Logo-DAV-116x55px

Bergbericht - So wird´s am Wochenende

1. bis 3. Juli 2022

30.06.2022, 15:36 Uhr

Zum Monatswechsel bringt ein Azorenhoch sonniges und, mit einer nordwestlichen Strömung nicht mehr so heißes Sommerwetter. Deswegen dürfte sich die Gewittergefahr am ersten Juli-Wochenende zumindest in den Ostalpen in Grenzen halten.

Tourenverhältnisse

Nach einem regnerischen Freitag muss man sich wohl überall vor allem am Samstag auf etwas feuchte Wegverhältnisse einstellen.
In den nördlichen und südlichen Kalkalpen haben sich Altschneereste zumeist in nordseitige, hochgelegene Rinnen und Wandfuße zurückgezogen. Die Grate sind so gut wie überall schneefrei. Das gilt auch für Felsanstiege am Alpenhauptkamm, wo zum Beispiel der Nordgrat des Großvenedigers (Hohe Tauern) oder der Piz Palü Ostpfeiler (Bernina Gruppe) keine Schneeauflage aufweisen.
Während sich die Spaltensituation dort (also in der Bernina und auch im Wallis) bereits heikel darstellt, ist sie in den Ostalpen noch vergleichsweise gut. Die meisten Spalten waren zu Wochenbeginn beispielsweise am Obersulzbachkees (Venediger Gruppe) noch geschlossen, werden sich aber je nach Witterung in den kommenden Wochen auch hier öffnen. Das gilt jetzt schon für den teils aufgerissenen Bergschrund, über den am Montag übrigens noch eine tragende Schneebrücke führte.
Nach und nach werden sich sowohl in den West- wie in den Ostalpen die Blankeispassagen auf den Gletschern vergrößern.
Auf eine, der Jahreszeit eigentlich noch nicht entsprechende, hohe Unfallgefahr bei Hochtouren weist das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit (ÖKAS) hin.

 

Wochenendwetter

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge kann es am Freitag ein paar Regenschauer geben, der Samstag und vor allem der Sonntag verlaufen sonnig. Die Höchsttemperaturen am Kahlen Asten (841 m) steigen von 16°C auf 23°C.
Nach einem regnerischen Freitag scheint auch im Harz die Wochenendsonne. Dort steigen die Maximaltemperaturen am Brocken (1141 m) von 15°C auf 15°C.
Im Elbsandsteingebirge gibt es am Freitag ein paar Gewitter. Ansonsten wird es am Wochenende freundlich. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) wird es bis zu 26°C warm.
Im Bayerischen Wald gibt es am Freitag verbreitet Regenschauer. Das Wochenende dürfte eher sonnig verlaufen. Am Großen Arber (1456 m) steigen die Höchsttemperaturen von 15°C am Samstag auf 20°C am Sonntag.
Dasselbe gilt für den Schwarzwald. Am Feldberg (1493 m) liegen die Maximalwerte zwischen 12°C am Freitag und 21°C am Sonntag.
Alpen: Von Westen  zieht am Freitag eine Kaltfront mit kräftigen, gewittrigen Schauern und Abkühlung in die Ostalpen herein. Die Schneefallgrenze sinkt auf 3000 m. Östlich der Linie Dolomiten- Hochköng bleibt es vormittags trocken, oft sonnig und wird heiß, ehe im Laufe des Nachmittags auch hier mit dem Aufkommen von Schauern und Gewittern zu rechnen ist. Vor der Front weht teils lebhafter Südwind, hinter der Front dreht er auf West und wird schwächer.
Der Samstag wird denn ein sonniger, stabiler und sommerlich warmer Bergtag. Selbst am Nachmittag tauchen nur wenige, harmlose Quellwolken auf, das Schauer- und Gewitterrisiko ist äußerst gering. Bei nur schwachem bis mäßigem Wind liegt die Nullgradgrenze um 4300 m.
Der Sonntag wird wieder etwas labiler. Morgendliche Wolkenfelder verschwinden, es wird zunächst sonnig. Im Tagesverlauf türmen sich Quellwolken auf, die sich vor allem im Westen zu lokalen Schauern und Gewittern entwickeln können. Von den Niederen Tauern ostwärts bleibt es voraussichtlich stabiler.
Die Wetterentwicklung ist in den Westalpen ähnlich, wobei dort am Sonntag mit größerer Gewitteranfälligkeit zu rechnen ist.

 

Fazit

Das Wochenende verspricht sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen nahezu ideales Bergwetter, denn die Temperaturen dürften recht angenehm ausfallen. Bei nordseitigen alpinen Klettertouren sollte man besser den Samstag noch abwarten, damit die Feuchtigkeit vom Freitag abtrocknen kann. Allerdings sollte man früh unterwegs sein, sich dabei eher in Richtung Osten orientieren und am Vorabend den aktuellen Alpenvereinswetterbericht konsultieren, um zu prüfen, ob die Gewittergefahr am Sonntag nicht auch dort ansteigt. Dasselbe gilt natürlich auch für Hochtouren.
Auf den Gletschern ist die aktuelle Situation im Osten ebenfalls entspannter als im Westen der Alpen. Überall muss man sich bei der Hüttenreservierung gleich über die jeweilige Spaltensituation gut informieren.