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Kantioler/Plaickner/Wassermann/Wassermann: Natur in Vollendung

Bildband

01.04.2018, 10:23 Uhr

Ein Bildband für Menschen, die meinen, sie hätten schon alles von der Natur gesehen – und für solche, die nie genug davon sehen können.

Dass Südtirol eines der liebsten Urlaubsländer der Deutschen ist, spielt gar keine so entscheidende Rolle daran, dass dieses Buch aus der Menge herausragt wie der scheue Hase auf dem Titelbild hinter seiner Schneekante. Was die vier Südtiroler Profifotografen ihrer Heimat fotografisch abgewinnen, profitiert sicher von der Großartigkeit der Landschaft – vor allem aber von ihrer Leidenschaft, die sich im Detail oft noch feiner zeigt als in der Totalen.

Man kann sie ja nicht ganz weglassen, die irrwitzigen Türme der Dolomiten, denen folgerichtig das erste Kapitel gewidmet ist. Steile Zähne als Schattenriss, in glühendem Abendlicht, vom Gewitter geblitzt, unter wandernden Sternen: Das sind keine Kitschfotos des Unesco-Welterbes, es sind Momente, die man nur dann erlebt, wenn man sich in diese Welt hinausbegibt.

 

Mit dem Herzen festgehalten

Doch was danach folgt, bringt bei jedem Umblättern wieder neues Durchatmen und Innehalten. Blüten im (Un-)Schärfezauber, Samenstände als grafische Strukturen, in allen Regenbogenfarben schillernde Pfützen, auf denen leichtfüßig Insekten tänzeln. Drosseln in Zweigen wie vom japanischen Meister gemalt, der Schneehase als weißer Bobbel in seinem Schlupfwinkel, die Gämse am einsamen Grat, Dohlen deren schwarzes Gefieder im Schneetreiben ein Palominomuster annimmt.

 

Viel Geduld braucht es für solche Aufnahmen, hochwertige Spezialausrüstung – vor allem aber eine tiefe Liebe zur Natur. Wie vollendet schön sie sein kann, lässt sich kaum bewegender zeigen als in diesem Bildband.

 

Kurzcheck

Faszination
Fotos
Ideen

Info

Besonders geeignet für … Seelen, die sich noch verzaubern lassen können

 

Georg Kantioler, Manuel Plaickner, Johannes Wassermann, Hugo Wassermann: Natur in Vollendung. Der andere Blick auf Südtirol, Knesebeck Verlag, 2017, 176 Seiten, 34,95 Euro

 

Link zum Verlag

 

 

ISBN: 978-3-95728-034-3

Rainer Scheppelmann: Flora Graeca

Natur-Bildband

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Müssen Bergbilder immer Berge zeigen? Dieser Bildband zeigt die Menschen, die in einem der beliebtesten Bergurlaubsziele der Deutschen lebten – ein faszinierendes Zeitdokument des Allgäus in den 1950er Jahren. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, die größte Not überwunden. Es galt, das Leben neu zu gestalten, auch in den Bergen, auch im Allgäu. Autos begannen, Pferdefuhrwerke zu verdrängen, der Tourismus bot eine Einkommens-Alternative zur Landwirtschaft, doch viele Traditionen wie Trachtenfest und Klausentreiben blieben lebendig, neue wie der Viehscheid entwickelten sich. Eugen Heimhuber senior und Fritz Heimhuber junior, in zweiter und dritter Generation Chefs eines Sonthofener Fotogeschäfts, fotografierten unermüdlich alles, was sich vor ihrer Linse abspielte. 

Gambicorti/Salzer: Über Gletscher und Grenzen

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Eine Kolonne geduldiger Schafe im steilen Firn oder am Abgrund entlang – wer das schon gesehen oder davon gehört hat, wird die spektakuläre Publikation zweier Autoren der Spitzenklasse immer wieder zur Hand nehmen. Von Kurzras via Hochjoch zum Rofenberg nahe Vent, von Vernagt über das Niederjoch ins Niedertal: Mitte Juni werden 3000 Tiere vor dem Hintergrund uralter Weiderechte nordwärts getrieben, im September holen Bauern sie wieder heim: 45 Kilometer Distanz und 5000 Meter Höhendifferenz sind jeweils während drei Tagen zu schaffen. Der Bozener Verlag Edition Raetia macht damit vertraut und liefert Bestes. 

Kieling/Schönberger: Sehnsucht Wald

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Braucht es immer Berge? Wälder sind sozusagen das Gegenteil eines Gipfelpanoramas – und vielleicht gerade deshalb inspirierend. Dieser Bildband zeigt Details und Totalen der deutschen Sehnsuchtslandschaft schlechthin. Wald – gerade für Deutsche birgt dieses Wort viele Assoziationen: Romantik, Märchenwelt, gesunde Natur. Ohne menschlichen Eingriff wäre Mitteleuropa eine Mischwald-Wildnis, dank Immissionsschutz hat sich der „Deutsche Wald“ vom Waldsterben berappelt – und kann Leben beherbergen und als Sauerstoffproduzent auch spenden.   Dieser großformatige National-Geographic-Bildband ist einge gelungene Hommage an Wälder und ihre Bewohner. Zwei erfahrene Fotografen und kundige Autoren haben sie gestaltet. Kilian Schönberger zeigt Aufnahmen aus den vier Jahreszeiten: Baumstämme in grafischer Ordnung, undurchdringliche Moos- und Farnwildnis, lichtdurchstrahlter Blätterhimmel, Herbstlaub auf grünen Brocken im Bach, nebelumwogte Weiten, schneebemützte Tannen im Abendlicht. Andreas Kieling hat diverse Waldbewohner in ihren Lebensräumen belauscht und festgehalten: Steinbock, Murmeltier, Salamander und den „Problembären“ Bruno im Bergwald; Luchs und Wildkatze im Bayerischen Wald; Wisente im Rothaargebirge, die norddeutschen Wälder mit ihren Wölfen. 

Caroline Fink: Welten aus Eis

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Caroline Fink „mochte Gletscher immer schon“ – und hat sie gerne fotografiert. Bei der Arbeit an diesem Buch aber hatte sie, so schreibt sie im Vorwort, das „Gefühl, nicht Landschaften zu fotografieren, sondern eine Tragödie zu dokumentieren“. Denn die großen Eisströme der Alpen sind weitgehend dem Untergang geweiht. Selbst falls die Nationen der Welt das Ziel erreichen sollten, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad zu begrenzen – was unwahrscheinlich ist – werden dann viele Alpengletscher verschwunden sein. Und eine Klimaerwärmung um fünf Grad, die wenn’s schlecht läuft in hundert Jahren eintreten könnte, würde die Alpen komplett eisfrei machen. 

Wiesmeier/ König: BERG ... Die Alpen in 16 Begriffen

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Uli Wiesmeier beeindruckt in seinem Bildband BERG… mit unverstellten und ungefilterten Aufnahmen der Bergwelt und ihrer Menschen. Für diese fotografische Inszenierung suchte er nach 16 Begriffen mit der Vorsilbe BERG, wie BERGbahn, BERGhütte, BERGführer oder BERGblick. Während die Interpretationen von BERGbauer, BERGretter oder BERGsteiger Bewunderung und Respekt vor deren Leistung ausdrücken, ist in den Bildern zu BERGsport, BERGsee, BERGstraße oder BERGtourismus sein Ärgernis über das Eingreifen der Menschen in unberührte Lebensräume zu erkennen. Die alpine Kultur droht immer öfters dem Ungleichgewicht von Heimatbewusstsein und Vermarktung zum Opfer zu fallen, beispielsweise durch die absurden Installationen aus Stahl, Kunststoff und Beton für Aussichtsplattformen oder Skigebiete. Wiesmeier fordert uns demnach auf unsere visuelle Wahrnehmung zu schärfen, um in seinen Bergaufnahmen auch die Veränderungen von Menschenhand zu finden.