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Aufstiegsmöglichkeiten in allen Skigebieten vorhanden

05.12.2012, 12:01 Uhr

 

 

Die Wintersaison in den Alpen steht unmittelbar bevor. Nicht nur Alpinskifahrer werden dann auf den Pisten unterwegs sein, sondern auch Skitourengeher. In den vergangenen Jahren hat diese doppelte Nutzung an manchen Orten zu Konflikten geführt. Seit vergangenem Jahr setzen sich der Verband Deutscher Seilbahnen und der Deutsche Alpenverein gemeinsam für ein spannungsfreies Nebeneinander von Tourengehern auf Pisten und Alpinskifahrern ein. Die Bilanz ist überaus positiv: "In allen bayerischen Skigebieten stehen jetzt tagsüber Aufstiegsmöglichkeiten für Tourengeher zur Verfügung", sagt Hanspeter Mair vom DAV. VDS-Präsident Peter Huber pflichtet ihm bei: "Es ist unser Ziel, die Tourengeher nicht auszuschließen, sofern sie sich an die jeweils vor Ort ausgehandelten Regelungen halten."

 

Die neue Videokampagne

 

 

Über den Share-Button erhalten Sie den Code zum Einbetten des Videos. Sie können den Clip außerdem in verschiedenen Dateiformaten unter diesem Link herunterladen (Button: "Download" links unter dem Video).
 

Der DAV hat einen Videoclip produziert, der auf die DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten aufmerksam macht. Inhaltlich geht es in dem 50-Sekunden-Streifen um die Kollisionsgefahr von Tourengehern und Pistenskifahrern. Der Clip soll im Rahmen einer breit angelegten Kampagne möglichst vielen aktiven Skitourengehern bekannt gemacht werden. Schwerpunktmäßig ist die Kampagne auf das Internet ausgelegt. Geeignet ist der Clip aber auch für Vorführungen bei Events und im TV.

 

Gemeinsame Positionen von VDS und DAV

Eine Saison ist mittlerweile vorbei, in der sich der Seilbahnverband und der Alpenverein gemeinsam für ein konfliktfreies Nebeneinander von Tourengehern auf Pisten und Alpinskifahrern eingesetzt haben. Eine Saison, in der dieses politische Signal auf die unterschiedlichen Situationen in den vielen bayrischen Skigebieten einwirken konnte. Die Resultate sind sehr positiv: Wo bereits funktionierende Regelungen existierten, sind diese gefestigt. Wo noch Lösungen zu finden waren, wurden diese gefunden. Und wo sich bestehende Regelungen nicht bewährt haben, wurden Anpassungen vorgenommen. Unverändert geblieben sind hingegen vier zentrale Punkte, die DAV und VDS vor einem Jahr als Basis ihrer gemeinsamen Bemühungen formuliert haben:

  1. DAV und VDS bringen sich aktiv ein, um Konflikte durch Skitouren auf Pisten zu lösen. Skigebiete mit erheblichem Handlungsbedarf gibt es vor allem im Einzugsbereich Münchens. Für viele andere Skigebiete der bayerischen Alpen ist der Handlungsbedarf momentan gering oder nicht gegeben, da bereits akzeptable Lösungen gefunden und erfolgreich umgesetzt wurden. Ziel ist es, zu erreichen, dass in allen bayerischen Skigebieten Aufstiegsmöglichkeiten für Tourengeher zur Verfügung stehen.
  2. Skitourengeher im Bereich von Pistenskigebieten sind verpflichtet, sich an die zehn allgemeinen DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten sowie an örtliche Regelungen der Skigebiete, z.B. ausgewiesene Aufstiegsrouten für Tourengeher oder zeitlich befristete Sperrungen, zu halten.
  3. Zeitlich befristete Sperrungen von Pistenabschnitten (etwa Engpassagen), bestimmten Abfahrten oder Skiwegen zur Vermeidung von Unfallgefahren können in Einzelfällen nötig sein.
  4. Zur Erarbeitung praktikabler Lösungen für Skigebiete mit Handlungsbedarf organisiert und moderiert der DAV Gesprächsrunden auf örtlicher Ebene. Im Dialog mit den Beteiligten (Vertreter der Bergbahnen und Lifte, Gemeinden, zuständigen DAV-Sektionen etc.) kann dabei auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort detailliert eingegangen werden.

        

        

Risiken des Tourengehens auf Pisten

Viele Tourengeher sind auf Pisten unterwegs, weil sie auf den präparierten und beschneiten Pisten ideale Bedingungen sowohl für den Aufstieg als auch für die Abfahrt vorfinden, und weil sie es dort für nicht gefährlich halten. Und tatsächlich ist man auf geöffneten Pisten vor den typischen Gefahren des freien Skiraumes sicher – also in erster Linie vor Lawinen. An die Stelle dieser Gefahren treten allerdings andere
Risiken. Zum einen resultieren diese daraus, dass Tourengeher auf Pisten aufwärts gehen, während der Großteil der Pistennutzer abfährt. Bei viel Betrieb und an Engstellen kann das gefährlich sein. Zum anderen droht erhebliche Gefahr für Tourengeher, die nach Skibetrieb unterwegs sind, wenn Pisten u.a. auch mit Hilfe von Seilwinden präpariert oder Lawinen abgesprengt werden. Es ist daher sehr wichtig, die zehn DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten beachten.



   

Die DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten

 

  1. Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.
  2. Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf den Skibetrieb achten.
  3. Besondere Vorsicht vor Kuppen, in Eng­passagen, Steilhängen, bei Vereisung und beim Queren der Pisten. Keine Querungen in unübersichtlichen Bereichen.
  4. Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten.
  5. Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. Bei Einsatz von Seilwinden sind die Skipisten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es besteht Lebensgefahr.
  6. Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren. Bei Dunkelheit stets mit eingeschalteter Stirnlampe gehen, reflektierende Kleidung tragen.
  7. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Keine Skitouren in Skigebieten durchführen, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind.
  8. Skitouren nur bei genügend Schnee unter­nehmen. Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.
  9. Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit werden Tiere empfindlich gestört. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.
  10. Regelungen an den Parkplätzen sowie Parkgebühren respektieren. Umweltfreundlich anreisen.

Allerdings stoßen diese Regeln dort an ihre Grenzen, wo Pisten von einer zu großen Anzahl Tourengeher frequentiert werden. Die Seilbahnunternehmen beschneien und präparieren die Skipisten primär für die abfahrenden Skifahrer und sind für die Sicherheit verantwortlich. Aufgrund des Gefährdungspotentials und der Nutzungseinschränkung für die Abfahrer können hier zukünftig auch strikte Trennungen von Aufstieg und Abfahrt notwendig werden. Die Ausgestaltung muss jedoch individuell vor Ort festgelegt werden. Seit 2003 bemüht sich der DAV um einvernehmliche Lösungen in allen bayerischen Skigebieten. Dabei arbeitet er mit allen Beteiligten eng zusammen: dem Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS), dem Bayerischen Innen- und Umweltministerium, dem Landesamt für Umwelt, dem Deutschen Skiverband, dem Lawinenwarndienst sowie den Lift- und Bahnbetreibern, Gemeinden und zuständigen DAV-Sektionen.