein digital statt. Der Deutsche Alpenverein lud Experten und Branchen-Kenner zu einer Podiumsdiskussion nach München. Anders als in den Vorjahren waren keine Besucher anwesend. Zumindest nicht persönlich. Interessierte konnten die Gesprächsrunden live auf YouTube verfolgen. Über die Chatfunktion der Videoplattform stellten die Zuschauer Fragen an die Teilnehmer. Die Gespräche wurden simultan ins Englische übersetzt, um der Internationalität der Kletterbranche gerecht zu werden.

 

Große Studie zum Klettersport in Gesprächsrunde eins

Die Kletterszene ist jung, gut ausgebildet und mit großer Leidenschaft unterwegs: Das sind drei Erkenntnisse einer breit angelegten Umfrage, die in der ersten von vier Diskussionsrunden vorgestellt wurde. Mehr als 11.000 Kletterinnen und Boulderer aus 100 Ländern beantworteten einen Fragenkatalog von Vertical-Life, einem Anbieter von digitalen und analogen Produkten für den Klettersport. Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen teils, was man lange geahnt hat, teils überraschen sie. So sind die Aktiven zum Beispiel in der Regel nicht nur in einer Halle Stammkunden, sondern in zwei.

 

Gesprächsrunde zwei: Infos aus der DAV-Sicherheitsforschung

Verglichen mit Sportarten wie Fußball, Basketball oder Alpinski ist das Verletzungsrisiko beim Klettern und Bouldern gering. „Die meisten Unfälle passieren nicht wegen mangelhaftem Material, sondern durch menschliches Fehlverhalten“, erklärte Julia Janotte von der Sicherheitsforschung beim DAV, in der zweiten Gesprächsrunde. Dennoch sei intaktes Material für die sichere Ausübung des Klettersports zentral wichtig. Das Management der Leihausrüstung müsse entsprechend hohen Ansprüchen gerecht werden. Die DAV-Sicherheitsforschung hat deshalb zusammen mit dem Ausrüstungshersteller Edelrid eine Broschüre entwickelt, die Julia Janotte bei der Halls & Walls vorstellte. Verantwortliche im Verleih und im Routenbau haben damit einen Leitfaden für den Umgang mit Ausrüstung wie Gurten, Seilen und Sicherungsgeräten.

 

Aus der Corona-Krise für die Zukunft lernen: Podium drei

Die Kletterhallen blieben und bleiben von den Einschränkungen, mit denen die Corona-Pandemie beherrscht werden soll, nicht verschont. Wie schlimm war die Krise? Wie sieht es aktuell aus und wie sind die Aussichten? Betreiber mehrerer Kletterhallen in Deutschland sprachen über die Maßnahmen, die sie ergriffen haben, um gut durch die Pandemie zu kommen. Schnell wurde klar: Einige der Änderungen haben sich bewährt und können in den Regelbetrieb übernommen werden. „Wir haben bei uns ein Slotbuchungssystem eingeführt. Die Sportlerinnen und Sportlern buchen für ein bis drei Stunden und können sich gleichzeitig sicher sein, dass die Halle nicht überfüllt ist. Wir können uns gut vorstellen, dass das auch nach der Pandemie funktioniert“, sagte zum Beispiel Christoph Gabrysch vom DAV Alpinzentrum Kempten. Peter Zeidelhack, Leiter des DAV-Kletter- und Boulderzentrums München Süd, verwies in dem Zusammenhang auf das Ampelsystem, das in einigen Münchner Hallen zum Einsatz kommt. Es zeigt die aktuelle Hallenauslastung online an. So sehen Kletterer und Boulderinnen schon bevor sie sich auf den Weg machen, ob sich die Fahrt in die Halle lohnt.

 

Halls & Walls: ab 2021 unter neuem Dach

In der vierten und letzten Gesprächsrunde ging es um die Zukunft der Halls & Walls. Erstmals gab es das Kletterhallentreffen 2011, sechs Mal traf sich die Branche in Darmstadt. Ab 2017 ging die Halls & Walls drei Mal in Nürnberg über die Bühne. Und nach dem digitalen Intermezzo in diesem Jahr wird das Messegelände in Friedrichshafen das Ziel von Hallenbetreiberinnen, Ausrüstern, Expertinnen und Besuchern sein. Dort wird die Halls & Walls im Rahmen der Vertical Pro stattfinden, einer neuen Fachmesse zu den Themen Arbeitssicherheit in der Höhe sowie Seil- und Sicherungstechniken. „Halls & Walls ist über die Jahre immer größer geworden. Die Messe Friedrichshafen ist ein Partner, der das Besucher- und Ausstellermanagement abwickeln wird“, erläutert Elias Hitthaler, Organisator von Halls & Walls und Kletterhallenbeauftragter des DAV den Umzug an den Bodensee. Das Halls & Walls-Symposium mit Vorträgen, Workshops und Gesprächsrunden wird auch weiterhin vom DAV organisiert. Stefan Reisinger, Bereichsleiter Vertical Pro und Eurobike bei der Messe Friedrichshafen ergänzt: „Wir übernehmen mit Halls & Walls eine Veranstaltung, die über die Jahre gewachsen ist und stark in der Community verwurzelt ist. Dieses Flair wollen wir auch in Friedrichshafen erhalten und weiterentwickeln.“

 

Die Halls & Walls 2021 findet vom 19. bis 20. November 2021 statt. Infos gibt es unter www.hallsandwalls.de und www.vertical-pro.com.

 

Die Diskussionsrunden moderierte der Pressesprecher des DAV, Thomas Bucher. Die Aufzeichnung des kompletten Gesprächs ist auf YouTube verfügbar.

 

Service für die Presse

 

Das Gespräch zum Nachschauen

 

Kletterhallen-Unfallstatistik 2019

Zahlen und Ursachen

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Seit fünf Jahren erstellen der DAV und Klever zusammen eine Unfallstatistik zu Unfällen in künstlichen Kletteranlagen. Das Klettern und Bouldern in Kletterhallen hat sich mittlerweile als Trendsport für Jung und Alt etabliert. Die Zahl der von DAV und Klever betreuten Mitgliedshallen beträgt zur Zeit etwa 250 und deckt somit die Mehrheit der Kletteranlagen in Deutschland ab. Obwohl die gemeldeten Unfälle, sowohl beim Seilklettern als auch beim Bouldern, über den Zahlen der Vorjahre liegen, sind diese im Vergleich zu den anzunehmenden durchgeführten Seilkletter- bzw. Bouldervorgängen immer noch sehr gering. Der Anstieg der Zahlen wird vor allem auf ein sich langsam verbessertes Meldeverhalten der einzelnen Hallen zurückgeführt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Dunkelziffer an Unfällen immer noch hoch ist und leider noch immer nicht alle Unfälle gemeldet werden. 

Persönliche Schutzausrüstung

Broschüre von DAV und Edelrid

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Der DAV hat in Kooperation mit der Firma Edelrid eine Broschüre zur Überprüfung und Beurteilung von persönlicher Schutzausrüstung im Bergsport und im Routenbau entwickelt. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) dient dazu, eine Person gegen ein Risiko oder mehrere Risiken für die Gesundheit zu schützen. PSA gegen Absturz schützt Personen bei Tätigkeiten in der Höhe vor dem Herunterfallen. Im Sport- und Freizeitbereich wird diese zum Beispiel in Kletterhallen, Hochseilgärten und im Gebirge eingesetzt. Alpenvereinssektionen, Bergschulen und Tourismusverbände bieten auch die Möglichkeit, PSA auszuleihen.    

Indoorklettern: 10 DAV-Empfehlungen

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Klettern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Damit ihr die Wände auch bei größerem Andrang in der Halle sicher rauf- und wieder runterkommt, haben wir 10 Tipps für euch zusammengefasst.