logo-dav-116x55px

DAV-Bundesgeschäftsstelle hat neues Zuhause

24.02.2021, 11:29 Uhr

Die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins ist umgezogen. Der neue Standort liegt am Südende der Parkstadt Schwabing in der Anni-Albers-Straße 7. Holz, Glas und Pflanzen prägen die Fassade des Gebäudes. Auch das Innenleben spiegelt die Ideen des Deutschen Alpenvereins wider.


Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber der Natur und Gesellschaft zeichnen das Handeln des Deutschen Alpenvereins aus. „Deshalb haben wir uns bewusst für den Erhalt des Bestandsgebäudes statt eines ressourcenverbrauchenden Abrisses und Neubaus entschieden“, sagt Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins. „Dabei sind wir sehr gründlich vorgegangen und haben ein umfassendes Gebäudekonzept erstellt. Es bringt Ökologie, Ökonomie und soziale Aspekte in Einklang.“ Voraussichtlich im April wird auch der DAV Summit Club in das neue Gebäude einziehen.

 

Architekturkonzept: Berge in der Stadt

Die Verbundenheit mit der Natur und den Bergen spiegelt sich im Architekturkonzept der neuen Bundesgeschäftsstelle wider. „Überall am und im Gebäude ist der Deutsche Alpenverein sichtbar“, erklären die Architekten Andreas Kreft und Christian Taufenbach vom Büro ELEMENT A. „Das Design erzählt von modernen Alpenvereinshütten.“ Durch eine begrünte Glas-Holz-Fassade setzt sich das Gebäude deutlich von der umliegenden Bebauung ab. „Der Gedanke der Nachhaltigkeit zieht sich durch die verschiedensten Ebenen des Gestaltungskonzeptes“, so Christian Taufenbach. „Im Gebäudeinneren waren wir darauf bedacht, alte Bausubstanz zu erhalten und sichtbar zu machen.“ Besonders gut erkennbar wird die Einheit aus Altem und Neuem im Atrium. Dort ist die alte Gebäudekante und die Verbindung zur neuen Glas-Holzhülle deutlich zu erkennen.

 

Energiekonzept: minimaler Einsatz von Technik

Die neue Bundesgeschäftsstelle zeichnet sich auch durch ein innovatives, ressourcenschonendes Klima- und Energiekonzept aus. Dabei gehen ein niedriger Primärenergiebedarf und eine geringe Umweltbelastung Hand in Hand mit niedrigen Investitions- und Betriebskosten. Funktionalität und Wohlbefinden standen gleichzeitig an erster Stelle. „Der Trick ist ein geschicktes Lüftungssystem“, sagt Andreas Kreft. „In Kombination mit einer effizienten Schalldämpfung entsteht ein angenehmes Raumklima quer durchs ganze Jahr – ganz ohne konventionelle Klimaanlage.“

 

Bürokonzept: offene, kommunikative Räume

Zufriedenheit und Effizienz beim Arbeiten spielten im Gestaltungskonzept entscheidende Rollen. „Studien belegen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produktiver und zufriedener sind, wenn sie nicht in Einzelbüros arbeiten“, erklärt Christian Taufenbach das Konzept.

 

„Das sogenannte Multispace-Konzept wurde in der neuen Bundesgeschäftsstelle sehr konsequent umgesetzt und zwar quer durch alle Hierarchien bis hin zum Hauptgeschäftsführer.“ Im Vorfeld fand eine umfangreiche Bedarfsanalyse aller Arbeitsbereiche statt. Das Ergebnis sind offene Büroräume, die den Austausch und die Vernetzung untereinander fördern. Sonderfunktionsräume für Besprechungen oder Videokonferenzen, „Telefonzellen“ und offene Kommunikationszonen runden das Gesamtbild ab.

 

Mobilitätskonzept: umweltverträgliche Anreise in den Bergen wie in der Stadt

Als Naturschutzverband bekennt sich der DAV in seinen Leitlinien zur Förderung natur- und umweltverträglicher Formen des Bergsports. Ein Hauptziel ist dabei die Reduktion des CO2-Ausstoßes. „Dieser Idee fühlen wir uns selbstverständlich auch mit unserer neuen Bundesgeschäftsstelle verpflichtet. Parallel zu den Baumaßnahmen haben wir deshalb ein umfassendes Mobilitätskonzept für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Gäste und Mieter erarbeitet“, berichtet Josef Klenner. Im Keller stehen nicht nur rund 70 Fahrradstellplätzen zur Verfügung, sondern auch die entsprechende Infrastruktur bestehend aus Duschen, Umkleiden und Spinden. Corona-bedingt noch in Planung ist ein digitales Informationssystem zu den Mobilitäts-Optionen für die Angestellten. Es wird die Abfahrtszeiten des ÖPNV sowie Miet- und Sharing-Möglichkeiten im Umfeld der neuen Bundesgeschäftsstelle umfassen.

 

Anni Albers: Eine starke Frau gibt der DAV-Adresse ihren Namen

Der neuen DAV-Adresse gibt eine bekannte Persönlichkeit der weltberühmten Weimarer Kunstschule „Bauhaus“ ihren Namen: Anni Albers. Die deutsch-amerikanische Textilkünstlerin, Weberin und Grafikerin gilt heute als Pionierin in dem Bereich der Webkunst. Sie vertrat kompromisslos die künstlerische Moderne. Durch sie veränderte sich das Aussehen von Gebrauchstextilien, ihre Wandbehänge wurden eine neue Form abstrakter Kunst. Ihre Liebe zu den Bergen bezeugen mehrere Briefe ihres Mannes Josef Albers. Trotz einer angeborenen neuromuskulären Erkrankung unternahm sie mit ihrem Mann Berg- und Klettertouren. Nach der Machtergreifung Hitlers in die USA emigriert, reiste das Paar immer wieder nach Mittel- und Südamerika, vor allem in die Anden. Aus den Bergen brachte sie viele Textilien präkolumbianischer Zeit mit, die auch als Inspiration für ihre Arbeit dienten.

 

Service für die Presse

 

Anni Albers: Eine starke Frau gibt der neuen DAV-Adresse ihren Namen

Mehr erfahren
Am 15. Februar 2021 ist die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins innerhalb Münchens umgezogen – in die Anni-Albers-Straße 7. Die namensgebende deutsch-amerikanische Textilkünstlerin, Weberin und Grafikerin gehörte zur weltbekannten Weimarer Kunstschule Bauhaus. Die neue Adresse befindet sich im Münchner Norden in der Parkstadt Schwabing. In diesem Stadtteil sind einige Straßen nach Bauhaus-Größen benannt, unter anderem nach Walter Gropius und Mies van der Rohe, Lilly Reich und Gunta Stölzl.