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Marokko – Klettern im Antiatlas

Klettern traditionell in Marokko. Der Südwesten verspricht außergewöhnliche Klettererlebnis über wilder Landschaft. Die Auswahl vom dritten bis achten Grad ist hoch – jedenfalls für Leute, die eigenverantwortlich zurechtkommen. Die wichtigsten Infos zum Klettern rund um Tafraoute haben wir für euch zusammengefasst.

Tourist-Info

Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, Graf Adolf Strasse 59, 40210 Düsseldorf, Tel.: 0211/37 05 51, visitmorocco.com. Die Landessprachen sind Arabisch und Amazigh (berberisch), aber fast alle Marokkaner sprechen auch Französisch.

 

Anreise

Ein Auto ist fast unerlässlich, um sich vor Ort bewegen zu können. Die Mietwagenpreise in Marokko sind aber erschwinglich, vor allem außerhalb der Ferienzeit. Die nächsten Flughäfen sind Agadir und Marrakesch, von wo aus man etwa drei beziehungsweise fünf Stunden mit dem Auto bis Tafraoute benötigt. Wer einen längeren Marokkotrip plant, kann natürlich mit Auto und Fähre anreisen. Die Haupt- und einige Nebenstraßen sind asphaltiert, die Zufahrtswege sind manchmal etwas abenteuerlich. Ein Allradfahrzeug ist aber normalerweise nicht nötig.

 

Übernachten

In Tafraoute gibt es einige Hotels von sehr einfach bis komfortabel. Die Übernachtungspreise sind sehr moderat. Außerdem gibt es zwei Häuser mit Ferienwohnungen oder Zimmern mit der Möglichkeit, selbst zu kochen („Maison de Vacances“ und „Auberge l’escalade“). Selbst kochen ist aber nicht zwingend nötig: Essen gehen ist sehr preiswert. Es gibt auch zwei Campingplätze und zwei Wohnwagenstellplätze in und um Tafraoute. Für den Norden bietet sich das Ksar Rock Guesthouse und die etwas teurere, aber schön hergerichtete historische Kasbah Tizourgane an. Wild campen ist weitab von Siedlungen auch mal möglich. Da die Gegend dünn aber ziemlich flächendeckend von Berbern besiedelt ist, jedoch nicht immer ganz einfach.

 

Sonstiges

Die Menschen, meist Berber, im westlichen Antiatlas sind deutlich ruhiger und zurückhaltender als in den arabischer geprägten, touristischeren Städten im Norden Marokkos. Ebenso fühlt man sich hier recht sicher. Diebstähle und Autoaufbrüche kommen fast nie vor. Die hygienischen Bedingungen sind ganz okay. Natürlich muss Wasser abgekocht oder in Flaschen gekauft werden. Die beschriebenen Übernachtungsmöglichkeiten sind sauber und mit Duschen und Wassertoiletten ausgestattet.

 

Klettern

Im roten Quarzit rund um den Jebel el Kest wird ausschließlich traditionell geklettert, also mit mobilen Sicherungen. Auch eingerichtete Standplätze gibt es normalerweise nicht. In der Regel sind die Felsqualität wie auch die Sicherungsmöglichkeiten gut bis sehr gut. Zur Abschätzung hierfür dient auch die britische E-Skala. In den allermeisten Fällen kann zu Fuß abgestiegen werden. Es gibt Routen von einer Seillänge bis zu 800 m, also 20-25 Seillängen. Die Schwierigkeiten bewegen sich gleichmäßig vom dritten bis siebten UIAA-Grad. Darüber gibt es aber auch noch einiges – auch was die E-Skala angeht …

 

Im Granitgebiet unmittelbar südlich von Tafraoute sind wenige Sportkletterouten eingebohrt (!). Aber Haken gibt’s nur, wo’s nicht anders geht. Vor allem aber kann man hier in spektakulärer Landschaft bouldern.

 

Beste Zeit

Oktober bis Mai. Im Sommer ist es in der Regel zu heiß, obwohl man hier in Höhen zwischen 1000 und 2300 Meter klettert. Außerdem trifft man in den Herbst- und Wintermonaten eigentlich nie auf giftige Skorpione oder Schlangen. Im Januar und Februar kann’s aber manchmal ziemlich kalt werden.

 

Weitere Infos

Kletterführer:

Climb Tafraout. Morocco Antiatlas, 2nd Edition 2021, Steve Broadbent, Oxford Alpine Club (Englisch), £34,95 

 

Website:

climb-tafraout.com: Hier findet man alle Informationen und Updates übers Klettern rund um Tafraoute und viele weitere Informationen. Dazu kann man über die Seite einige Unterkünfte buchen und Karten oder Führer kaufen.