logo-dav-116x55px

European Championships 2022 in München: Klettern ist dabei!

18.06.2020, 13:45 Uhr

Genau 50 Jahre nach den Olympischen Spielen 1972 findet in München erneut eine sportliche Großveranstaltung statt: die European Championships! Von 11. bis 21. August 2022 treten die Besten des Kontinents in insgesamt neun Europameisterschaften gegeneinander an. Auch die Kletterinnen und Kletterer kämpfen um Medaillen – und zwar gleich in vier Disziplinen: Lead, Speed, Bouldern und Combined.

50 Jahre Olympische Spiele München

Die European Championships werden die größte Veranstaltung sein, die der Olympiapark München seit den Sommerspielen von 1972 erlebt hat. 4.400 Athletinnen und Athleten aus ganz Europa kommen von 11. bis 21. August 2022 in die bayerische Landeshauptstadt und kämpfen in neun Sportarten bei 158 Entscheidungen um Medaillen.

 

„Die Aufnahme des Kletterns in das Programm der European Championships ist ein großartiges Signal und weiteres Zeichen für die sehr positive Entwicklung des Klettersports. Wo, wenn nicht in München, könnten die Europameisterschaften im Klettern in allen vier Disziplinen ein großer Erfolg werden? Die Athletinnen und Athleten haben die Premiere 2018 in Glasgow und Berlin sehr genossen, sie werden auch 2022 hervorragende Bedingungen vorfinden. Die deutschen Athletinnen und Athleten werden hoffentlich den Heimvorteil nutzen können wie auch schon bei den Boulderweltcups in den letzten Jahren", sagt Dr. Wolfgang Wabel, Geschäftsbereichsleiter Bergsport beim Deutschen Alpenverein.

 

Ausrichter der Europameisterschaften ist der internationale Kletterfachverband IFSC (International Federation of Sport Climbing), der DAV unterstützt die IFSC mit ihrer Kompetenz und langjährigen Erfahrung beim Organisieren großer Kletterevents. Wolfgang Wabel: "Wir haben auch schon erste Ideen, die Kletter- und Boulderhallen einzubeziehen und den Klettersport in die Breite zu tragen.“

 

Nachhaltige Großveranstaltung

Die European Championships 2022 setzen auch auf Nachhaltigkeit: Es wird ausschließlich bereits vorhandene Infrastruktur genutzt, um die Auswirkungen auf die Stadt und ihre Umgebung so gering wie möglich zu halten. Genauso werden die kurzen Wege zwischen den Austragungsstätten und die gute Verbindung zwischen Olympiapark, Münchner Innenstadt und Umland mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein Plus in Sachen Umweltfreundlichkeit sein.


Weitere Informationen gibt es unter www.munich2022.com

 

 

Weitere Infos

 

Lexikon des Wettkampfkletterns

Mehr erfahren
Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z 

Was ist Speed-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

Mehr erfahren
Wie es der Name sagt: beim Speed geht es um Schnelligkeit. Also darum, eine weltweit genormte Route, bei der die Länge und Neigung der Wand sowie die Größe, Form und Position der Griffe und Tritte immer identisch sind, schnellstmöglich nach oben zu klettern. Gesichert wird beim Speed mit Seilsicherung von oben, also im Toprope. Die Athletinnen und Athleten müssen am Ende der Route auf einen Buzzer schlagen, dann wird die Zeit gestoppt. Die Speedtour ist bei Wettkämpfen 15 Meter hoch, hängt fünf Grad über und hat einen Schwierigkeitsgrad von UIIA 7+. Da es sich immer um die gleiche Griffabfolge handelt, können sich die Kletterinnen und Kletterer optimal vorbereiten. Sie prägen sich bei unzähligen Gos den Bewegungsablauf so ein, dass sie ihn verinnerlicht haben und genau wissen, welchen Griff sie wie nehmen beziehungsweise wohin sie ihren Fuß setzen müssen. Beim Speedklettern ist neben einer hohen Schnell- und Maximalkraft deshalb auch eine große Greif- und Trittpräzision notwendig. Außerdem sind im Wettkampf, der über mehrere Runden geht, bei höchster Geschwindigkeit Schnellkraftausdauer und Nervenstärke erforderlich. 

Was ist Olympic Combined?

Das neue Wettkampfformat

Mehr erfahren
Im Sommer 2016 beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme von Sportklettern in das Olympische Programm. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 wird die Premiere stattfinden. Der Wettkampfmodus für Tokio ist ein neu geschaffenes Kombinationsformat, das Olympic Combined, das sich aus den drei Disziplinen Lead, Bouldern und Speed zusammensetzt. Der Wettkampf bei Olympic Combined läuft über zwei Runden: Qualifikation und Finale, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Jede Athletin und jeder Athlet muss in allen drei Disziplinen starten. Die Abfolge ist festgelegt: Begonnen wird mit Speed, danach kommt Bouldern und als letzte Disziplin Lead.   Die Ergebnisse aus der Qualifikationsrunde werden multipliziert und daraus ein Ranking erstellt. Kletterer A hat beispielsweise in den drei Disziplinen die Platzierungen 2, 5 und 10, die multipliziert eine Punktezahl von 100 ergeben. Kletterer B landet in allen drei Disziplinen auf Platz 6 und erhält 216 Punkte. Kletterer A hat weniger Punkte, landet in der Gesamtwertung also vor Kletterer B und hat bessere Chancen, ins Finale einzuziehen. Die acht Athleten mit der niedrigsten Punktezahl werden dort starten. Im Finale werden die drei Disziplinen mit kurzer Pause direkt hintereinander geklettert. 

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

Mehr erfahren
Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert. 

Was ist Bouldern?

Die Sportart als Wettkampf

Mehr erfahren
Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.