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Aktion Schutzwald

Ausgezeichnet durch die Vereinten Nationen

20.03.2020, 09:00 Uhr

Die Vereinten Nationen haben die Aktion Schutzwald als vorbildliches Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Jury-Mitglied und DOSB-Vizepräsident Andreas Silbersack hat die Entscheidung so begründet: „Gesundheit ist gerade Thema Nummer eins. Dazu bedarf es einer intakten Umwelt. Wir müssen also den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen. Die Aktion Schutzwald ist in dieser Hinsicht vorbildlich.“ Entsprechend erfreut zeigt sich Steffen Reich vom Deutschen Alpenverein: „Ich danke unseren Partnern, den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung, dass sie die Aktion vor Ort so hervorragend organisieren. Und ich danke den vielen Freiwilligen, die in ihrer Freizeit und ohne Gegenleistung die Aktion Schutzwald mit Leben füllen.“ Die Auszeichnung kommt übrigens zur richtigen Zeit: Am morgigen Samstag, 21. März, wird der Internationale Tag des Waldes begangen.

Ein großer Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Seit 1984 und damit seit 36 Jahren gibt es die Aktion Schutzwald. In diesem Projekt helfen Freiwillige während jeweils fünftägiger Arbeitseinsätze bei der alpinen Schutzwaldpflege und -sanierung. Unter fachlicher Anleitung werden in unterschiedlichen Bergregionen Bäume gepflanzt, Zugangswege gepflegt, Hochsitze gebaut, Sturmflächen geräumt oder Jungwald gepflegt. Dabei lernen sie die Helferinnen und Helfer die Alpen und den Bergwald aus einer ganz anderen Perspektive kennen und leisten einen aktiven Beitrag zum Naturschutz - denn: Ohne den Schutzwald wären Teile der Bayerischen Alpen unbewohnbar. Er hält Steinschlag, Felsstürze, Muren und Lawinen von den Tallagen fern. Gleichzeitig ist er wichtig für unser Trinkwasser und bietet Tieren und Pflanzen Lebensraum. Durch Klimawandel, Schadstoffbelastung und zu hohen Wildverbiss in den letzten Jahrhunderten gerieten viele Bergwälder in einen schlechten Zustand, sodass eine sorgfältige Pflege notwendig ist. Die Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt war von all diesen Aktivitäten nachhaltig beeindruckt. Ihr Fazit: Mit der Aktion Schutzwald wird ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt.

 

Andreas Silbersack, Jury-Mitglied und Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung des DOSB, würdigt die Aktion Schutzwald in seinem Statement:

 

Steffen Reich, Ressortleiter Naturschutz und Kartografie beim Deutschen Alpenverein, freut sich über die Auszeichnung:

 

Stefan Pratsch vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten freut sich ebenfalls über die Auszeichnung: „Einsatz für den Schutzwald ist gleichzeitig Einsatz für unsere Gesellschaft. Dass das Kooperationsprojekt ‚Aktion Schutzwald‘ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wird, freut mich besonders, weil es die Gesellschaft wieder aktiv mit der Natur verbindet.“

 

Reinhardt Neft von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) äußert sich zur Entwicklung der Aktion: „Was mit ein bis zwei gemeinsamen Aktionen im Jahr 1984 begann, hat sich mittlerweile zu jährlich circa 20 Aktionswochen mit Pflanzungen, Steigbau und weiteren wichtigen Arbeiten weiterentwickelt!“. Neft weiter: „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und fühlen uns dadurch umso mehr im Erfolg dieses gemeinsamen Projektes bestätigt.“

 

Erfolg dank starker und aktiver Partner und Helferinnen

Die Aktion Schutzwald wird jährlich in enger Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung durchgeführt. Außerdem unterstützt die Versicherungskammer Bayern den DAV seit über 20 Jahren im Bereich Hütten, Wege und Naturschutz. Ohne die langjährige Unterstützung durch diese fruchtbaren Partnerschaften wäre ein Engagement in diesem Umfang und mit diesem Erfolg nicht möglich. Doch der direkteste Einsatz kommt von den über 100 Helferinnen und Helfern, die jedes Jahr in über 4500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit mit anpacken. Was dazu motiviert, dabei zu sein, erklärt Frauke Blossey, die schon bei zahlreichen Aktionen mitgewirkt hat:

„Dem Bergwald etwas zurückzugeben und ihm unter die Arme zu greifen, die Natur wieder richtig hautnah erleben zu können, mit interessanten Leuten unterwegs zu sein und das einfache Leben auf einer Forsthütte genießen zu können – das alles treibt mich jedes Jahr aufs Neue an, bei dieser tollen Aktion mitzumachen.“

 

4000 Bäume im Jahr 2019 gepflanzt

Die Aktion Schutzwald 2019 war ein großer Erfolg. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der Aktion insgesamt 4506 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet – knapp 500 Stunden mehr als noch vor zwei Jahren. 127 freiwillige Helferinnen und Helfer haben teilgenommen und dabei 4040 Tannen, Fichten, Lärchen und Buchen gepflanzt, 7630 Meter Steige ausgebessert, Wildäsungsflächen gemäht und geräumt und über 25 Hochsitze gebaut oder saniert. Weitere Details finden sich unter diesem Link:

 

UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können.

 

Stefan Pratsch
Leiter Referat Waldbau, Waldschutz, Bergwald
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

„Der Schutzwald im Alpenraum sichert unsere Lebensgrundlage und ist von enormer Bedeutung für die biologische Vielfalt. Einsatz für den Schutzwald ist gleichzeitig Einsatz für unsere Gesellschaft. Dass das Kooperationsprojekt „Aktion Schutzwald“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wird, freut mich besonders, weil es die Gesellschaft wieder aktiv mit der Natur verbindet. Wald mit eigener Muskelkraft zu gestalten, zu schützen und zu verjüngen weckt Begeisterung für den Schutzwald und seine Pflege und macht seinen unschätzbaren Wert für jedermann erlebbar. Mein herzlichster Dank für diese Leistungen gilt allen Mitwirkenden des DAV, der BaySF, der Bayerischen Forstverwaltung und allen Freiwilligen, die die Aktion Schutzwald jedes Jahr wieder mit Leben füllen und zum Erfolg führen.“

 

Reinhardt Neft
Vorstand der Bayerischen Staatsforsten (BaySF)

 

„Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bewirtschaften rund 160.000 ha Waldfläche im Hochgebirge der Bayerischen Alpen, wovon rund zwei Drittel als gesetzlicher Schutzwald ausgewiesen sind und tragen somit eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt des Bergwalds in Bayern.

Umso mehr freut es uns, dass sich der deutsche Alpenverein bereits seit 1984, zusammen mit den BaySF und der Bayerischen Forstverwaltung, für den Erhalt und die Pflege des alpinen Schutzwaldes einsetzt. Was mit ein bis zwei gemeinsamen Aktionen im Jahr 1984 begann, hat sich mittlerweile zu jährlich circa 20 Aktionswochen mit Pflanzungen, Steigbau und weiteren wichtigen Arbeiten weiterentwickelt! Neben der Erbringung dieser wichtigen Arbeitsleistung entwickeln die Teilnehmer zudem ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge sowie für die Notwendigkeit eines aktiven Waldmanagements zur Erhaltung der vielfältigen Schutzfunktionen für Mensch und Natur im Gebirge.

Ich bedanke mich an dieser Stelle, stellvertretend für die BaySF, für die Organisation und die tatkräftige Unterstützung des DAV sowie bei den freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und fühlen uns dadurch umso mehr im Erfolg dieses gemeinsamen Projektes bestätigt. Die Bayerischen Staatsforsten werden das Projekt mit allen Beteiligten selbstverständlich auch zukünftig gerne fortführen."

 

Frauke Blossey
Langjährige Teilnehmerin an der Aktion Schutzwald

 

„Die Aktion Schutzwald ist für mich jedes Jahr Pflichtprogramm. Fragen mich Freundinnen und Freunde nach meiner Urlaubsplanung, steht ein Urlaub jedes Jahr zu 100 Prozent fest: „Eine Woche Aktion Schutzwald!“ Dem Bergwald etwas zurückzugeben und ihm unter die Arme zu greifen, die Natur wieder richtig hautnah erleben zu können, mit interessanten Leuten unterwegs zu sein und das einfache Leben auf einer Forsthütte genießen zu können – das alles treibt mich jedes Jahr aufs Neue an, bei dieser tollen Aktion mitzumachen. Viele Mitarbeiter vom Forstamt sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen, so dass es nicht selten vorkommt, dass ich mich zwei bis drei Jahre hintereinander an der gleichen Aktionswoche beteilige. Hierbei trifft man auch häufiger auf bekannte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen es wohl ähnlich geht. Die körperliche Arbeit und die Abgeschiedenheit von der Außenwelt (kein Handyempfang, keine digitalen Medien etc.) sind für mich aufgrund ihrer entschleunigenden Wirkung eine sehr große Bereicherung im Gegensatz zu meinem sonst sehr stressigen Büroalltag. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle Teilnehmenden und Organisatoren! Bitte weiter so machen!“

 

Robert Menz
Teilnehmer an der Aktion Schutzwald

 

"An der Aktion Schutzwald nehme ich immer wieder teil, da ich die Berge für meine Hobbies regelmäßig nutze und somit der Natur und insbesondere den Bergen etwas zurückgeben kann. Von diesen Aktionen profitieren auch die ansässigen Bewohnerinenn und Beweohner. Die Umgestaltung des Bergwaldes in Zeiten des Klimawandels halte ich für wichtig, auch wenn dies nicht primäres Ziel der Aktion Schutzwald ist. Hier geht es um Wiederaufforstung von Hängen, die durch Lawinenabgänge beschädigt worden sind und somit für die ansässigen Bewohner und/oder die Infrastruktur eine Gefahr darstellen."