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Caroline Fink: Welten aus Eis

Bildband

28.02.2018, 09:03 Uhr

Caroline Fink „mochte Gletscher immer schon“ – und hat sie gerne fotografiert. Bei der Arbeit an diesem Buch aber hatte sie, so schreibt sie im Vorwort, das „Gefühl, nicht Landschaften zu fotografieren, sondern eine Tragödie zu dokumentieren“.

Denn die großen Eisströme der Alpen sind weitgehend dem Untergang geweiht. Selbst falls die Nationen der Welt das Ziel erreichen sollten, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad zu begrenzen – was unwahrscheinlich ist – werden dann viele Alpengletscher verschwunden sein. Und eine Klimaerwärmung um fünf Grad, die wenn’s schlecht läuft in hundert Jahren eintreten könnte, würde die Alpen komplett eisfrei machen.

 

Abschieds-Besuche

Noch aber sind sie da, die eisigen Riesen, und faszinieren Menschen, die sie besuchen. Eine Mischung aus Bildband und Wanderführer ist dieses Buch der Schweizer Journalistin. Aus ihren Fotos spricht die leidenschaftliche Faszination, die Fink für diese Landschaften empfindet – auch wenn sie nur gelegentlich künstlerische Qualität erreichen. Und zu jedem der zwanzig vorgestellten Gletscher beschreibt sie Wanderungen, auf denen auch bergerfahrene Alpintouristen diese Faszination hautnah erleben können. Meist verlaufen diese auf mittelschweren Bergwegen (T2, T3, also blau/rot), teils sind es gar nur bessere Spaziergänge, ein paar echte Gletscherbegehungen sind aber auch dabei; für jeden etwas also, 36 Tipps insgesamt. Die Kartenskizzen sind auf Tour nicht zu gebrauchen, geben aber einen ungefähren Eindruck vom Verlauf der Routen.

 

Besonders interessant wird das Buch durch die gehaltvollen Texte, die viele Fakten und Hintergründe über Gletscher unterhaltsam und lebensnah präsentieren. Etwa die Geschichte der „Suonen“, mit denen die Walliser Bauern Gletscherwasser zur Bewässerung aus den Hochtälern auf die hochgelegenen Talhänge ableiteten. Oder über die geologischen Abläufe von Kalt- und Warmzeiten. Über die größten, längsten, dicksten Gletscher der Alpen. Über Archäologen, die auf Gletschern Fundstücke aus historischen Zeiten entdecken. Caroline Fink erzählt Gletschersagen und redet mit Glaziologen. Und sie skizziert, wie das Verschwinden vieler Gletscher den Anblick der Alpen verändern wird – und die Wasserversorgung Mitteleuropas erschweren.

 

Also halten wir’s mit der Autorin: „Noch sind sie da, die großen Tiere aus Eis. Erweisen wir unseren Alpengletschern die Ehre.“

 

Kurzcheck

Fotos
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Nutzwert

Info

Besonders geeignet für … Natur-Bewunderer

 

Caroline Fink: Welten aus Eis, AT Verlag, 2016, 192 Seiten, 49,90 Euro

 

Link zum Verlag


 

 

ISBN: 978-3038008231

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Gambicorti/Salzer: Über Gletscher und Grenzen

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Eine Kolonne geduldiger Schafe im steilen Firn oder am Abgrund entlang – wer das schon gesehen oder davon gehört hat, wird die spektakuläre Publikation zweier Autoren der Spitzenklasse immer wieder zur Hand nehmen. Von Kurzras via Hochjoch zum Rofenberg nahe Vent, von Vernagt über das Niederjoch ins Niedertal: Mitte Juni werden 3000 Tiere vor dem Hintergrund uralter Weiderechte nordwärts getrieben, im September holen Bauern sie wieder heim: 45 Kilometer Distanz und 5000 Meter Höhendifferenz sind jeweils während drei Tagen zu schaffen. Der Bozener Verlag Edition Raetia macht damit vertraut und liefert Bestes. 

Kieling/Schönberger: Sehnsucht Wald

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Braucht es immer Berge? Wälder sind sozusagen das Gegenteil eines Gipfelpanoramas – und vielleicht gerade deshalb inspirierend. Dieser Bildband zeigt Details und Totalen der deutschen Sehnsuchtslandschaft schlechthin. Wald – gerade für Deutsche birgt dieses Wort viele Assoziationen: Romantik, Märchenwelt, gesunde Natur. Ohne menschlichen Eingriff wäre Mitteleuropa eine Mischwald-Wildnis, dank Immissionsschutz hat sich der „Deutsche Wald“ vom Waldsterben berappelt – und kann Leben beherbergen und als Sauerstoffproduzent auch spenden.   Dieser großformatige National-Geographic-Bildband ist einge gelungene Hommage an Wälder und ihre Bewohner. Zwei erfahrene Fotografen und kundige Autoren haben sie gestaltet. Kilian Schönberger zeigt Aufnahmen aus den vier Jahreszeiten: Baumstämme in grafischer Ordnung, undurchdringliche Moos- und Farnwildnis, lichtdurchstrahlter Blätterhimmel, Herbstlaub auf grünen Brocken im Bach, nebelumwogte Weiten, schneebemützte Tannen im Abendlicht. Andreas Kieling hat diverse Waldbewohner in ihren Lebensräumen belauscht und festgehalten: Steinbock, Murmeltier, Salamander und den „Problembären“ Bruno im Bergwald; Luchs und Wildkatze im Bayerischen Wald; Wisente im Rothaargebirge, die norddeutschen Wälder mit ihren Wölfen. 

Wiesmeier/ König: BERG ... Die Alpen in 16 Begriffen

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