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David Boyd: Die Natur und ihr Recht

Sachbuch

04.03.2019, 12:47 Uhr

267 Seiten Reportage zum Naturrecht: David Boyd gibt Flechten bis Füchsen mit juristischer Expertise eine Stimme und erläutert anhand von bisherigen Umwelt-Gerichtsverfahren, dass Naturrechte tatsächlich einklagbar sind.

David Boyds Fazit ist vorhersehbar und es ist klar: Pflanzen und Tiere besitzen ein Lebensrecht. Das sollte in der Rechtsprechung verankert werden und auf lange Sicht sei das auch für alle Menschen gut.

 

Es wäre jedoch verkehrt, diese Forderung als Gefühligkeit eines kanadischen Outdoor-Enthusiasten herunterzuspielen. Boyd ist Umweltexperte und Professor der Rechtswissenschaften an der University of British Columbia. Sein Wort hat Gewicht bei Regierungen und seine sauber recherchierten Beispiele wiegen schwer bei jenen, die Menschen als privilegierte Lebewesen der Erde betrachten.

 

Rechte auch für Flüsse, Fichten und Flechten

Boyd tritt ein plausibles und detailreiches Plädoyer an. Und mahnt: Euer Ehren, jedes Lebewesen, selbst die Natur an sich hat ein Recht, benötigt aber Anwälte, die deren Ansprüche in menschlichen Gerichtssälen formulieren. Die dazu in Reportagen aus Nord- und Südamerika aufgeführten Erfahrungen verdeutlichen, dass Recht haben und Recht bekommen zwei verschiedene Stiefel sind. Oftmals sei das Recht der Natur bislang lediglich auf eigens geschützte Pflanzen, auf seltene Tiere oder auf Naturschutzgebiete begrenzt, sowohl in der Rechtsprechung als auch in den Köpfen. Das Buch möchte nichts weniger, als diese Sichtweise zu ändern.

 

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Besonders geeignet für ... NGO-Sympathisanten und Juristen mit grünem Daumen

 

Link zum Verlag

 

David Boyd: Die Natur und ihr Recht. Sie ist klug, sensibel, erfinderisch und genügt sich selbst, Ecowin-Verlag, 2018, 272 S., 24 €

 

ISBN: 9783711001719

Dotter/Wedrac: Der hohe Preis des Friedens

Sachbuch Geschichte

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Marion Dotter und Stefan Wedrac dokumentieren die Teilung Tirols 1918-1922 und erzählen von den Folgen für die Bevölkerung. Wer heute von Südtirol spricht, denkt dabei kaum mehr an ein „Land im Leid“, wie noch der linksliberale Journalist Claus Gatterer sein Herkunftsland bezeichnete. Bereits im Vorwort kommen die Autoren des vorliegenden Bandes zu dem Schluss, dass Österreich und Italien hundert Jahre nach der Teilung Tirols „die Schwierigkeiten der Südtirolfrage letztlich überwunden (haben). Man fand, wie der Vergleich mit den jüngsten Autonomieproblemen anderer Staaten zeigt, zu einer zufrieden stellenden, vernünftigen Lösung.“ Die gut und ausführlich dokumentierte Darstellung, die als Ableger des von drei österreichischen Universitäten und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften initiierten Forschungsprojekts „Die rechtliche Bedeutung des Vertrags von St. Germain“ entstanden ist, berücksichtigt neben den großen politischen und militärischen Zusammenhängen der Jahre 1918 bis 1922 besonders auch die alltagsgeschichtlichen Aspekte der Teilung. Bei allem sind die Autoren um eine ausgeglichene Wertung der Vorgänge bemüht.   Zunächst werden das Kriegsende und die Besetzung Nordtirols durch Bayern und Italiener gewürdigt. Offizielle Berichte über die erbarmungswürdige Lage der k.u.k. Armee in den letzten Kriegstagen wirken jeder möglichen Dolchstoß-Legende entgegen: „Es fanden sich Leute, die ohne Hose und Unterwäsche, nur mit einem kurzen Mantel bekleidet auf Posten stehen mussten.“ Nach dem Waffenstillstand führte die Auflösung bzw. Rückführung der Armee zu anarchischen Zuständen. Plünderungen und andere Gewalttaten waren an der Tagesordnung. Um der Gefangennahme durch die Italiener zu entgehen, sprangen Soldaten auf fahrende Züge: „Allein um Innsbruck fand man bis zum 6. November 1918 entlang der Brenner-Bahn 237 Leichen.“   Die knapp zweijährige Besetzung Nordtirols durch Italien wird als relativ friedlich und moderat beschrieben und dies auf die liberale und demokratische Regierung im Nachkriegsrom zurück geführt. Von den Ergebnissen der Pariser Friedensverhandlungen waren jedoch beide Seiten bitter enttäuscht. Hatten sich vor allem die Österreicher von den Versprechungen des amerikanischen Präsidenten Wilson einen gerechten Frieden erhofft, vertrauten die Italiener darauf, die im Londoner Vertrag vom 26. April 1915 zugesicherten Gebiete, u.a. Istrien und Dalmatien sowie Tirol bis zur Brenner-Grenze, zu erhalten, weswegen sie überhaupt erst in den Krieg gegen ihren (ehemaligen) Verbündeten eingetreten waren. Wilson war in Paris geneigt, Italien die Brenner-Grenze zuzugestehen, wenn es seinerseits auf eine Gebietserweiterung in der Adria verzichtete, um den neu geschaffenen Staat Jugoslawien nicht zu verprellen. Vergebens bat die österreichische Delegation darum, davon abzusehen, „das Land Andreas Hofers zu zerstückeln und Südtirol endgültig der Fremdherrschaft zu unterwerfen“, vergeblich bot sie die militärische Neutralisierung Tirols an. Für die Brenner-Grenze bzw. die alpine Wasserscheide argumentierte Italien vor allem strategisch, und das umso mehr, als Tirol im Nachkriegsösterreich bestrebt schien, sich wie das übrige Deutschösterreich dem Deutschen Reich anzuschließen, womit dem fragilen italienischen Nationalstaat ein mächtiger Nachbar entstanden wäre. Einige Ultra-Nationalisten, wie der Proto-Faschist Ettore Tolomei, verwiesen auf die Ausdehnung des Römischen Reiches oder auf das Königreich Italien unter Napoleon.   

Matthias Schickhofer: Schwarzbuch Alpen

Umwelt-Sachbuch

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Befunde und Therapievorschläge: Schickhofer legt nahe, dass die Alpen wieder wilder werden könnten, ohne arm zu werden, und dass beheizte Sessel im Lift nicht die Herzen wärmen. Verursacht das drohende Aus fürs Skifahren durch warme Winter nun eher ein Chaos in der Tourismusbranche oder bedeutet es eine Chance? In Schwarzbüchern werden gewöhnlich Missstände gesammelt und Illegales aufgedeckt. In dieser Hinsicht gehört der Titel eher zu den weniger borstigen Exemplaren. Denn seine Anklage ist weit mehr als eine bloße Schimpfrede. Schickhofer beschreibt zwar einerseits sachkundig und mit Details versehen Kraftwerksplanungen mit zweifelhaftem Allgemeinnutzen und Seilbahn-Ausbaupläne für eine Klientel, die seiner Analyse zufolge schwindet wie die Gletscher um sie herum. 

Marktgemeinde Bad Hindelang (Hrsg): Kühe. Menschen. Berge

Kulturerbe-Doku

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Sie sind kulturelles Welterbe und Projektionsfläche blasser Städter: Die Kuhweiden nördlich und südlich von Bad Hindelang sind bis heute Kleinbetriebe, mit geographischer Schräglage, aber nicht in wirtschaftlicher. Diese Aufstellung zählt jede Kuh. Das, was in vielen Gebieten der Alpen die Almen sind, heißt im Allgäu Alpe. In der Mehrzahl Alpen, was zur Verwirrung beitragen kann. Vermutlich entstammt der Name des Gebirges dieser Bezeichnung. 

Werner Bätzing: Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft

Illustrierte Dokumentation

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Der "Alpenprofessor" Werner Bätzing als Fotograf - diese Kombination hatte man bisher kaum auf dem Schirm. Doch mit diesem Bildband zeigt er in detailreichen Abbildungen, dass wissenschaftliche Dokumentation anschaulich und spannend sein kann. Dreifaches Alphorntrööt! Die Berge bezwingen? Das machen nicht nur Alpinisten, das ist auch ein Trend in der Hochalpinismus-Architektur. Hütten und hochgelegene Seilbahnstationen wurden über Jahrzehnte mit Natursteinen gebaut oder wenigstens verblendet. Neuerdings werden alpine Bauten als Fremdkörper ins Gebirge gepflanzt. Werner Bätzing dokumentiert diese Entwicklung. Er belegt sie mit zurückhaltenden Fotografien. Er beobachtet die Veränderung in den Alpen seit langem aufmerksam, er ist der kluge Kenner der Kulturlandschaft, erläutert detailliert in ausführlichen Bildlegenden, aber immer so verständlich wie möglich. 

V. Borkmann, S. Rief, S. Strunck: Der Alpentourismus der Zukunft

Sachbuch

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Alpenhotelvisionen 2030: Szenarien für eine künftige Alpenvermarktung aus dem Tourismuslabor. Mehr Chichi statt Ski, mehr Individualität statt Interrrail-Mentalität? Wenn die Bank für Tirol und die Explorer Hotels Entwicklungs GmbH eine Studie in Auftrag geben, dann stellen verständlicherweise Hotelkonzepte das Ergebnis der Untersuchung dar, nicht Zeltplätze. Es bringt aber nichts, solche Partnerschaften zu bejammern. Vielmehr sollten sie und ihre Resultate kritisch zur Kenntnis genommen werden.   In den vorgestellten Szenarien ist glücklicherweise nicht von berggroßen neuen Hotelkomplexen die Rede. Die neuen Hotels heißen "Y", offenbar in Anlehnung an die Zielgruppe, die Generation Y, das bezeichnet die Geburtsjahrgänge 1980 bis 2000, aber auch Menschen, die den Begriff "offline" mit "scheintot" gleichsetzen. 

Fritsche/Putzer/Putzer: Technik in den Alpen

Bild- und Infobuch

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Technik gehört zur Natur-Erlebnis-Landschaft Alpen untrennbar dazu: von Straße und (Seil-/Eisen-)Bahn bis zu Lawinenverbauung und Stausee. Dieses Buch bereitet Wissenswertes dazu übersichtlich auf. „Die Alpen“, so heißt es in diesem Buch, „sind schon lange keine Naturlandschaft mehr, sondern eine von Technik in hohem Maß geprägte Landschaft.“ Das machen sich die meisten Skifahrer und Bergsteiger gar nicht bewusst. Dabei beginnt es schon bei den Straßen und geht bis zu mit modernster Technik ausgestatteten Bergbahnen oder zu Skipisten, die von ausgeklügelten Fahrzeugen bearbeitet und mit komplexen Schneekanonen beschneit werden.