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#wirsinddav - Ehrenamtliche im Interview

"Ich bin DAV, weil mich die Berge einfach glücklich machen."

Annika Döbertin (39) ist stellvertretende Geschäftsleitung in der DAV Sektion Hamburg und Niederelbe und engagiert sich ehrenamtlich aktiv als Jugendleiterin und Trainer C Sportklettern. Obwohl sie mit ihrer Familie im Norden Deutschlands wohnt liebt sie die Berge. In einem Interview hat uns Annika erzählt, was sie an den Alpen am meisten fasziniert und wie sie zum Klettern gekommen ist.

Seit wann bist du Mitglied beim Deutschen Alpenverein?

Mitglied bin ich seit Ende 2011.

 

 

Seit wann arbeitest du beim Alpenverein?

2012 habe ich angefangen hauptamtlich für den DAV zu arbeiten.

 

 

Was hat dich dazu bewegt dem DAV als Mitglied beizutreten und dort dann auch zu arbeiten?

Wir haben mit Freunden einen Ausflug nach Halle gemacht. Dort ist ein Kieswerk, wo man Tauchen kann aber auch zusätzlich Sportklettern angeboten wird. An einem Tag meinten unsere Freunde, ob wir nicht auch Lust hätten mit ihnen einmal klettern zu gehen und das war eigentlich der Anfang meiner Liebe für das Klettern. Für mich ging es vom Tauchbecken an die Kletterwand. In Hamburg haben ich und mein Mann dann die DAV Kletterhalle besucht. Das war auch ein Grund, warum ich dem deutschen Alpenverein beigetreten bin, da man mit einer Mitgliedschaft vergünstigten Eintritt in die DAV-Hallen bekommt.

Das Arbeitsverhältnis beim DAV ergab sich relativ zeitnah im Anschluss. Beim Klettern in der DAV-Halle habe ich mir oft gedacht, dass es total schön wäre, irgendwo und irgendwas zu arbeiten, wo ich auch eine Verbindung zu der Thematik spüre. Also habe ich beim Klettern jemanden angesprochen, von dem ich wusste, diese Person arbeitet dort. Die Person war dann zufällig die Geschäftsleiterin. Diese meinte dann sofort, dass das super passen würde und ich soll ihr doch eine Bewerbung schicken. Und so hat das ganze seinen Lauf genommen.

 

 

In welchen Bereichen vom DAV engagierst du dich zusätzlich noch?

Ich habe tatsächlich viele unterschiedliche Gebiete ausprobiert. Ganz zu Beginn Routenbau. Dann habe ich noch eine Ausbildung gemacht zum Trainer C im Sportklettern und habe ehrenamtlich Kurse gegeben. Nach dem Trainer C habe ich die Ausbildung zum Jugendleiter gemacht und eine Jugendgruppe gegründet, die ich 1 Jahr geleitet habe. Dadurch konnten meine Kinder mit zum Klettern kommen. Und seit ein paar Jahren bin ich für den Landesverband Nord bei Wettkämpfen als Delegate dabei und helfe bei der Wettkampforganisation. Mit zwei Kindern ist es natürlich nicht immer so einfach, sich so viel Zeit freizuschaufeln. Ich wollte aber unbedingt die ehrenamtliche Seite des DAV kennen lernen, da ich viel mit den ehrenamtlichen Fachübungsleitern zu tun habe. Nachdem ich selbst ehrenamtlicher Helfer war, fiel es mir viel einfacher die Probleme und Herausforderungen der Ehrenamtlichen zu verstehen und auf diese einzugehen.

 

Was machst du denn am liebsten in den Bergen?

Ich liebe das Sportklettern. Natürlich kann ich das auch in der Halle, aber in den Bergen ist es ein ganz anderes Erlebnis. Da ich mit meiner Familie in Hamburg lebe, komme ich leider nicht so oft dazu die Alpen zu besuchen. Ich würde auch gerne mehr Mehrseillängen am Fels klettern. Das haben mein Mann und ich auch schon mit unseren Kindern gemacht. Ich fühle mich aber nicht nur mit dem Klettern verbunden, sondern liebe es allgemein in der Natur zu sein. Wandern, spazieren gehen, Bergsteigen, Klettersteige begeistern mich. Da ich in Norddeutschland lebe, ist es immer ein sehr weiter Weg zu den Alpen. Deswegen suchen wir auch auf Dauer ein Haus in Nähe der Berge.

 

Was fasziniert dich an den Bergen so sehr?

Es ist jedes Mal ein Stück Freiheit, wenn man auf einem Berg ist. Der Weitblick am Gipfel und die Bergsilhouette machen mich einfach glücklich. Es ist auch immer ein schönes Erlebnis auf einer Hütte zu sein. Ich mag es, wenn es rustikal ist und man dieses „back to nature“ Feeling bekommt. Ich brauche am Berg keinen Luxus, keinen 5 Sterne Koch oder super Internet für mein Handy. In den Bergen geht es um das Naturerlebnis. Da rückt die Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft oft in den Hintergrund. Man ist irgendwie wie eine große Familie.

 

Hast du auch Vorbilder?

Menschen, die viel in den Bergen unterwegs sind, die versuchen jede freie Minute in der Natur zu sein und von ihren Bergerlebnissen erzählen inspirieren mich. Das ist das, was ich auch gerne machen will und das ist auch der Grund, warum ich gerne in die Nähe der Berge ziehen will. Es gibt aber nicht eine spezielle Person, die ich als Vorbild ansehe und der ich nacheifere.

 

Wie funktioniert es, die Liebe für das Klettern und die Berge mit der Familie zu vereinen?

Bei uns war das eigentlich nicht so schwer. Es ist wirklich ein Geschenk, dass wir vier, also die zwei Kinder, mein Mann und ich gerne in den Bergen sind und auch gerne Klettern. Für die Kinder ist es vor allem der Nervenkitzel der Spaß macht und das Abenteuer. Aber man muss sie schon auch das ein oder andere Mal motivieren. Es ist super wichtig darauf zu achten, dass man sichere und für Kinder machbare Touren auswählt.

 

 

 

 

 

Was meinst du hat die Pioniere vor 150 Jahren genauso bewegt und begeistert wie uns heute?

Ich denke, es ging auch damals um die Herausforderung einen Berg zu bezwingen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Man blickt von unten auf den Berg und denkt sich, da muss ich hoch, das will ich erreichen. Und einige Stunden, Tage, Wochen später steht man oben am Gipfel und blickt nach unten. Dieses Gefühl ist es wert.

Inspirierend war und ist denke ich auch das Wissen, an einem Punkt der Erde zu sein, wo noch niemand oder fast niemand bisher stand. Das fühlt sich ganz besonders an. Auch das ist ein Motiv, das sich durch alle Jahre und Generationen zieht.

 

Was wünschst du dem DAV zum 150-jährigen Geburtstag?

Das wir den Gedanken und die Vision der Pioniere vor 150 Jahre weiter leben können und das wir nicht in den Massentourismus gezogen werden. Das ist eine Entwicklung, mit der sich der DAV thematisch viel beschäftigt. Der Alpentourismus boomt und das spürt man auch. Die Alpen für Menschen zu öffnen, begehbar und sicher zu machen ist ein tief im Alpenverein verwurzelter Gedanke. Viele unerfahrene Bergbesucher vergessen aber, dass sie sich in etwas befinden, das schützenswert ist und mit dem man verantwortungsvoll umgehen muss, und zwar der Natur. Es ist schön, dass sich die Menschen für die Berge interessieren, aber wann ist zu viel einfach zu viel? Ich wünsche dem DAV, das er einen Weg findet diesen schmalen Grad zu meistern.

 

 

#ich bin DAV…

…weil mich die Berge einfach glücklich machen. Das merke ich sobald ich dort bin.

 

Unsere Jubiläumskollektion 2019

 

Zur Feier unseres 150-jährigen Bestehens gibt es eine exklusive Jubiläumskollektion in unserem DAV-Shop. Annika trägt im ersten Bild die DAV150 Weste in blau sowie das rote Merino Funktionsshirt und im zweiten Bild das DAV150 Fashion-Shirt in grau-pink.

 

Hier geht's zur gesamten Jubiläumskollektion!