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Bergbericht – So wird’s am Wochenende

22. bis 24. November 2019

21.11.2019, 15:30 Uhr

Eine (fast) schneefreie Wanderung am Alpenrand? Oder eine erste Skitour am Alpenhauptkamm? Beides ist in den kommenden Tagen durchaus möglich. Wobei man mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch trocken bleiben wird.

Tourenverhältnisse

Die November-Mitte brachte extrem turbulentes Wetter, aus dem sehr umfangreiche Neuschneemengen vor allem südlich und am Alpenhauptkamm resultierten. So war am Samstag beispielsweise am Hirzer (Tuxer Alpen) bereits ab 1300 Meter eine ausreichende Schneedecke zum Skitourengehen vorhanden. Allerdings regnete es im Osten der Ostalpen am Sonntag bis auf 1800 Meter hinauf während im Westen der Nordalpen die Schneefallgrenze im Tagesverlauf bis in Talnähe sank. Insgesamt liegen zum Beispiel in den Stubaier Alpen auf 1500 Meter knapp 50 Zentimeter und auf 2000 Meter knapp ein Meter gesetzter Schnee. Aber auch in den schneereichen Regionen, wie hier am Hirzer sind die Gipfelrücken meist verblasen.


In Verbindung mit dem starkem Winden stieg die Lawinengefahr in fast ganz Südtirol, am Tiroler Hauptkamm und im Tessin am Wochenende auf Stufe vier. Mittlerweile wird die Gefahr dort als erheblich in der Schweiz sogar nur als mäßig eingestuft.

 

In den nördlichen Kalkalpen und am Deutschen Alpenrand liegt hingegen deutlich weniger Schnee. So gibt die Messstation an der Kampenwand auf 1500 Meter 22 Zentimeter an. Ab welcher Meereshöhe man mit Schnee in Kontakt kommt, hängt vor allem von der Exposition ab. So kann man südseitig auf Gipfel wie dem Ammergauer Hörnle fast schneefrei wandern, während der Schnee an Nordhängen oft bis in die Täler reicht.

 

Wochenendwetter

Der Freitag bringt in den Ostalpen an der Alpensüdseite dichte Staubewölkung. Im Verlauf des Vormittags vom Engadin her einsetzender leichter bis mäßiger Niederschlag mit Schneefallgrenze um 1400 bis 1600 Meter und schlechten Sichten. Im Lauf des Nachmittags dehnen sich diese Niederschläge bis zu den Julischen Alpen aus. Nördlich des Hauptkammes lockern die Wolken föhnig auf und es wird recht sonnig, bleibt aber stark windig.


Der Samstag wird zwar recht sonnig, aber im Bereich der Alpennordseite stürmisch – vor allem zwischen Rätikon und Tauern greifen dichtere Wolken über den Hauptkamm über. Nach Norden zu sollte es aber weitgehend trocken bleiben. Im Süden dürfte es einiges an Niederschlag geben, die Schneefallgrenze liegt an der Alpensüdseite um 2000 Meter, inneralpin um 1700 Meter. Vor allem in zentralen Regionen Südtirols, aber auch östlich der Karawanken dürfte es trocken bleiben und wahrscheinlich sind dort die Sichten in den Südalpen am besten.


Am Sonntag nachlassender Südstau und in den meisten Regionen sonniger und trocken. Somit wird auch der Föhn deutlich schwächer. Die Nullgradgrenze liegt am Sonntag in den Nordalpen bei etwa 2700 Meter, in den Südalpen auf rund 2300 Meter. In den Westalpen verlaufen Freitag und Samstag fast überall deutlich schlechter, aber auch hier bessert sich das Wetter am Sonntag.

 

Fazit

Wer unbedingt eine Skitour unternehmen möchte, findet am Alpenhauptkamm zwar genug Schnee, muss sich aber einmal mehr auf starke Föhnwinde einstellen, die weiter unten auch die Schneequalität negativ beeinträchtigen.


Für Bergtouren in den Nordalpen sollte man südseitige Anstiege wählen, muss aber auch dort zumindest in Waldbereichen mit Schnee rechnen. Dementsprechend sind für höhere Gipfel Schneeschuhe zu empfehlen, Teleskopstöcke sind wegen der oft rutschigen Wege auf jeden Fall erforderlich.


Wer ganz ohne Schnee wandern möchte, sollte sich daher eine Unternehmung im Alpenvorland aussuchen, wie unsere Tour der Woche, die vom Großen Alpsee zur Thaler Höhe führt und mit 500 Höhenmetern durchaus den Charakter einer Bergtour bietet.

 

Tour der Woche: Thaler Höhe und Alpseeblick

Tour zum 22. bis 24. 11. 2019

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Da in den kommenden Tagen eine vergleichsweise warme Föhnlage zu erwarten ist (siehe Bergbericht), wodurch der Schnee auch für Schneeschuhtouren sehr feucht werden dürfte, empfiehlt es sich auf kleinere Berge auszuweichen. Die schöne Rundtour auf die Thaler Höhe und zum Alpseeblick dürfte derzeit wieder so gut wie schneefrei sein und bietet trotz der geringen Gipfelhöhen mit über 500 Höhenmetern das Erlebnis einer richtigen Bergtour.   Der Jahreszeit entsprechend sind die auf dem Weg liegenden Almen bereits geschlossen, weshalb man seine Verpflegung selbst mit nehmen muss. Zudem sollte man nicht zu spät starten, da es derzeit schon vor fünf Uhr abends dunkel wird. Eine Stirnlampe in der Deckeltasche des Rucksacks ist daher im Spätherbst  immer eine gute Idee.   Die Tour ist auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und zwar mit dem Zug nach Immenstadt und weiter mit dem Bus in Richtung Oberstaufen bis zur Haltestelle Ratholz, Alpsee Bergwelt.        

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