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Irmgard Braun: Tod an der Alpspitze

Bergkrimi

09.11.2018, 10:15 Uhr

Der neueste Krimi der Journalistin und Kletterin Irmgard Braun führt in die Gegend um Garmisch-Partenkirchen – und in die menschlichen Abgründe von Stalking, Eifersucht und Eitelkeit. Feinsinnige Spannung in großer Landschaft.

Nach zwei Krimis mit der Detektiv-Seniorin Monika Trautner hat Irmgard Braun in ihrem aktuellen Bergkrimi wieder eine neue Besetzung aufgestellt: Jana, eine Grafikerin und begeisterte Kletterin, gerät ins Visier eines Stalkers: Er legt ihr an ihrem Geburtstag rote Rosen auf die Notkarspitze, schenkt ihr die Wunsch-Kletterschuhe, macht aus ihrer Abneigung gegen Gipfelkreuze einen realen Anschlag – und Janas Mann Bruno entpuppt sich als krankhaft eifersüchtig. Dann kommt er bei einer Bergtour auf die Alpspitze auf dramatische Art ums Leben. Der Polizeibergführer Sebastian glaubt wie Jana nicht wirklich an einen Unfall; hat einer von den Begleitern aus der Klettergruppe nachgeholfen? Im Oberreintal und anderen Bergregionen forschen die beiden nach Hintergründen. Zuletzt stellen sie dem Täter eine Falle – die ihnen beinahe selbst zum Verhängnis wird…

 

Überraschungs-Feuerwerk zum Finale

Nach dem packenden Einstieg mit der Bergung des tödlich Abgestürzten rollt die Autorin in bewährt knapper und präziser Sprache Janas Geschichte auf. Ihre Verwirrung und Verfolgungsängste durch die Stalking-Aktionen werden nachfühlbar, die Ungewissheit, als sie ihren Berg- und Kletterfreunden nachspionieren muss. Geschickte Perspektivwechsel zeigen das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und machen auch die Gedankenwelt des Täters transparent.Zwischendurch setzt die Autorin auch humorvolle Akzente, etwa bei der Beschreibung der legendären Oberreintal-Szenerie. Freunde der Werdenfelser Alpen werden natürlich viele Landschaftsbilder und Touren wiedererkennen, die die gestandene Alpinistin und Kletterin anschaulich beschreibt, ohne in Klischees abzudriften. Eine kurzweilige und anregende Lektüre, die mit einem wahren Feuerwerk an Überraschungen endet.

 

Kurzcheck

Sprache
Spannung
Humor

Info

Besonders geeignet für … Berg- und Krimifreunde mit Spaß an menschlichem Tiefgang

 

 

Link zum Verlag

 

 

Irmgard Braun: Tod an der Alpspitze, Rother Verlag, 2018, 220 S., 12,90 Euro

 

ISBN: 978-3-7633-7080-1

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Wer hat den Geschäftsführer der Outdoor-Ladenkette mit einem Beil erschlagen? Gleich mehrere Gäste der Sommerparty hatten ein Motiv. Monika Trautner und ihr Enkel Liam ermitteln – und geraten selber in Gefahr. Schon den vierten Bergkrimi legt Irmgard Braun – auch Autorin bei DAV Panorama – im Rother Verlag vor. Der zweite mit der Protagonistin Monika Trautner: einer resoluten und intelligenten Frau, die zeigt, dass Alter nicht vor Klettern schützt. Die Mutter des Mordopfers engagiert Moni, um den Täter zu entlarven. Die Ermittlungen führen die Rentner-Detektivin und ihren assistierenden Enkel in die Berge rund um den Tegernsee, wo der Mord geschah, aber auch in die Dolomiten, an den Gardasee und in den Frankenjura – wo sich Kletterer eben so herumtreiben. Und wie sich jemand angesichts alpiner Gefahren verhält, verrät manches über den Charakter. Aber es sind eben auch Gefahren – so ist Monis und Liams Job auch für die Leser spannend. Doch mit klugen Fragen, humorvoller Hartnäckigkeit und einem bisschen Glück nähern sie sich dem Geheimnis… 

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Mann muss bei der Lektüre dieses ungewöhnlichen Bergkrimis oft schmunzeln oder lachen, auch wenn das Hintergrund-Thema für den Natur- und Bergfreund eher zum Weinen ist: Übererschließung und Kommerz in den Alpen. Obwohl die Geschichte in einer fiktiven Alpengegend mit ebensolchen Figuren spielt, ist sie verdammt nahe an der Realität. Es lassen sich leicht Parallelen ziehen, und manches touristische Projekt im Buch, das heute übertrieben scheint, könnte in wenigen Jahren wahr werden. Etwa die „Wanderhalle“, wo sich der Bergwanderer an Laufbändern austoben und die herrliche Bergwelt unabhängig vom Wetter auf Großmonitoren genießen kann. Nicht alle Maßnahmen zur Tourismusförderung sind so naturschonend. Die Seilbahnchefs aus vier Bergdörfern haben sich zusammengetan, um ihre Pläne durchzusetzen, darunter eine Skischaukel in einem Naturschutzgebiet und eine Bergstation mit Sommerrodelbahn – „eine hochkant gestellte Oktoberfestwiese, mit Fahrgeschäften, Weißbier und Dirndlromantik“, so einer der Protagonisten des Romans, der Polizist Haderbichler.