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Kletter-EM München: DAV hofft auf erfolgreiche Meisterschaften!

27.07.2022, 13:02 Uhr

Vom 11. bis zum 21. August kehrt der ganz große Sport nach München zurück: Gleich neun Sportarten werden bei den European Championships Munich ausgetragen, damit sind sie das größte Sportereignis in der bayerischen Landeshauptstadt seit den olympischen Sommerspielen 1972. Und Klettern ist auch dabei! Vom 11. bis 18. August werden am Königsplatz die Einzeldisziplinen Speed, Bouldern und Lead ausgetragen sowie das neue Kombinationsformat "Boulder & Lead", das auch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris geklettert wird. Das Team des DAV überzeugte in dieser Saison bereits mit Top-Leistungen – und blickt entsprechend motiviert Richtung EM.

 

Hinweis: Am 8. August findet zur EM eine Pressekonferenz des DAV statt. Details finden Sie weiter unten im Text.

 

Bouldern und Lead: DAV-Team in dieser Saison ganz vorne dabei!

Yannick Flohé (DAV Aachen) gilt bei den Männern als der vielleicht größte deutsche Hoffnungsträger: In Brixen (ITA) gewann er den Boulderweltcup – aktuell liegt er in der Gesamtwertung auf Platz 4. Er ist damit erst der dritte DAV-Athlet, der in dieser Disziplin siegte. Zuletzt gelang dies Jan Hojer 2017 in München. Flohé ist auch im Lead stark: Er kletterte in diesem Jahr in jedem Weltcup konstant ins Finale. Seine Bilanz: ein siebter Platz, ein fünfter Platz und zwei Mal Rang vier.

 

Neben Yannick Flohé geht auch der Olympia-Neunte Alexander Megos in München an den Start. Megos überzeugte erst kürzlich mit einer Bronze-Medaille beim Lead-Weltcup in Briançon. In Innsbruck erreichte die Felskletterlegende Platz 8.

 

Bei den Damen sticht in dieser Saison Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) heraus. Sie zeigte starke Leistungen und holte 2022 bei den Weltcups in Brixen (ITA) und Innsbruck (AUT) jeweils die Silbermedaille! Ein Weltcup-Podium hat seit Jule Wurm seit sieben Jahren keine Frau mehr erreicht. In München wird sie versuchen, diese Leistung an die Boulder zu bringen. Auch im Lead ist sie erfolgreich: Mit einem 9. und 10. Platz verpasste sie die Finalteilnahmen in Briançon und Innsbruck nur knapp.

 

Für Alma Bestvater (DAV Weimar) verlief das Jahr 2022 bisher nicht wie geplant. Eine Verletzung warf eines der offiziellen Gesichter der European Championships lange Zeit zurück. Bei den Europameisterschaften feiert sie nun ihr Comeback! Bestvater ist seit 2015 im Nationalkader und konnte 2018 ihre erste Deutsche Meisterschaft im Bouldern gewinnen. In der Saison 2020 erreichte sie in ihrer Spezialdisziplin Bouldern den fünften Rang bei den Europameisterschaften.

 

Die Nominierungen im Bouldern und Lead

In München starten im Bouldern:

  • Alexander Megos (DAV Erlangen)
  • Yannick Flohé (DAV Aachen)
  • Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten)
  • Max Kleesattel (DAV Schwäbisch Gmünd)
  • Chistoph Schwaiger (DAV Ringsee)
  • Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln)
  • Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg)
  • Afra Hönig (DAV Landshut)
  • Alma Bestvater (DAV Weimar)
  • Leonie Lochner (DAV München-Oberland)

 

Lead:

  • Hannah Meul
  • Käthe Atkins (DAV Frankfurt/Main)
  • Alexander Megos
  • Yannick Flohé
  • Philipp Martin
  • Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch Gmünd)

 

Kombinationsformat Boulder & Lead:

Für das neue Kombinationsformat "Boulder & Lead" qualifiziert man sich über die Plätze in den jeweiligen Einzeldisziplinen. Nur wer in beiden Disziplinen startet hat die Chance, im Finale am 17. und 18. August anzutreten. Die DAV-Athlet*innen, die in beiden Disziplinen an die Griffe gehen, sind kursiv markiert.

 

Speed: DAV hat erstmals Anschluss an Weltspitze!

Die deutsche "Speed-Königin" ist die erst 19-jährige Franziska Ritter (DAV Sektion Düsseldorf). Sie ist nicht nur die amtierende Deutsche Meisterin, sondern konnte ihren Titel bereits drei Mal in Folge verteidigen. Zudem ist sie die aktuelle Jugendweltmeisterin. Und auch bei den Senioren läuft es für Ritter: In diesem Jahr gewann sie bereits den Europacup in Arco (ITA) und wurde bei den World Games in Birmingham Dritte. Außerdem ist sie die deutsche Rekordhalterin mit einer Zeit von 7,32. Bei den Weltcups in Seoul (KOR) und zwei Mal in Salt Lake City (USA) lief Franziska Ritter jedes Mal in die Top 10.

 

Sebastian Lucke (DAV Düsseldorf), der vor allem in Arco (ITA) beim Continental Cup mit dem 2. Platz zu überzeugen wusste, geht ebenfalls auf die Jagd nach neuen Rekorden und Platzierungen. Zuletzt konnte der Deutsche Meister im Speed aus dem Jahr 2020 beim Weltcup in Chamonix den deutschen Rekord auf 5,64 Sekunden verbessern.

 

Nominierungen im Speed

  • Nuria Brockfeld (DAV Osnabrück)
  • Julia Koch (DAV Wuppertal)
  • Franziska Ritter (DAV Düsseldorf)
  • Anna Apel (DAV München-Oberland)

 

  • Linus Bader (DAV Düsseldorf)
  • Leander Carmanns (DAV Rheinland-Köln)
  • Sebastian Lucke (DAV Düsseldorf)
  • Dorian Zedler (DAV Stuttgart)
 

Zeitplan

Der Zeitplan kann sich noch geringfügig ändern. Die jeweils gültigen Zeiten werden hier veröffentlicht: munich2022.com/de/klettern

 

Donnerstag, 11. August: 10.00 bis 17.00 Uhr

  • Bouldern: Quali Herren
  • Lead: Quali Damen

 

Freitag, 12. August: 10.00 bis 17.00 Uhr

  • Bouldern: Quali Damen: 10.00 bis 17.00 Uhr
  • Lead: Quali Herren: 10.00 bis 17.00 Uhr

 

Samstag, 13. August: 09.00 bis 19.10 Uhr

  • Bouldern: Halbfinale und Finale Herren
  • Lead: Halbfinale und Finale Damen

 

Sonntag, 14. August: 09.00 bis 19.30 Uhr

  • Bouldern: Halbfinale und Finale Damen
  • Lead: Halbfinale und Finale Herren

 

Montag, 15. August: 12.30 bis 16.45 Uhr

  • Speed: Quali- und Finalläufe Damen und Herren

 

Mittwoch, 17. August: 15.00 bis 17.45 Uhr

  • Combined-Finale Damen

 

Donnerstag, 18. August: 15.00 bis 17.45 Uhr

  • Combined-Finale Herren
 

Einladung zur Pressekonferenz

Der Deutsche Alpenverein veranstaltet am Montag, den 8. August um 10.00 Uhr eine Pressekonferenz zur Kletter-EM über Zoom.

 

Als Gesprächspartner*innen werden anwesend sein: 

 

  • Hannah Meul, Weltcup-Zweite in Innsbruck und Brixen (Bouldern) 

  • Yannick Flohé, Gewinner des Boulderweltcups in Brixen 

  • Franziska Ritter, Gewinnerin des Europacups Speed in Arco

  • Martin Veith, Sportdirektor des DAV

 

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Service für die Presse

 

"Wir wollen uns in allen Bereichen der Weltspitze weiter annähern"

Sportdirektor Martin Veith im Interview

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Zum Beginn der Wettkampfsaison 2022 haben wir mit DAV-Sportdirektor Martin Veith über die Änderungen, die Erwartungen der Athletinnen und Athleten sowie die Europameisterschaften Klettern in München in diesem Jahr gesprochen.

Die neue Kombi-Wertung Bouldern & Lead

Paris 2024

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Für die olympischen Spiele 2024 wird es ein neues Kombinationsformat geben, das nur noch aus Bouldern & Lead besteht. Seine Premiere feiert das Format schon in diesem Jahr – bei den Europameisterschaften im Klettern in München.

Wettkampf-Equipment

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Das wichtigste Utensil beim Klettern? Neben dem Gehirn als wichtigstem Muskel wohl die Schuhe. Aber Kletterer bedienen sich noch weiterer hilfreicher Utensilien bei ihrem Sport.

Lexikon des Wettkampfkletterns

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Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z 

Was ist Speed-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Wie es der Name sagt: beim Speed geht es um Schnelligkeit. Also darum, eine weltweit genormte Route, bei der die Länge und Neigung der Wand sowie die Größe, Form und Position der Griffe und Tritte immer identisch sind, schnellstmöglich nach oben zu klettern. Gesichert wird beim Speed mit Seilsicherung von oben, also im Toprope. Die Athletinnen und Athleten müssen am Ende der Route auf einen Buzzer schlagen, dann wird die Zeit gestoppt. Die Speedtour ist bei Wettkämpfen 15 Meter hoch, hängt fünf Grad über und befindet sich im siebten UIAA Schwierigkeitsgrad. Da es sich immer um die gleiche Griffabfolge handelt, können sich die Kletterinnen und Kletterer optimal vorbereiten. Sie prägen sich bei unzähligen Gos den Bewegungsablauf so ein, dass sie ihn verinnerlicht haben und genau wissen, welchen Griff sie wie nehmen beziehungsweise wohin sie ihren Fuß setzen müssen. Beim Speedklettern ist neben einer hohen Schnell- und Maximalkraft deshalb auch eine große Greif- und Trittpräzision notwendig. Außerdem sind im Wettkampf, der über mehrere Runden geht, bei höchster Geschwindigkeit Schnellkraftausdauer und Nervenstärke erforderlich. 

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert. 

Was ist Bouldern?

Die Sportart als Wettkampf

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Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.