logo-dav-116x55px

Ein Berg für alle Berge

Das war unser Aprilscherz!

01.04.2019, 11:00 Uhr

DAV gibt Opferberg zur Erschließung frei

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Hamburg haben die Delegierten des Deutschen Alpenvereins neue Wege im Naturschutz beschlossen. Den Verfechtern einer intensiven Tourismuswirtschaft schlagen sie einen einmaligen Deal vor: An einem Berg in den Bayerischen Alpen dürfen sie tun, was sie wollen. Im Gegenzug garantieren sie einen vollständigen Erschließungsstopp für den Rest des bayerischen Alpenraums. "Die Alpen stehen kurz vor dem Erschließungskollaps", sagt eine DAV-Sprecherin. "Wenn wir die Berge retten wollen, müssen wir ganz neue Wege gehen!"

 

Alpenplan reloaded: Ein Berg für alle Berge

Das Prinzip von "Projekt Opferberg" ist eigentlich nicht neu; es entspricht vielmehr der Idee, die hinter dem vielbeachteten und seit bald 50 Jahren bestehenden Alpenplan steht: Manche Regionen werden für Erschließungsprojekte geöffnet, während andere Regionen umso strikter geschützt werden. Neu ist allerdings die Konsequenz, mit der diese Kernidee verfolgt wird: Vollständige Öffnung gegen vollständigen Schutz. Der Opferberg soll selbstverständlich demokratisch und zeitgemäß ausgewählt werden – in einem öffentlichen und transparenten Verfahren in den sozialen Medien.

 

#unserealpenmeinopferberg

Welcher Berg in den Bayerischen Alpen soll nun geopfert werden? Der DAV ruft die Bergsport-Community auf, auf Facebook und Instagram mitzubestimmen und den persönlichen Opferberg zu benennen. Freilich will der DAV hier niemanden beeinflussen. Allerdings möchten die Delegierten darauf hinweisen, dass eine gewisse Opferbereitschaft durchaus nötig sein wird. "Ein hässlicher Buckel wird die harten Touristiker nicht zufriedenstellen", gibt die DAV-Pressesprecherin zu bedenken. "Wenn wir die Alpen retten wollen, müssen wir ein echtes Opfer bringen!" Nach Ablauf des 1. April wird ausgezählt; der am häufigsten genannte Berg wird der Erschließungslobby in einer feierlichen Zeremonie zeitnah übergeben.

 

Der DAV als aktiver Gestalter: die „Magic-Mountain-Adventure-Arena“?

Mit dem Projekt Opferberg will der DAV endgültig sein Image als Wohlstandsverhinderer hinter sich lassen. Deshalb geht er auch noch einen Schritt weiter und appelliert an die Bergsport-Community, auf Facebook und Instagram auch Ideen zu unterbreiten, wie der Opferberg erschlossen werden soll. "Die Vorschläge dürfen gerne über die üblichen Flying Foxes, Sommerrodelbahnen und Achtersessellifte hinausgehen", sagt die DAV-Sprecherin. Wie wäre es zum Beispiel mit Quad-Touren für Offroad-Fans, einem Infinity-Massage-Pool am Gipfel und Baggerkurse für gelangweilte Ehemänner? Und das alles zusammengefasst in einer ‚Magic-Mountain-Adventure-Arena‘“. Die Einsendungen werden ebenfalls gesammelt und der Erschließungslobby übergeben.