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Bettwanzen auf Berghütten: Tagung zu einem tabuisierten Thema

23.04.2018, 11:00 Uhr

Hüttenwirtsleute und Experten für Schädlingsbekämpfung trafen sich am Sonntag, 8. April, in Kufstein, um über die Probleme mit Bettwanzen auf Berghütten zu diskutieren. Eingeladen hatten der Deutsche und der Österreichische Alpenverein, nachdem in den vergangenen Jahren die Schädlinge auf mehr und mehr Hütten aufgetaucht waren. „Bettwanzenbefall hängt mit vielen Faktoren zusammen“, sagte Dr. Arlette Vander Pan vom Umweltbundesamt bei der Tagung, „aber nicht mit fehlender Hygiene.“ Es sei sehr wichtig, alle Beteiligten sachgerecht aufzuklären. „Mit den richtigen Maßnahmen ist eine effektive Bekämpfung möglich.“

 

Wanzen gibt es auch in Viersternehotels

In ihrem Vortrag konkretisierte Dr. Vander Pan die Ursachen: „Berghütten stellen durch ihre Bauweise und den üblicherweise hohen Holzanteil einen idealen Lebensraum für Wanzen dar.“ Hinzu komme, dass sich die Tiere wegen des immer beliebteren Hüttentrekkings über die Rucksäcke der Wanderer gut ausbreiten könnten. Fehlende Gegenmaßnahmen sowie fehlendes Wissen bei Wirten und Bergsportlern verstärkten den Effekt zusätzlich. „Wir wollen das Thema Bettwanzen von seinem Negativ-Image befreien“, sagte Tagungs-Chef Robert Kolbitsch vom DAV. „Schließlich haben Viersternehotels ebenso mit den Wanzen zu kämpfen wie einfache Schutzhütten.“

 

Die Bettwanzen in den Griff bekommen

Im Mittelpunkt der Tagung stand der Austausch der Praktiker. Anita Kraisser, Hüttenwirtin des Anton-Karg-Hauses im Kaisergebirge, stellte ihre Idee vom „BugBag“ vor. In einem solchen Sack können die Hüttengäste ihr Wandergepäck sicher verschließen und so die Verbreitung der Tiere eindämmen. Einen anderen Weg skizzierte Stefan Wellhausen. Er geht mit seinen speziell ausgebildeten Bettwanzenspürhunden auf Hütten, um die Wanzen zu wittern. Diese zwei Beispiele zeigen: Es gibt Ansätze zur Lösung des Bettwanzenproblems auf Berghütten. Nur durch ein gemeinschaftliches Vorgehen können die Wanzen zurückgedrängt werden. Parallel ist es dringend erforderlich, dass die Hüttengäste gut informiert sind, um sich entsprechend an den Gegenmaßnahmen beteiligen zu können.