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Rodeln - die besten Bahnen in den Alpen

Bequem bergauf, rasant bergab: Jedes Jahr werden es mehr – mehr Bahnen und mehr Anhänger, die geradezu süchtig sind nach dem Traditionssport Rodeln. Und beim gemeinsamen Bergab mit der gesamten Familie viel Spaß haben. Wir stellen fünf besonders lohnende Bahnen vor.
 
 
Hirscheckblitz-rodelbahn Deutschland: Hirscheckblitz
Der Tote Mann ist ein Paradeaussichtsberg inmitten des Berchtesgadener Talkessels und schon immer ein beliebtes – und sonniges – Ziel für Skifahrer, Winterwanderer und Rodler. Wobei die in den letzten Jahren den Skifahrern längst den Rang abgelaufen haben. Damit das so bleibt, wurde im letzten Winter mit dem Hirscheckblitz eine neue Naturrodelbahn eingeweiht. Der Start befindet sich gleich neben der Bergstation der Sesselbahn und ist mit dem großen, hölzernen „Eingangstor“ nicht zu übersehen. Bei der Trassenführung hat Rodellegende Georg Hackl mitgewirkt, entsprechend sportlich sind bereits die ersten Meter. Oder anders gesagt, auf dem kurvenreichen, knapp zweieinhalb Kilometer langen Hirscheckblitz kommt garantiert keine Langeweile auf: Das Gefälle wechselt ständig zwischen 14 und 22 Prozent, die Kehren sind bestens abgesichert, der Auslauf groß genug und das Ziel befindet sich in unmittelbarer Nähe der Hirscheck-Sesselbahn.
 
 
Stubai-pinnis-rodelbahn Österreich: Stubaital
Das Stubaital lockt nicht nur Skifahrer, sondern mit elf Bahnen auch Rodelfans. Rodelhochburg ist der Elfer bei Neustift, schließlich geht es hier mit der Kabinenbahn bequem bergauf. Zurück ins Tal führen zwei Bahnen, die zu Tirols längsten Naturrodelbahn zählen. Die acht Kilometer lange Elfer-Rodelbahn führt direkt in das Ortszentrum von Neustift und ist dreimal pro Woche abends beleuchtet (Flutlicht Mo., Mi. und Fr.). Genauso lang ist die Pinnis-Rodelbahn, die von der Gondelbahn-Bergstation durch das idyllische Pinnistal nach Neder führt. Zwar muss man vom Ziel rund 20 Minuten zur Talstation laufen, dafür gibt es mit der Issenanger Alm und dem Herzebner Almwirt zwei lohnende Stopps entlang der Strecke.
 
 
Sterzing-rodelbahn Südtirol: Sterzing/Rosskopf
Eine malerische Fußgängerzone mit mittelalterlichen Plätzen inmitten prächtiger Bürgerhäuser zeichnet die 6000-Einwohner-Stadt Sterzing aus. Das südliche Flair der nördlichsten Stadt Südtirols spürt man auch im Hausskigebiet Rosskopf, einem kleinen Skiareal mit der längsten beschneiten und beleuchteten Rodelbahn Italiens. Die fast zehn Kilometer lange Rodelbahn führt in vielen Serpentinen durch den Waldgürtel hinunter nach Sterzing. Pluspunkte sammelt die anspruchsvolle Bahn von Beginn an: Die Wege sind kurz, die Auffahrt bequem und der Start für die ausschließlich Rodlern vorbehaltenen Strecke gleich neben der Gondelbahn-Bergstation nicht zu übersehen. Auch die Bahn mit ihren 17 Kehren und einem Höhenunterschied von fast 900 Metern überzeugt: Die abwechslungsreiche Strecke mit zwei kurzen, flachen Passagen ist sehr gut präpariert, die Gefahrenstellen gut abgesichert.
 
 
Sexten-rodelbahn Südtirol: Sexten
Zum Greifen nah stehen die mächtigen Felswände der fast 3000 Meter hohen Rotwandspitze über den idealen Skihängen der Rotwandwiesen, ein Kontrast, wie er größer kaum sein könnte. Dort die senkrechten Felsen, und hier – ohne Übergang – die sanften Wiesen, auf denen Anfänger problemlos ihre ersten Schwüngen ziehen und Rodler an den Start einer der schönsten Schlittelbahnen Südtirols gehen. Die 5,5 Kilometer lange Rodelbahn ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine Rodelstrecke hergerichtet sein sollte. Der Start befindet sich gleich neben der Bergstation, die Kurven sind bestens abgesichert und Pisten werden in Tunnels gefahrlos unterquert.
 
 
Berguen-rodelnbahnen Schweiz: Bergün
Auf Schienen bergauf, auf Kufen bergab – in Bergün (1373 m) dreht sich alles ums Schlitteln. Das kleine Hausskigebiet Darlux ist zwar nur Durchschnitt, doch die Schlittelbahn ist Weltklasse. Das liegt vor allem an der einmaligen Anfahrt mit der Rhätischen Bahn, die in der Hochsaison alle 30 Minuten zum Start der sechs Kilometer langen Rodelbahn fährt. Bergab geht es ab Preda (1789 m) auf der im Winter gesperrten Albulapassstraße, die täglich zweimal für Rodler frisch präpariert wird. Lange Geraden wechseln sich ab mit sportlichen Kehren, in denen im Laufe des Tages häufig Eisplatten zum Vorschein kommen. Entsprechend vorsichtig sollte man sich den Kurven nähern, ehe man es wieder laufen lassen kann. Einige erreichen dabei Geschwindigkeiten von über 50 km/h, zumindest zeigt das eine Geschwindigkeitsmessanlage im unteren Abschnitt an.
 

 

Mehr Rodelbahnen finden Sie im Buch "Rodeln. Die 50 schönsten Strecken der Alpen" von Stefan Herbke.