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Kletteranlagen in Deutschland

Zahlen und Fakten

1. Der Deutsche Alpenverein (DAV)

Der DAV wurde am 9. Mai 1869 gegründet und ist mit über eine Million Mitgliedern die größte Bergsportvereinigung der Welt. Er setzt sich aus 355 selbstständigen Sektionen in Deutschland zusammen. Die Zahl der DAV-Mitglieder ist in den vergangenen Jahren jeweils um rund fünf Prozent gestiegen, im Jahr 2012 betrug die Zuwachsrate sogar 5,25 Prozent. Als Spitzenverband für Alpinistik ist der Deutsche Alpenverein seit 1995 Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes. Der DAV als zuständiger Fachverband für das Sport- und Wettkampfklettern in Deutschland hat die sportliche Leitung bei allen nationalen Ranglistenwettkämpfen in Deutschland sowie gemeinsam mit der IFSC (International Federation of Sport Climbing) für die in Deutschland stattfindenden internationalen Wettkämpfe. Auch bei der Einführung der Sportart in den Olympischen Modus spielt der DAV eine wichtige Rolle. 

 

2. Wie viele Kletterer gibt es in Deutschland?

Wie die Mitgliederbefragungen des DAV zeigen, verzeichnet der Klettersport in Deutschland starke Zuwächse. Während im Jahr 2004 rund 18 Prozent der damals 730.000 Mitglieder regelmäßig in Kletterhallen gingen, gaben im Jahr 2013 von den rund 1 Mio Mitgliedern 25 Prozent an indoor Sportklettern zu gehen und weitere 11 Prozent gaben an indoor zu bouldern. Da diese Zahlen nur das Indoorklettern, nicht aber das Klettern draußen einbeziehen, geht der DAV aktuell von mindestens 500.000 aktiven Kletterern in Deutschland aus.

 

3. Disziplinen im Klettern

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Ausprägungen der Sportart Klettern: Hallenklettern und Felsklettern. Früher wurde Hallenklettern vor allem als Training für die großen Wände oder den Wettkampf genutzt; in den letzten 15 Jahren hat es sich jedoch immer mehr als eigenständige Form des Kletterns etabliert. Im Unterschied zum Felsklettern ist Hallenklettern wesentlich sicherer: Objektive Gefahren wie Steinschlag, Wetterumschwung, wechselnde Bedingungen am Fels oder ausbrechende Griffe spielen in der Halle keine Rolle.

 

Im Wettkampfklettern stellen die drei Disziplinen jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Athleten:

 

Lead

Ist die bekannteste Disziplin des Kletterns und seit mehr als zwanzig Jahren als Wettkampfsportart etabliert. Geklettert wird mit Seil nach den Anfängen am "echten Fels" in den achtziger Jahren mittlerweile ausschließlich an ca. 10-20 Meter hohen Kunstwänden, wobei vor allem Kraft, Ausdauer sowie technische und taktische Finesse gefragt sind. Ziel beim Lead ist es, eine Route innerhalb eines festen Zeitlimits möglichst sturzfrei zu meistern, bzw. in dieser Route möglichst höher als die Konkurrenten zu klettern.

 

Bouldern

Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, wobei Weichbodenmatten einen eventuellen Sturz abfangen.  Beim Bouldern geht es um das Bewältigen möglichst schwerer Einzelzüge oder Bewegungsabläufe. Dabei ist Schwierigkeit beim Bouldern schon lange nicht mehr gleichbedeutend mit möglichst kleinen Griffen: Wer bei Boulderwettkämpfen vorne mit dabei sein will, braucht neben einem hohen Maß an Athletik auch eine sehr gute Beweglichkeit sowie ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen.

 

Speed

Beim Speedklettern ist der Name Programm: die Geschwindigkeit entscheidet über den Sieg. Dabei sind vor allem Schnell- und Maximalkraft sowie hohe Greif- und Trittpräzision trotz höchster Geschwindigkeit gefragt. Im Zuge eines Wettkampfes über mehrere KO-Runden, bei denen die Kletterer jeweils gegeneinander antreten, entscheidet auch die Schnellkraftausdauer über hop oder top.

 

4. Zielgruppe

Rund 60 Prozent aller Kletter-Anfänger sind zwischen zwölf und 20 Jahre alt. Am dauerhaftesten aktiv sind die Altersgruppen zwischen 20 und 39 Jahren. Fast die Hälfte aller Kletternden ist weiblich. Besonders Mädchen können beim Sportklettern schnell gute Erfolge erzielen, da nicht rohe Kraft, sondern das Verhältnis von Kraft zu Köpergewicht und Geschicklichkeit entscheidend sind. Dies gilt auch für das Wettkampfklettern

 

5. Schwierigkeitsgrade

Anfänger erreichen heute sehr viel schneller höhere Schwierigkeitsbereiche als noch vor zehn Jahren. Dies liegt am besseren Material, an besseren Trainingsmöglichkeiten und einem Wandel des Selbstverständnisses. Während Klettern zunächst für Abenteuer und Naturerlebnis stand, hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt die sportliche Komponente durchgesetzt. Die beiden gebräuchlichsten Skalen zur Angabe der Schwierigkeit sind die Skala der UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme – die Internationale Union der Alpinismusvereinigungen) sowie die französische Skala. Die leichtesten Kletterrouten beginnen nach UIAA bei III (französisch 3a), die schwierigsten Routen liegen bei XI+ (französisch 9a+). Derzeit vollzieht sich der Durchbruch zum XII. Grad.

 

6. Kletteranlagen in Deutschland

Insgesamt gibt es in Deutschland zurzeit circa 400 Kletteranlagen – rund 200 Anlagen werden von den Sektionen des DAV betrieben, 200 von kommerziellen Anbietern. Ergänzt werden die großen Kletteranlagen von kleineren Wänden, die beispielsweise in Fitnesscentern, Schulen, Universitäten oder Reha-Einrichtungen errichtet wurden. Eine Übersicht über die DAV-Kletteranlagen und die meisten kommerziellen Anlagen finden Sie hier: www.alpenverein.de/DAV-Services/Kletterhallen-Suche/ zu finden. Diese Kletteranlagensuche ermöglicht unter anderem die Suche nach Namen oder auch eine „Umkreissuche“.