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Start der Wandersaison: Tipps vom DAV

08.05.2018, 12:00 Uhr

Nach einem schneereichen Winter hält der Frühling pünktlich zum Saisonstart vieler Hütten auch in den Bergen Einzug: An Christi Himmelfahrt und dem anschließenden Wochenende wird in den bayerischen Alpen und in den angrenzenden Regionen recht freundliches Wetter herrschen. Viele Bergsportlerinnen und Bergsportler werden deshalb in die Sommersaison starten. "Im Frühjahr ist es in den Alpen besonders schön, aber es gibt auch einige spezielle Dinge zu beachten", sagt Robert Mayer vom DAV. "Dazu gehören zum Beispiel Schneefelder, die insbesondere an nordseitigen Hängen häufig anzutreffen sind". Der Deutsche Alpenverein gibt wichtige Tipps und Infos für gelungene Bergtouren.

Die ersten Touren der Saison

Schneefreie Bergtouren sind an südseitigen Hängen vielerorts bereits bis etwa 1700 Meter möglich. Nordseitig und in höheren Lagen sind Schneefelder allerdings keine Ausnahme. Beim Überqueren empfiehlt Robert Mayer eine defensive Vorgehensweise: "Besondere Vorsicht ist an steilen und hart gefrorenen Schneefeldern geboten. Wer abrutscht, erreicht schnell hohe Geschwindigkeiten, und das oft felsige Gelände am unteren Ende wird zur gefährlichen Falle." Nur mit viel Erfahrung und entsprechender Ausrüstung (Grödel/Steigeisen und Pickel) sollte man solche Schneefelder angehen. Mehr Infos zu Altschneefeldern gibt es hier.

 

Für die Bayerischen Alpen meldet das DAV-Bergwetter derzeit am Donnerstag und Freitag wechselhafte, aber nicht unfreundliche Bedingungen. Allerdings sinken die Temperaturen generell etwas ab, und insbesondere in höheren Lagen kann es sogar empfindlich kalt werden: Sind am Chiemsee noch etwa 20 Grad vorhergesagt, liegt die erwartete Temperatur am 1838 Meter hohen Wendelstein nurmehr bei acht Grad. "Warme und regensichere Kleidung inklusive Mütze darf deshalb in keinem Rucksack fehlen", so Robert Mayer. 

 

Jetzt noch besser: das DAV-Bergwetter

Das Online-Bergwetter gehört für User zu den wichtigsten Angeboten auf der Alpenvereinswebsite. Nun ist der Service noch besser geworden: Mit grafischen Layern für Niederschlag und Schneefall erhalten Bergsportlerinnen und Bergsportler eine schnellere Übersicht über das Wettergeschehen. Außerdem neu: In den letzten Monaten wurde die Liste der Punktprognosen erweitert. Beispielsweise finden Kletterer nun Vorhersagen für das beliebte Finale Ligure, Fernwanderer für ihr – hoffentlich sonniges - Ziel Venedig. Mittlerweile werden fast 140 detaillierte Vorhersagen angeboten. Neu ist auch die Frequenz der Aktualisierung: Die Punktprognosen werden jetzt zwei mal täglich erneuert; einmal in den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr und noch einmal mittags gegen 14 Uhr. Alle Infos zum verbesserten Bergwetter gibt es unter diesem Link.

 

Einen anderen besonderen Service gibt es seit letztem Jahr: Jeden Donnerstag um 16 Uhr liefert der DAV einen Bericht zu Wetter und aktuellen Bedingungen für das bevorstehende Wochenende, den „Bergbericht“. Abgestimmt darauf wird der beliebte Service „Tour der Woche“ weitergeführt. Vom Spaziergang im Flachland über Skitouren im Hochgebirge bis hin zu Wanderungen in unterschiedlichstem Gelände: Im Archiv der Tour der Woche findet sich eine abwechslungsreiche Sammlung aller bisherigen Touren für jeden Geschmack.

 

Empfehlungen für Frühjahrstouren

Für den gelungenen Start in die Wandersaison sollte auch die richtige Tour gewählt werden: "Am Anfang ist es ratsam, seine Ziele noch nicht so hoch zu stecken: Muskeln, Kreislauf und der Bewegungsapparat müssen sich erst wieder an die neuen Belastungen gewöhnen", rät Experte Robert Mayer. Darum wählen kluge Bergfexe zunächst kürzere Touren mit Einkehrmöglichkeiten. Bei der optimalen Vorbereitung zum Saisonstart helfen die 10 Wandertipps des Club Arc Alpin (CAA). Schöne Frühlingstouren hat der DAV auf seiner Seite alpenvereinaktiv.com gesammelt – von leichten Wanderungen bis mittelschweren Bergtouren – und vom Allgäu bis ins Chiemgau. Mit dabei ist auch eine Wanderung im Karwendel. Dorthin gelangt man ab 10. Mai mit dem „Bergsteigerbus“ Linie 9569. Diesen Bus gibt es dank einer Kooperation des DAV samt seiner Sektionen München & Oberland, Tölz und Lenggries mit DB Oberbayernbus.

Und wer zwar seine Wunschtour gefunden hat, aber noch Tourenpartner sucht, kann neuerdings unter alpenvereinaktiv. com fündig werden. Das spart nicht nur Geld und Sprit, sondern macht es auch möglich, Gleichgesinnte kennenzulernen. Alle Infos dazu gibt es hier.

 

 

 

Frühling auf den Alpenvereinshütten

Wenn der Schnee schmilzt und die Wege langsam frei werden, erwachen auch die meisten Alpenvereinshütten aus dem Winterschlaf. Die Vorbereitungen für die kommende Bergsaison laufen auf einem Teil der Hütten auf Hochtouren, die anderen haben bereits ihre Türen geöffnet. Der DAV hat eine Übersicht der Eröffnungsdaten erstellt. Aber Vorsicht: Je nach Wetterlage können sich die Öffnungszeiten kurzfristig verschieben. Es ist daher ratsam, zuvor auf den Hütten anzurufen.

 

Alternative bei schlechtem Wetter: die Sonderausstellung "gerade wild. Alpenflüsse"

Eine Einstimmung auf die Wandersaison ist übrigens auch mitten in der Stadt möglich – und zwar im Alpinen Museum in München. Die Sonderausstellung "gerade wild. Alpenflüsse" zeigt ab 17. Mai ein Jahr lang die Bedeutung der Alpenflüsse für Flora und Fauna – und stellt auch die Bedrohungen durch Flussbegradigungen und Kraftwerke dar. Zudem gibt es auf der eigenen Ausstellungs-Webseite unter www.alpenverein.de/Kultur/Gerade-Wild-Ausstellung/ eine Vielzahl an Informationen rund um Tiere und Pflanzen, die gerade diese unberührten Flusslandschaften zum Leben brauchen.

 

Nachhaltiger Tourismus: Ausflug in die Bergsteigerdörfer

Für alle, die dem Massentourismus entfliehen wollen und auf der Suche nach Ruhe und Ursprünglichkeit sind, sei ein Ausflug in ein Bergsteigerdorf empfohlen. Die ausgezeichneten Gemeinden und Talschaften haben alle ein wertvolles Kapital: unverfälschte alpine Landschaft und Natur, gelebte Traditionen, regionale Produkte hoher Qualität, Authentizität und Affinität zum Bergsport. Die „Bergsteigerdörfer“ sind eine Initiative der Alpenvereine in Österreich, Deutschland und Italien. Seit dem Jahr 2008 wurden 24 Bergsteigerdörfer mit dem offiziellen Siegel ausgezeichnet. Dieses Jahr kommen gleich mehrere hinzu: Auf deutscher Seite wird der Ort Kreuth (hier geht es zur News-Meldung) am 13. Juli offiziell in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen, zudem gibt es mit Jezersko in diesem Jahr das erste Bergsteigerdorf in Slowenien. Auch auf italienischem Boden kommen zwei neue hinzu: In der Provinz Belluno wird das Val di Zoldo ausgezeichnet, und in Südtirol wird Lungiarü Bergsteigerdorf.

 

Bildmaterial

  • Bildmaterial zum Thema Wandern steht hier zur Verfügung.
  • Bildmaterial zur Ausstellung "gerade wild. Alpenflüsse" gibt es hier.