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Söders "Naturoffensive": DAV fordert, die Alpenplanänderung rückgängig zu machen

03.08.2018, 11:47 Uhr

Auf der Zugspitze hat Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag, 31. Juli, eine „Naturoffensive“ für Bayern verkündet: Laut Beschluss des bayerischen Kabinetts sollen für Maßnahmen zum Natur- und Klimaschutz 120 Millionen Euro ausgegeben werden. Dieses Engagement erkennt der Deutsche Alpenverein an. Gleichwohl bleibt für den größten Naturschutz- und Bergsportverband Deutschlands ein fader Beigeschmack, dass diese Investitionen in Infrastruktur und Personal den Mangel an Gebietsschutz in Bayern überdecken sollen. Denn erst vor wenigen Monaten hat der Bayerische Landtag mit dem Alpenplan ein sehr bedeutendes Raumplanungsinstrument zugunsten einer geplanten Skigebietserweiterung am Riedberger Horn geändert. „Diese Änderung war in raumordnungspolitischer Hinsicht eine Katastrophe", sagt DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher. Der Deutsche Alpenverein fordert jetzt eine Rücknahme der Änderung, nachdem die Pläne im Allgäu inzwischen ohnehin ad acta gelegt worden sind.

 

Informationszentren allein machen keinen Naturschutz

Die Millionensummen fließen vorrangig in ein großes Artenschutzzentrum in Augsburg sowie in mehrere Informations- und Umweltzentren in der Rhön, im Spessart, an der Donau, am Riedberger Horn und in den Naturparken. Daneben soll auch das Vertragsnaturschutzprogramm gestärkt werden, das als einzige Maßnahme auch in der Fläche Wirkung zeigen kann. Denn allein durch Informationszentren lässt sich der Artenschwund in Bayern nicht aufhalten. Dazu braucht es auch den wirkungsvollen Naturschutz in der Fläche. Für den bayerischen Alpenraum spielt der Alpenplan dabei eine ganz zentrale Rolle.

 

Die Alpenplanänderung war eine Katastrophe

Mehr als 40 Jahre lang blieb der Alpenplan unverändert und hat sehr wirkungsvoll dafür gesorgt, dass unbebaute Gebiete von Erschließungsmaßnahmen verschont blieben. Der DAV sieht dieses Raumplanungsinstrument insgesamt gefährdet. Rudi Erlacher: "Die Änderung des Alpenplans weist in die falsche Richtung und setzt eine nachhaltige Entwicklung der bayerischen Alpen aufs Spiel: Einzelinteressen wurden über das Gemeinwohl gehoben, obwohl sich 91 Prozent der bayerischen Bürger für den Erhalt des Alpenplans ausgesprochen haben.“ Zwar hat die Bayerische Staatsregierung inzwischen umgeschwenkt und der Skischaukel für die nächsten zehn Jahre eine Absage erteilt. Die umstrittene Änderung des Alpenplans blieb jedoch bestehen. Jetzt hat die Bayerische Staatsregierung die Chance, im Zuge der Naturoffensive diesen Schritt rückgängig zu machen – dann kann aus der Naturoffensive eine echte Naturschutzoffensive werden.

 

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