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Keine Neuerschließung am Riedberger Horn

09.04.2018, 14:30 Uhr

Der Streit um die Skischaukel am Riedberger Horn hat vorerst ein Ende:

Ministerpräsident Söder verkündete am 6. April auf einer Pressekonferenz das vorläufige Aus für die ursprünglichen Erschließungspläne im Allgäu. Laut Ministerpräsident Söder waren auch die kritische, bayernweite Aufmerksamkeit sowie befürchtete Imageverluste für die Region mitausschlaggebend für die Entscheidung.

 

Von Beginn an hat sich der DAV gegen die Änderung des Alpenplanes und die Erschließung am Riedberger Horn ausgesprochen. Der Spitzenkletterer Alexander Huber, die Expeditionsbergsteiger Alix von Melle und Luis Stitzinger, Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von VAUDE, und viele andere bekannte Gesichter waren aktive Unterstützerinnen und Unterstützer der DAV-Kampagne #DankeAlpenplan. Die erzeugte mediale Aufmerksamkeit, die hohen Reichweiten, die virale Ausbreitung der Kampagne sowie das verzweigte Netzwerk sorgten für einen Erfolg, der wohl auch zur heutigen Entscheidung beigetragen hat und den DAV darin bestärkt, sich weiter für den Schutz der Alpen zu engagieren.

 

Dies bedeutet auch, dass der DAV die nun angekündigten Millionen-Pläne im Allgäu sehr genau beobachten und begleiten wird. Grundsätzlich ist es sehr erfreulich, wenn der naturnahe Tourismus im bayerischen Alpenraum so massiv gefördert wird. Die Naturschutzverbände werden Ministerpräsident Söder jedoch beim Wort nehmen und darauf drängen, dass auch künftig „Ruhe und Frieden am Riedberger Horn“ herrschen und keine Eventisierung stattfindet.

 

Gerade große Alpenvereinsprojekte wie „Bergsteigerdörfer“, „Natürlich auf Tour“ oder die bundesweiten Kletterkonzeptionen bieten gute Ansatzpunkte für die Realisierung eines naturnahen und nachhaltigen Tourismus. Sollte es mit der heutigen Entscheidung gelingen, dass Tourismus, Regierung und Verbände künftig gemeinsam nach den besten Lösungen suchen, sind die angekündigten Gelder eine sehr sinnvolle Investition. Und nur im Zusammenspiel aller Akteure können die Bayerischen Alpen auch für kommende Generationen als einzigartiger Erholungs- und Naturraum bewahrt werden – einfach schön.

 

BN und LBV reichen Normenkontrollklage ein

Kurz nach der offiziellen Pressekonferenz der Staatsregierung erläuterten Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) und Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), den Sachstand der von ihnen eingereichten Normenkontrollklage bezüglich der Alpenplanänderung: Unabhängig von der heutigen Entscheidung werde die Klage so lange aufrechterhalten, bis konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen, wie das Riedberger Horn dauerhaft zu sichern ist. Unterstützt werden die beiden Verbände von der CIPRA Deutschland, in der neben BN, LBV und DAV acht weitere Naturschutzverbände organisiert sind. „Wir treten gemeinsam ein für einen starken Alpenplan“, so Rudi Erlacher, DAV-Vizepräsident. „Nur durch ihn sind unsere Bayerischen Alpen so unberührt und ursprünglich geblieben, wie wir sie kennen und lieben“. Die Pressemitteilung von CIPRA, LBV und BN steht unter "Downloads" zur Verfügung: