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23.06.2018

Berge in Flammen - Sonnwendfeuer 2018

Wenn der längste Tag im Jahr auf die kürzeste Nacht trifft, wird in den Bergregionen der Sommer auf eine ganz besondere Weise begrüßt: Dann ist Zeit für die alljährlichen Bergfeuer. Hier finden Sie ein paar schöne Beispiele.

Tradition seit dem Mittelalter

Die Tradition der Bergfeuer wird von Region zu Region sehr unterschiedlich gelebt. Eines aber ist überall gleich: Die Bergfeuer sind ein eindrucksvolles Schauspiel – für Zuschauer sowohl im Tal als auch am Berg.

Der Brauch reicht zurück bis ins Mittelalter. In Bayern heißen Bergfeuer oftmals "Johannifeuer" und werden nicht direkt zur Sonnwende am 21. Juni entfacht, sondern erst in der Nacht auf den 24. Juni, der sogenannten Johannisnacht. Diese Bezeichnung leitet sich vom Gedenktag der Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni ab. In Tirol wird die Sonnenwende meist mit so genannten "Herz-Jesu-Feuern" gefeiert. Namensgebend ist der Herz-Jesu-Schwur aus dem Jahr 1796, mit dem die Tiroler Einheit im Kampf gegen Frankreich und Bayern herstellen wollten.

 

Sonnwendfeuer in den bayerischen Bergen

Dieses Jahr wird am 23. Juni an der Kampenwand im Chiemgau der längste Tag im Jahr mit einem großen Sonnwendfeuer gefeiert. Inmitten der idyllischen Bergwelt wird ab 18 Uhr mit kulinarischen und musikalischen Höhepunkten an und in der SonnenAlm gefeiert. Alphornbläser untermalen die Stimmung, die Bergbahn fährt an diesem Tag durchgehend bis Mitternacht. Ähnliches gilt auf dem Wallberg: mit der Bahn ab Rottach-Egern und dazu ein atemberaubender Blick auf den Tegernsee. Das Feuer wird gegen 22 Uhr entzündet – bei Einbruch der Dunkelheit. Am Brauneck im Isarwinkel wird’s ebenso am 23. Juni „feuerlich". Die Brauneck-Bergbahn fährt bis 22:00 Uhr hinauf, die letzte Talfahrt ist um 24:00 Uhr.

 

Sonnwendfeuer in Tirol

In der Nacht vom 23. und 24. Juni werden die Berge am Wilden Kaiser zur Sonnenwende "brennen". Die Bergstation Hartkaiser bietet eine besonders schöne Aussicht zu den Feuerbildern. In den Kitzbühler Alpen erleuchten unzählige Feuer die Nacht der Sonnwende. Gut zu sehen sind diese von der Bergstation Harschbichl bei St. Johann. Die Bahnen fahren bis 24:00 Uhr. Ein besonders beeindruckendes Schauspiel findet schließlich an der Tiroler Seite der Zugspitze statt: Am Abend des 23. Juni erleuchten zahlreiche Feuer mit unterschiedlichen Motiven die Berge rund ums Ehrwalder Becken. Seit 2010 gelten diese Bergfeuer als immaterielles UNESCO Kulturerbe. Beginn ist 22 Uhr, bei schlechtem Wetter werden die Bergfeuer auf den 30. Juni verschoben.

 

Praktische Tipps

Alle Sonnwendfeuer sind gut vom Tal aus zu sehen. Manchmal lohnen sich aber ein paar Schritte zu einem talnah gelegenen Aussichtspunkt. In anderen Fällen ist es ein großartiges Erlebnis, mit einer Bergbahn zu einem hoch gelegenen Aussichtspunkt zu fahren. Wie beschrieben, bieten einige Bergbahnen den Service einer abendlichen Fahrt zum Sonnwendfeuer-Termin an. Ob talnahe Wanderung oder ein paar Schritte in der Nähe einer Bergstation: Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für diese Fälle angepasste Ausrüstung, bestehend aus Bergschuhen mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle sowie wetterfester und warmer Bekleidung. Außerdem sollten eine Stirnlampe, Sitzkissen und Verpflegung nicht fehlen. Außerdem sollten Sie unbedingt die Fahrzeiten der Bergbahnen und die Ruhezonen von Wildgebieten beachten.

 

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