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gerade wild. Alpenflüsse: Neue Sonderausstellung im Alpinen Museum

16.05.2018, 19:30 Uhr

Sie prägen das Bild der Alpen wie die Berge: Der Tagliamento in Italien, die Isel in Osttirol oder die Obere Isar sind wilde Schönheiten und haben ihren urwüchsigen Charakter bewahrt. Allerdings gibt es solche Alpenflüsse nur noch selten im Alpenraum und die übrig gebliebenen sind heute vielfach bedroht. Wie sollen wir mit den Alpenflüssen künftig umgehen? Dieser Frage geht die neue Sonderausstellung „gerade wild. Alpenflüsse“ des DAV in München nach. Zu sehen ist die Ausstellung ab dem 17. Mai 2018 bis zum 17. März 2019 – und zwar an einem Ort, der kaum geeigneter für dieses Thema sein könnte: Das Alpine Museum auf der Praterinsel ist von der Isar umflossen.

 

Wertvolle Naturlandschaft in Gefahr

Alpenflüsse sind seit jeher artenreiche Lebensräume. Gespeist durch Regen- und Gletscherwasser winden sie sich durch verschiedenste Gesteinsschichten und schaffen einzigartige Landschaften. Für den Menschen sind die Flüsse und ihre Auen in vielfältiger Hinsicht sehr wertvoll – sei es zum Ackerbau, zur Erholung oder zur Energiegewinnung. Ohne Folgen bleibt dies nicht: Verbauungen, Begradigungen, Staudämme und Wehre, aber auch die intensive Nutzung der Auen haben das natürliche Gleichgewicht an und in den Flüssen in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem gibt es immer wieder Pläne für neue Wasserkraftanlagen und Pumpspeicher. „Wir müssen die letzten noch frei fließenden Alpenflüsse unbedingt vor technischer Verbauung schützen“, forderte daher DAV-Vizepräsidentin Melanie Grimm im Rahmen der offiziellen Ausstellungseröffnung am Abend des 16. Mai auf der Praterinsel.

 

Die Ausstellung ist Teil eines Verbundprojektes

Mit der neuen Sonderausstellung und den begleitenden Podiumsdiskussionen und Expertengesprächen möchte der DAV auf die Einzigartigkeit und die aktuelle Bedrohung der Alpenflüsse aufmerksam machen. „Wir brauchen dringend weitere Renaturierungen an den Alpenflüssen“, sagte Melanie Grimm. „Sie sind für den Erhalt seltener Arten wie den Flussregenpfeifer oder die Deutsche Tamariske ebenso notwendig wie für den Hochwasserschutz und eine attraktive Landschaft. Es gibt bereits gute Beispiele dafür.“ 

Die Sonderausstellung ist Teil des Verbundprojekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, an dem 18 Projektpartner aus Naturschutz, Verwaltung, Wirtschaft und dem Sozialbereich beteiligt sind. Gemeinsames Ziel ist der Erhalt und die Wiederherstellung artenreicher Lebensräume an Isar, Loisach, Ammer, Lech und Wertach. Die Ausstellung wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

 

So sieht die Ausstellung aus

Pappröhren sind das zentrale Gestaltungselement der Ausstellung. Die Idee dazu hatte die Innenarchitektin Astrid Peters. Mit den unterschiedlich langen und unterschiedlich angeordneten Röhren möchte sie die Differenz zwischen ursprünglichem und begradigtem Fluss deutlich machen. In die aus recyceltem Altpapier hergestellten Zylinder sind viele visuelle und akustische Ausstellungselemente integriert.

 

Virtueller Rundgang durch die Ausstellung

Die virtuelle Tour zur Ausstellung finden Sie hier:

 

360-Grad-Fotos von Alpenflüssen

360-Grad-Aufnahmen von wilden und begradigten Flüssen können Sie hier abrufen und auf Ihrer Seite einbetten:

 

 

Infos zur Ausstellung „gerade wild. Alpenflüsse“

17. Mai 2018 bis 17. März 2019

Alpines Museum, Praterinsel 5, 80538 München

Öffnungszeiten Di – So und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr

Weitere Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm: 

www.alpenverein.de/Kultur/Gerade-Wild-Ausstellung/

 

Bildmaterial für redaktionelle Zwecke gibt es unter skyfish.com/p/alpenverein/1014773