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Kein zweites Riedberger Horn

01.03.2018, 10:00 Uhr

Am 2. März 2018 feiert die „Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns e.V.“ ihr 25-jähriges Bestehen. In diesem Vierteljahrhundert hat die Aktionsgemeinschaft erfolgreich den Zusammenschluss der Skigebiete Heutal und Winklmoos/Steinplatte in den Chiemgauer Alpen verhindert.

Sanfter Tourismus und attraktives Tourengelände statt Kommerz und Skischaukel

Seit den 70er Jahren gibt es Pläne, das winzige Skiareal Heutal mit dem größeren und attraktiveren Skigebiet Winklmoos/Steinplatte zusammenzuschließen. Bis heute wurde die Umsetzung dieser Pläne verhindert und die Gegend, einschließlich des fast 2000 Meter hohen Sonntagshorns, ist eines der schönsten und beliebtesten Tourengebiete in den östlichen Bayerischen Alpen geblieben. Landschaft, Wald und Lebensräume von Birk- und Auerhühnern konnten erhalten bleiben. Ein großer Erfolg, der nicht an Veränderungen oder Ergebnisse, sondern an Erhalt geknüpft ist. Diesen Freitag wird die Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns e.V. im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen diesen Erfolg feiern.

 

Erfolgreiches DAV-Projekt bringt Mensch und Natur in Einklang

Auch der Deutsche Alpenverein setzt sich im besagten Gebiet für die Förderung von sanftem Tourismus ein und hat mit dem Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ ein äußerst erfolgreiches Instrument zur Besucherlenkung entwickelt. Das Projekt ist hier grenzüberschreitend und gilt im benachbarten Österreich genauso wie auf der bayerischen Seite. Schilder zur Routenführung und zur Kennzeichnung von Naturschutz- und Wald-Wild-Schongebieten wurden aufgestellt, die Sportlerinnen und Sportler sensibilisiert und in den Alpenvereinskarten sowie auf alpenvereinaktiv.com werden die Schutz- und Schongebiete und die naturverträglichen Routen abgebildet. Das Konzept geht auf, das Areal um das Sonntagshorn gilt heute als Paradebeispiel für ein Miteinander von sanfter Erholungsnutzung und Naturschutz in den Bayerischen Alpen.

 

Gefährdet eine Aufweichung des Alpenplans auch das Sonntagshorn?

Mit großer Sorge werden die Vorhaben am Riedberger Horn auch von den Aktivistinnen und Aktivisten im Chiemgau beobachtet. Der Alpenplan ist ein großräumiges Instrument und wenn die Skischaukel am Riedberger Horn genehmigt und das Bauvorhaben vollzogen werden sollte, besteht die Gefahr, dass auch an anderen Orten Erschließungsideen aufkommen. Das Sonntagshorn gilt als beispielhaft für das Greifen des Alpenplanes und die Wahrscheinlichkeit, dass hier Begehrlichkeiten geweckt werden könnten, ist besonders hoch. Genauso wie am Geigelstein. Doch dort ist keine Gefahr in Verzug, da mittlerweile ein Naturschutzgebiet geschaffen wurde und damit alle Skischaukelpläne endgültig vom Tisch sind.

 

Mit der 25-Jahr-Feier will die Aktionsgemeinschaft ein Zeichen setzen und sich für die Zukunft wappnen, um den sensiblen Naturraum und das attraktive Tourengelände am Sonntagshorn auch für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Um dem Vorhaben mehr Gewicht zu verleihen, wurde Landtagspräsident a.D. Alois Glück als Schirmherr gewonnen. Alois Glück, der damals maßgeblich an der Ablehnung der Erschließungspläne seitens der Bayerischen Staatsregierung beteiligt war, wird beim Festakt eine Rede halten.

 

Details zur Veranstaltung

Freitag, den 02. März 2018 um 19 Uhr

Parkhotel 1888 Traunstein, Bahnhofstraße 11, 83278 Traunstein

 

Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner:

  • Alois Glück, Schirmherr, Landtagspräsident a. D.
  • Dr. Wolf Guglhör, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns e.V.
  • Christian Kegel, Oberbürgermeister Traunstein
  • Maria Noichl, Europaabgeordnete
  • Gisela Sengl, Landtagsabgeordnete
  • Dr. Hannes Augustin, Geschäftsführer des Salzburger Naturschutzbundes
  • voraussichtlich Astrid Rösler, Salzburger Landesregierung
  • Paul Höglmüller, Bayerische Staatsforsten, Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding
  • Thomas Zanker, Bayerische Staatsforsten, Leiter des Forstbetriebs Bayerische Saalforsten
  • Walter Kellermann, Lawinenexperte und Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft
  • Willi Schwenkmeier, DAV Sektion Traunstein
  • Rudolf Till, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft
  • Manfred Scheuermann, Deutscher Alpenverein, Ressort Naturschutz und Kartografie

Akkreditierung:

Bitte melden Sie sich unter presse[Klammeraffe]alpenverein[Punkt]de für diese Veranstaltung an.

 

Hintergrundinfos zu den Bayerischen Saalforsten

In der Region um das Sonntagshorn gibt es eine Besonderheit: Dort steht eine 18.500 Hektar große Wald- und Gebirgsregion, die hoheitlich zu Österreich gehört, unter bayerischer Verwaltung. In der Salinenkonvention, dem ältesten heute noch gültigen europäischen Staatsvertrag, wurde 1829 zwischen Österreich und Bayern „unwiderruflich und auf ewige Zeiten“ festgelegt, dass Bayern das Holz der Saalforste nutzen darf und Österreich im Gegenzug die Salzvorräte bei Hallein auch jenseits der Grenze abbauen kann. Dass ein Teil dieser Saalforste und das einzigartige Skitourengebiet rund um das Sonntagshorn nicht in eine Skischaukel verwandelt wurden, ist den engagierten Naturschützern der „Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns e.V.“ zu verdanken - auch, weil diese stets engen Kontakt mit den jeweils amtierenden bayerischen Spitzenpolitikern pflegten. Die Politiker, z.B. Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber, hatten eine Verbindung der Skigebiete Heutal und Winklmoos/Steinplatte durch das Gebiet der Bayerischen Saalforste hindurch stets abgelehnt.

 

Infos zum Herunterladen

Unter Downloads finden Sie Bildmaterial vom Sonntagshorn und den Pressetext als PDF. Bitte geben Sie bei der Verwendung des Fotos den Bildnachweis DAV/Manfred Scheuermann an.