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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

11. bis 13. Juni 2021

10.06.2021, 14:59 Uhr

Die labile Gewitterlage der vergangenen Tage wird sich zum Wochenende hin etwas stabilisieren. Auch der zurückweichende Schnee ermöglicht in den Voralpen ein immer größeres Bergtouren-Spektrum. Am Alpenhauptkamm herrschen in den Hochlagen hingegen fast noch winterliche Verhältnisse.

Tourenverhältnisse

Die Deutschen Mittelgebirge sind zwar schon länger schneefrei, aufgrund der Niederschläge der letzten Tage muss man aber mit feuchten Wegeverhältnissen rechnen. In den Bayerischen Voralpen sind südseitige Anstiege meist schneefrei, wohingegen man nordseitig oberhalb von etwa 1500 m mit Altschneefeldern in Kontakt kommen wird. Das gilt vor allem für das Allgäu, wo weiterhin mehr Schnee liegt, als am östlichen Bayerischen Alpenrand.
Vor allem in nordseitigen Karen der Nördliche Kalkalpen muss man oberhalb von etwa 1800 m noch mit einer durchgängigen und teils mächtigen Altschneedecke rechnen. Auch hoch gelegene Plateaus wie das Zugspitzplatt (ca. 2500 m) liegen zum großen Teil noch unter einer zusammenhängenden Schneedecke. Der höchste Gipfel Deutschlands bekam letzte Nacht sogar ein bisschen Neuschnee hinzu.
Noch winterlicher ist es am Alpenhauptkamm, was nicht an einem besonders schneereichen Winter, sondern am extrem kühlen und niederschlagsreichen Mai liegt. Dort wurde im „Wonnemonat“ an der Meteorologischen Station auf dem Hohen Sonnblick (3106 m) ein Neuschneezuwachs von sage und schreibe 314 cm verzeichnet. Die Schneehöhe lag zum Sommerbeginn am 1. Juni dort bei stolzen 575 cm.

 

Wochenendwetter

Während die kommenden drei Tage in der Eifel wohl durchwegs freundlich verlaufen, können am Samstag im Sauerland auch ein paar Regenschauer mit dabei sein. Auf dem Kahlen Asten (841 m) sinken die Höchsttemperaturen von 19°C am Freitag auf 15°C am Sonntag.
Im Harz ist am Freitag und Samstag ein Mix aus Sonne, Wolken, Regenschauern und (am Samstag) viel Wind zu erwarten, während der Sonntag eher sonnig verläuft. Auf dem Brocken (1141 m) sinken die Höchsttemperaturen von 18°C am Freitag auf 10°C am Sonntag.
Im Elbsandsteingebirge verlaufen Freitag und Samstag ebenfalls unbeständig, wobei es auch zu Gewittern kommen kann. Die Höchsttemperaturen am Großen Zschirnstein (560 m) liegen zwischen Tagen bei 22°C und 15°C.
Im Bayerischen Wald ist dieselbe Wetterabfolge zu erwarten. Auf dem Großen Arber (1456 m) pendeln die Höchsttemperaturen um 14°C.
Im Schwarzwald ist es etwas freundlicher. Dort muss man wohl nur am Freitag mit Schauern rechnen. Am Feldberg (1493 m) liegen die Höchsttemperaturen an allen drei Tagen bei etwa 16°C.

In den Ostalpen bleibt es am Freitag feucht-labil. Schon morgens treten in den Bayrischen Voralpen Schauer auf. Mit der Einstrahlung wachsen Quellwolken rasch heran. Am Nachmittag muss man vielerorts mit gewittrigen Regenschauern rechnen.  Die Nullgradgrenze liegt bei 3300 m.
Der Samstag beginnt  recht sonnig. Entlang des Alpennordrandes wachsen aber rasch wieder größere Quellwolken heran, aufgrund einer nahenden Störungszone ist ab Mittag mit Regenschauer und einzelnen Gewittern zu rechnen. Mit stark auflebendem West- bis Nordwestwind kühlt es insbesondere im Nordosten zum Sonntag hin vorübergehend spürbar ab.
In der Nacht auf Sonntag bringt eine schwache Kaltfront in den Nord- und Zentralalpen Regen. Bei lebhaftem Nordwind klingt dieser am Morgen ab und es lockert auf. Am Nachmittag scheint oft die Sonne.

 

Fazit

Wohl überall bringt der Sonntag die besten Tourenaussichten mit sich. In den Alpen wird es aber erst ab Mittag sonnig. Dabei ist es für die Jahreszeit mit Gipfeltemperaturen in den Mittelgebirgen um 12°C vergleichsweise kühl, was aber den positiven Nebeneffekt mit sich bringt, dass die Gewittergefahr auch am Nachmittag gleich Null ist.
Aufgrund der feuchten Wegeverhältnisse braucht man Bergschuhe mit gutem Profil. Teleskopstöcke sind bei rutschigen Abstiegen zudem sehr hilfreich.
In den Alpen muss man sich aufgrund der Schneelage mit richtig hohen Gipfelzielen noch weiter gedulden. Dort sind Touren in den Bayerischen Voralpen – wo auch die meisten Hütten wieder geöffnet haben - weiterhin die beste Wahl. Aber auch dort muss man in nordseitigen Karen, Mulden und Rinnen mit Schneekontakt rechnen.
Auch Kletterer sollten vorerst noch Routen in den Mittelgebirgen und in den Voralpen anvisieren. Am Alpenrand muss man eher kurze, südseitige und schnell abtrocknende Routen ins Auge fassen, da es immer wieder zu Regenschauern kommen kann. Auf der Schwäbischen Alb und im Frankenjura dürften die Felsen hingegen trocken bleiben.